LUZERN: Wirbel um Quartierfonds

Verregnete Quartierfeste sollen der Vergangenheit angehören. Die Stadt schafft neue Festzelte an – obwohl das nicht den Richtlinien des entsprechenden Fonds entspricht.

Lena Berger
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Laut Hugo Stadelmann, Präsident des Verbands der Quartiervereine der Stadt Luzern, werden die 20'000 Franken teuren Zelte über den Projektpool Quartierleben finanziert. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Laut Hugo Stadelmann, Präsident des Verbands der Quartiervereine der Stadt Luzern, werden die 20'000 Franken teuren Zelte über den Projektpool Quartierleben finanziert. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die Stadt bezahlt die Anschaffung von fünf bis sechs zusammenfaltbaren Zelten. Diese sollen ab Sommer allen Organisationen zur Verfügung stehen, die sich in den Quartieren engagieren. Finanziert wird die Anschaffung – rund 20 000 Franken – über den Projektpool Quartierleben, wie Hugo Stadelmann, Präsident des Verbands der Quartiervereine der Stadt Luzern, an der Delegiertenversammlung am Dienstag sagte. Dieser städtische Fonds stellt jährlich 75 000 Franken für Quartierprojekte zur Verfügung.

Richtlinien umgangen?

Die Ankündigung überrascht. Denn gemäss der kürzlich veröffentlichten Antwort des Stadtrates auf einen Vorstoss der FDP sind die Mittel aus diesem Fonds «explizit für andere Quartierkräfte als die Quartiervereine bestimmt». Darüber hinaus dürfen gemäss den Richtlinien eigentlich nur maximal 4000 Franken pro Anlass oder Projekt gesprochen werden.

Stadelmann erklärt: «Quartiervereine sind in Kooperation mit anderen Quartierkräften als Gesuchsteller zugelassen.»Der Verband habe die Gelder zusammen mit dem Verein Spieltraum beantragt. Dieser stellt Spielmaterial für Quartierfeste zur Verfügung. «Wenn ein Anlass organisiert wird, helfen sich die Vereine oft gegenseitig mit Bänken und Tischen aus. Grosse Zelte haben bislang aber gefehlt.»

Baudirektion machte Ausnahme

Von dieser Argumentation liess sich die Geschäftsleitung der Baudirektion überzeugen. Sie – und nicht das eigentliche Vergabegremium, nämlich die Fach- und Anlaufstelle für Quartieranliegen und die Quartierarbeit – sprach die Gelder im Dezember 2012. Dazu ist sie laut Ruedi Frischknecht, Leiter der Stadtentwicklung, befugt, weil es sich um ein reguläres Konto der Baudirektion handle. Grundsätzlich verursacht die Infrastruktur bei Quartieranlässen gemäss Frischknecht regelmässig hohe Kosten. Die Richtlinien zur Vergabe der Gelder aus dem Projektpool Quartierleben sollen deshalb im Frühling überprüft werden.