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LUZERN: Wird die Allmend zum Central Park?

Hunderte Wohnungen sollen um die Allmend entstehen. Immer mehr Bewohner werden das Gelände nutzen wollen. Zum Freizeitpark wird das Areal aber nicht.
Luca Wolf
Die Visionen des Siegerprojekts: Alle roten Gebäude könnten neu gebaut oder saniert und erweitert werden. (Bild: PD/Grafik Loris Succo)

Die Visionen des Siegerprojekts: Alle roten Gebäude könnten neu gebaut oder saniert und erweitert werden. (Bild: PD/Grafik Loris Succo)

Die Naherholungszone Allmend kommt unter Druck. Immer mehr Neubauten werden rund um Luzerns grössten Park realisiert, folglich möchten auch immer mehr Bewohner die Grünflächen nutzen. Zuerst gabs ein neues Fussballstadion, dann zwei Hochhäuser mit knapp 300 Wohnungen, dann ein Sportgebäude mit Hallenbad und Turnhalle, und nicht zuletzt wurden die Messehallen neu gebaut. Doch verglichen mit dem, was in den nächsten Jahren entlang den Rändern der Allmend gebaut werden soll, ist das noch ein Klacks.

So soll sich das ganze Areal zwischen dem Eichwäldli bis zur Zentralbahn-Haltestelle Kriens Mattenhof von einem muffigen Gewerbegebiet in ein modernes, verdichtetes Wohn- und Arbeitsquartier verwandeln. Hunderte neuer Wohnungen und Arbeitsplätze könnten zwischen Allmendrand und entlang der Arsenal-/Nidfeldstrasse entstehen. «Der Nutzungsdruck auf die Allmend wird zweifellos zunehmen», sagt Ruedi Frischknecht, Luzerner Stadtentwickler.

Höher, dichter, geschlossener

Die Überbauungen sind Teil des Megaprojekts Luzern Süd. Luzern Süd beinhaltet den gesamten Perimeter von der Brauerei Eichhof über den Krienser Schlund bis hin zur Horwer Bucht. Weil dort viele grosse Bauprojekte im Gang sind und ein enormes Entwicklungspotenzial besteht, hat der Gemeindeverband Luzern Plus mit den Standortgemeinden Stadt Luzern, Kriens und Horw einen Wettbewerb initiiert. Ziel ist es, einen Wildwuchs an Bauten und Siedlungen zu verhindern und eine geordnete Entwicklung zu ermöglichen. Sowohl bezüglich Siedlung als auch Verkehr und Naherholung. Kürzlich wurde das Siegerprojekt der Architekten Ernst, Niklaus, Fausch aus Zürich präsentiert (Ausgabe vom 26. Januar). Gemäss deren Visionen könnte in den nächsten 20 bis 30 Jahren etwa entlang der Allmendwiese das erwähnte neue Stadtquartier entstehen – fast alles davon steht auf Krienser Boden. Die Gebäude würden entlang der Allmend eine neue, höhere und geschlossene Fassadenfront bilden – ein Hauch von Central Park ist spürbar. Diese Visionen werden nun konkretisiert (siehe Box).

Nur sanfte Aufwertung geplant

Doch auch wenn die Allmendränder künftig viel stärker besiedelt sein werden und der Nutzungsdruck entsprechend massiv zunehmen dürfte – zu einer Parklandschaft wie dem Central Park wird die Allmend deshalb nicht umgestaltet. Die grossen Naturwiesen bleiben, wie sie sind, englischer Rasen ist kein Thema. Teichlandschaften für Touristen, grosse Spielanlagen, Kioske und kleine Restaurants mit Toiletten wird es laut Frischknecht nicht geben. Geplant ist nur eine sanfte Aufwertung des ganzen Gebiets. Kleinere Spielwiesen, ein paar Feuerstellen und neue Fusswege sind laut Frischknecht angedacht. Dennoch ist auch für Frischknecht klar: «Durch die bauliche Entwicklung in Luzern Süd kommt der Allmend ein noch grösserer Stellenwert als Freiraum zu.» Darüber hinaus sei es für eine qualitativ hochwertige Stadtentwicklung in Luzern Süd entscheidend, dass auch innerhalb der neu entstehenden Siedlungen entsprechende Freiräume realisiert würden. «Diese müssen mit den umliegenden Naherholungsgebieten und Freizeitangeboten vernetzt werden, um so dem Nutzungsdruck auf die Allmend begegnen zu können.» Denn die Allmend soll für all die ganzen neuen Anwohner nicht der einzige Erholungsraum in der Gegend sein.

Fest steht laut dem Stadtplaner auch: «Im Nutzungskonzept Allmend, welches die Grundlage für die Neubauten der Messe und der Sportarena bildete, hat die Stadt festgelegt, dass die nicht überbauten Teile der Allmend als offener Freiraum erhalten werden müssen.» Die nicht überbaute Fläche macht etwa Dreiviertel des ganzen Areals aus.

Konzept soll Nutzung regeln

Unabhängig vom Projekt Luzern Süd will die Stadt bis im Frühling ein Nutzungskonzept für die Allmend erarbeiten. Darin soll geregelt werden, welche Benutzergruppen – etwa Messe, FC Luzern, Luga, Pferdesport – die Flächen in welchem Ausmass beanspruchen dürfen.

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