LUZERN: Wind behindert Wasserflugzeug-Treffen in Luzern

Früher landeten Wasserflugzeuge auf dem Vierwaldstättersee. An diesem Wochenende lebt diese Tradition wieder auf. Doch Wind und Regen sind Spielverderber.

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Die «De Havilland Canada DHC-2 Beaver» nach der Landung beim Meggenhorn. Nun fährt das Wasserflugzeug in Richtung Strandbad Lido. (Bild: Photopress / Alexandra Wey)

Die «De Havilland Canada DHC-2 Beaver» nach der Landung beim Meggenhorn. Nun fährt das Wasserflugzeug in Richtung Strandbad Lido. (Bild: Photopress / Alexandra Wey)

Am Freitag sind die ersten Wasserflugzeuge beim Meggenhorn in Luzern gelandet. Anlass ist das 100-Jahr-Jubiläum der Luzerner Wasserfliegerei. Wegen den ungünstigen Windverhältnissen fuhren bis am Mittag erst die beiden Flugzeuge «Beaver» und «Twin Bee» ins Strandbad Lido Luzern. Andere Wasserflugzeuge, die u.a. von Italien oder Österreich kamen, konnten wegen Gewittern und starkem Wind erst gar nicht starten oder landen. Bis am Sonntag werden elf Wasserflugzeuge aus ganz Europa in Luzern erwartet. Organisiert wird das Treffen von der Seaplane Pilots Association Switzerland (SPAS) in Zusammenarbeit mit dem Verkehrshaus.

Am Samstag, 04.05.2013, kam die Catalina vom Flugplatz Buochs und machte auf dem See eine länger "Schifffahrt". Sehr zur Freude von wenigen Zuschauern auf einem Boot der SGV. (Bild: Leser Werni Stucki)
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RX-3 Seabee nach der Wasserun vor dem Lido. (Bild: Leser Werni Stucki)
Die DeHavilland Canada DHC-2 Beaver kurz vor dem Wassern auf dem Vierwaldstättersee. (Bild: Leser Werner Stucki)
Die «Twin Bee» vor dem Meggenhorn: Im Wasserflugzeug finden fünf Personen Platz. Der Verbrauch liegt bei 60 Liter pro Stunde. (Bild: Photopress / Alexandra Wey)
Die «Beaver ist gelandet». Der Achtplätzer hat 452 PS und eine Reichweite von 1080 Kilometern. (Bild: Photopress / Alexandra Wey)
Luzern/Tribschen, 21. Juli bis Mitte September 1913: René Labouret, Hersteller des nicht mehr eingesetzten Luftschiffes, aber auch des Doppel-Decker-Schwimmgerflugzeuges der Compagnie Générale Transaérienne mit V8-Motor Renault 100 PS) gelingen während 8 Wochen 250 Flüge mit insgesamt 406 Passagieren ohne den geringsten Zwischenfall. (Bild: Archiv Verkehrshaus der Schweiz (Sammlung Dr. W. Dollfus, Aero-Club-Archiv))
Erwartet werden aus ganz Europa elf Wasserflugzeuge. (Bild: Photopress / Alexandra Wey)
Die «Twin Bee» vor dem Bürgenstock: Die Spannweite beträgt über 13 Meter. 180 PS treiben das Flugzeug an. (Bild: Photopress / Alexandra Wey)
Der Fünfplätzer schafft eine Reichweite von 1650 Kilometern. (Bild: Photopress / Alexandra Wey)
452 PS treiben das Flugzeug an. (Bild: Photopress / Alexandra Wey)
Das Internationale Wasserflugzeug-Treffen dauert noch bis zum 5. Mai. Auf dem Bild zu sehen ist die Catalina. (Bild: Photopress / Alexandra Wey)
Die Flugzeuge starten und landen beim Meggenhorn und fahren bei günstigem Wetter bis ins Strandbad Lido Luzern. (Bild: Photopress / Alexandra Wey)
Kein Flugbetrieb erlaubt: Am Mittag, von 12 bis 13.30 Uhr, ruhen die Flugzeuge. (Bild: Photopress / Alexandra Wey)
Genf, August 1912: Ernest Burri und Passagier auf Sommer-Doppeldecker-Schwimmerflugzeug mit Sternmotor Salmson 80 PS. (Bild: Archiv Verkehrshaus der Schweiz (Sammlung Dr. W. Dollfus, Aero-Club-Archiv))
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ

Am Samstag, 04.05.2013, kam die Catalina vom Flugplatz Buochs und machte auf dem See eine länger "Schifffahrt". Sehr zur Freude von wenigen Zuschauern auf einem Boot der SGV. (Bild: Leser Werni Stucki)

«Das ist eine Sensation»

«Viele Flugzeuge, die in Luzern zu sehen sind, können von Land starten und im Wasser landen oder umgekehrt», erklärt Henry Wydler, ehemaliger Vizedirektor und Kurator der Luftfahrt im Verkehrshaus Luzern, den Event in der Luzerner Seebucht. Ein spezielles Highlight ist der historische Seeaufklärer Catalina (PH-PBY) aus Holland. Dieses Grossflugboot mit Platz für bis zu 18 Personen wurde sowohl militärisch als auch zivil eingesetzt, zum Beispiel für Expeditionen oder als Kampf- und Seerettungsflugzeug im japanisch-amerikanischen Krieg. «Dass das Flugzeug in Luzern landet, ist eine Sensation», schwärmt Wydler. Erst einmal – in Genf – sei das Flugzeug in einem Schweizer See gelandet. Bis am Freitagnachmittag erfüllt sich der Traum Wydlers aber noch nicht: Wegen den ungünstigen Windverhältnisse zog die Catalina lediglich eine Runde über dem Vierwaldstättersee und landete wieder beim Flugplatz Buochs.

Klare Auflagen

Die Bewilligung für das 1. Internationale Wasserflugzeug-Treffen in Luzern ist mit Einschränkungen verbunden: So müssen die Flugzeuge mindestens 300 Meter vom Ufer entfernt starten und landen. Zudem dürfen sie über den Mittag sowie ab 19 Uhr nicht mehr fliegen.

Geplant sind pro Tag rund 30 Starts und Landungen. Zum Selbstkostenpreis von 160 Franken bietet die SAPS einen 25-minütigen Rundflug an. Zusätzlich zeigt eine Ausstellung im Lido die Geschichte und Bedeutung der Wasserfliegerei in der Schweiz auf.

rem

Wasserfliegerei grundsätzlich verboten

In der Schweiz gibt es lediglich einen Start- und Landeplatz für Wasserflugzeuge – in Wangen / Lachen auf dem Zürichsee. Wer anderswo starten oder landen will, braucht vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) eine Bewilligung, die nur im Zusammenhang mit Veranstaltungen erteilt wird, wie beispielsweise an diesem Wochenende in Luzern. Generell ist die Wasserfliegerei in der Schweiz seit 1953 verboten.

Ein Flugverkehr zwischen den Schweizer Seen ist heute undenkbar, nicht so vor rund 85 Jahren. Im Juni 1926 düsten die ersten Wasserflugzeuge mit Passagieren zwischen Zürich, Luzern und Interlaken hin und her. Der Flugbetrieb wurde ein Jahr später mangels schlechter Rendite wieder eingestellt.