LUZERN: Wie lässt sich die Mobilität verbessern?

Ein Durchgangsbahnhof, die Lokalisierung von freien Parkplätzen mit dem Smartphone: Ideen zur Lösung der Verkehrsprobleme sind vorhanden – sie müssten nur noch umgesetzt werden.

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SBB-CEO Andreas Meyer beim Mobilitätskongress 2017 in Luzern. (Bild: Staatskanzlei Luzern)

SBB-CEO Andreas Meyer beim Mobilitätskongress 2017 in Luzern. (Bild: Staatskanzlei Luzern)

Mobilität ist in aller Munde. Die Menschen wollen schnell, billig und möglichst bequem von A nach B kommen. Das stellt unsere Gesellschaft vor immer grössere Herausforderungen. In der Schweiz sind wir bekanntlich auch in diesem Bereich schon ziemlich fortgeschritten. Das Problem: «Unser hoher Wohlstand lässt uns nicht mehr an die Zukunft denken, und grössere Innovationen bleiben aus», sagt Andreas Meyer, CEO der SBB AG. Man nehme das Beispiel des Sackbahnhofs von Luzern. «Sackbahnhöfe gehören klar der Vergangenheit an.»

An der Mobilitätskonferenz im Verkehrshaus haben Referenten am Mittwoch mit verschiedenen Hintergründen ihre Visionen für die Zukunft im Mobilitätsbereich vorgestellt. Die Referenten sind sich einig: Es braucht innovative Ideen, um mit der Zeit mithalten zu können.

Weit vorauszuschauen, ist unumgänglich

«Schon heute müssen wir Visionen für das Jahr 2050 ausarbeiten», sagt Wolfgang Stölzle, Professor für Logistikmanagement an der Universität St. Gallen. Die Prozesse werden durch die heutige Politik verlangsamt, und es dauere lange, bis ein Projekt endlich realisiert werde. Man brauche einen Masterplan für die gesamte Schweiz. «Für solche innovativen Ideen fehlt der heutigen Politik jedoch der Mut», sagt Stölzle. Eine Entwicklung der Zukunft bedeute vielleicht auch, die Infrastruktur dort zurückzubauen, wo sich der Verkehr falsch entwickelt habe. Man müsse in alle Richtungen denken. Andreas Meyer sieht das etwas anders: «Es müssen zuerst spezifische Pläne für die einzelnen Regionen ausgearbeitet werden, die dann miteinander verknüpft werden können.»

Die Zukunftsmusik liegt in der Technologie

Gemäss Stephan Marty, CEO von Energie Wasser Luzern (EWL), muss der Verkehr insgesamt smarter werden. «Die Realität wird zunehmend mit der Virtualität vermischt.» Eine «Smart City» könne und solle sich die neuen Technologien zu Nutze machen. «Alles, was sowieso öffentlich sichtbar ist, sollte auch im Internet einsehbar werden», so Marty. Der Luzerner müsse also in Zukunft nicht mehr nach einem Parkplatz suchen und den Verkehr unnötig behindern, sondern könne die freien Parkplätze einfach von zu Hause aus auf seinem Handy sehen. Sensoren bei jedem Parkplatz würden ein solches Projekt möglich machen. «Für die Carparkplätze wird diese Idee bereits kommenden Frühling realisiert», sagt Marty.

Für das Unternehmen Galliker bedeutet die Stauentwicklung auf den Strassen einen Effizienzverlust bei der Auslieferung seiner Waren. «Aus diesem Grund brauchen wir mehr Lastwagen, was den Verkehr nur noch verschlimmert», sagt Galliker-CEO Peter Galliker. Die Antwort darauf wäre der Ausbau des Verkehrsnetzes. Auch dem Kantonsspital Luzern macht der Verkehr zu schaffen. Die Standorte der Spitäler wurden vor 40 bis 50 Jahren festgelegt. «Sie waren nicht auf den motorisierten Verkehr von heute ausgerichtet», sagt Peter Schillinger, FDP-Nationalrat und Spitalrat des Luzerner Kantonsspitals. Eine Lösung sieht er in der Verbesserung des öffentlichen Verkehrs.

Oliver Schneider
region@luzernerzeitung.ch

Regierungsrat Robert Küng. (Bild: Staatskanzlei Luzern)

Regierungsrat Robert Küng. (Bild: Staatskanzlei Luzern)

Prof. Dr. Wolfgang Stölzle. (Bild: Staatskanzlei Luzern)

Prof. Dr. Wolfgang Stölzle. (Bild: Staatskanzlei Luzern)