Luzern will Atomausstieg bis 2050

Spätestens im Jahr 2050 will die Stadt Luzern den Atomausstieg erreichen. So soll es im neuen Energiereglement verankert sein, worüber das Stimmvolk voraussichtlich im November 2011 abstimmen wird.

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Geht es nach der Stadt Luzern, soll 2050 Schluss mit Atomstrom sein, im Bild das AKW Leibstadt. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Geht es nach der Stadt Luzern, soll 2050 Schluss mit Atomstrom sein, im Bild das AKW Leibstadt. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Im Juni 2009 lancierten die Jungen Grünen der Stadt Luzern die Volksinitiative «Luzern mit Strom ohne Atom». Mitte August 2009 kam sie mit 957 gültigen Stimmen zustande. Sie verlangt unter anderem, dass Luzern spätestens ab 2035 keinen Strom mehr aus Atomkraftwerken bezieht.

Am Donnerstag präsentierte der Luzerner Stadtrat das neue Energiereglement. Es ist die Antwort, also der direkte Gegenvorschlag, zu dieser Volksinitiative. Darin wird festgehalten, dass Luzern den Bezug von Atomenergie schrittweise reduzieren wird. Und: Spätestens im Jahr 2050 soll der Atomausstieg erreicht sein.

Um dies zustande zu bringen, werde die zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Luzern befindliche städtische Stromversorgerin ewl Energie Wasser Luzern AG verpflichtet, eine Strategie zu entwickeln, die den verlangten schrittweisen Ausstieg ermöglicht, heisst es in einer Medienmitteilung der Stadt Luzern.

Luzern strebt 2000-Watt-Gesellschaft an

Weiter hält das neue Reglement fest, dass der Stadtrat mit seiner Energie- und Klimapolitik eine 2000-Watt-Gesellschaft anstrebe. Der Primärenergieverbrauch soll zwischen 2050 und 2080 auf 2000 Watt Dauerleistung pro Kopf reduziert werden. Auch der Treibhaus-Ausstoss soll bis 2050 massiv verringert werden.

Um die Ziele einer 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen, sind im neuen Reglement «verschärfte Massnahmen» aufgelistet. Beispielsweise sollen die Sonnenenergie verstärkt genutzt, Gebäude beschleunigt saniert und der öffentliche Verkehr und der Langsamverkehr konsequent bevorzugt werden.

Luzern will den Atomausstieg unabhängig von den Entscheiden auf Bundesebene planen. Sollte der Bund einen früheren Ausstiegsszeitpunkt beschliessen, müsste die Stadt die Rahmenbedingungen anpassen. Heute basiert Luzerns Stromversorgung zu 55 Prozent auf Kernkraft und zu 38 Prozent auf Wasserkraft.

sda