LUZERN: Will die CVP drei Regierungssitze?

Die CVP gehörte 2011 zu den grossen Wahl-verlierern. 2015 will man wieder Boden gutmachen – und setzt sich ambitionierte Ziele.

Interview Ismail Osman
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CVP-Parteipräsident Pirmin Jung. (Bild Pius Amrein)

CVP-Parteipräsident Pirmin Jung. (Bild Pius Amrein)

Der Parteipräsident ist auch der Wahlkampfleiter: Pirmin Jung, Parteipräsident der CVP des Kantons Luzern, informierte anlässlich der CVP-Delegiertenversammlung vom Mittwoch über die Wahlziele 2015.

Pirmin Jung, die CVP verlor bei den Wahlen 2011 sieben Kantonsratssitze. Nun will man sich von heute 39 Sitzen wieder auf 42 Sitze steigern. Wie soll das gehen?

Pirmin Jung: Wir sind überzeugt, dass wir in diesem Wahlkampf besser mobilisieren können als 2011. Wir haben mittlerweile 80 funktionierende Ortsparteien, dazu kommt eine Vielzahl an Vereinigungen, über die wir mobilisieren. Wir haben bereits vor zwei Jahren mit einem konzentrierten Effort begonnen, um wieder näher bei den Leuten zu sein.

Dennoch: Ist das Ziel, 42 Sitze zu erreichen, auch ein realistisches?

Jung: Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können. Die meisten Stimmen, die wir verloren haben, fallen ins Segment der Nichtwähler. Wenn wir diese wieder zurückgewinnen können, werden wir viel erreichen.

Es ist aber sehr gut möglich, dass die SVP weiter an Boden gewinnt.

Jung: Das ist möglich, die Wahlen werden es zeigen. Umso mehr müssen auch wir unbedingt zulegen. Unser oberstes Ziel für die Wahlen 2015 ist es, die wählerstärkste Partei des Kantons Luzern zu bleiben.

Die CVP stellt heute die beiden Regierungsräte Reto Wyss und Guido Graf. Treten beide wieder an?

Jung: Unser Ziel ist es sicherlich, diese beiden in ihrem Amt zu bestätigen. Die konkreten Gespräche mit den beiden sind aber noch nicht geführt worden. Bis im Sommer sollte aber Klarheit geschafft werden, damit wir sie im Herbst offiziell nominieren können.

In der Zielsetzung für die Wahlen 2015 spricht die CVP von «mindestens» zwei Regierungsräten. Sie wollen also einen dritten Sitz?

Jung: Wir behalten uns vor, im zweiten Wahlgang mit einem Kandidaten anzutreten. Das hängt vom Resultat des ersten Wahlgangs, vom Verlauf des Wahlkampfs und vom Profil der Kandidierenden der anderen Parteien ab.

Gibt es potenzielle Kandidaten?

Jung: Wir haben fähige Parteimitglieder, die in der Lage sind, ein solches Amt zu übernehmen. Konkrete Namen haben wir zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine. Wir werden dies frühestens prüfen, wenn sämtliche Regierungsratskandidaten für den zweiten Wahlgang bekannt sind.

An der Delegiertenversammlung erwähnten Sie auch mögliche Listenverbindungen. Allen voran jene mit der BDP, welche von der Mutterpartei empfohlen werde.

Jung: Das könnte auch Sinn machen. Die CVP und die BDP machen in vielen Belangen eine ähnliche Politik. Mit Blick über die Kantonsgrenze hinaus sieht man auch, dass sich die Parteien ergänzen.

Inwiefern?

Jung: Überall, wo die CVP sehr stark ist, wie etwa in Luzern, ist die BDP weniger bekannt. Umgekehrt ist die BDP in Kantonen wie Bern, Zürich oder Glarus stärker, wo die CVP schwächer aufgestellt ist.

Hat man auch mit anderen Parteien den Kontakt bezüglich Listenverbindungen aufgenommen? Etwa mit der FDP oder der GLP?

Jung: Natürlich werden Listenverbindungen, vor allem mit den anderen bürgerlichen Parteien, diskutiert und geprüft. Konkrete Gespräche haben aber noch keine stattgefunden.

Wann sind solche Gespräche geplant?

Jung: Unser Ziel ist es, unsere Delegierten im Winter über Listenverbindungen entscheiden lassen zu können. Entsprechend müssen diese Gespräche im Verlauf des Sommers geführt werden.

Auf nationaler Ebene: Wer ersetzt Ruedi Lustenberger im Nationalrat?

Jung: Ruedi Lustenberger wird uns im November über seine Zukunftspläne orientieren. Bis dahin kann ich auf keine Spekulationen eingehen.

Sie sind nun also nicht nur Parteipräsident, sondern jetzt auch noch Wahlkampfleiter. Daneben führen Sie auch noch eine Firma. Kommt da nicht zwangsläufig eines der drei Mandate zu kurz?

Jung: Nein. Ich bin mir der Herausforderung durchaus bewusst. Ich habe aber das Glück, ein Netzwerk um mich zu haben, das mich voll und ganz unterstützt.