LUZERN: Wirtschaft rüttelt am Ladenschluss

Der Kanton Luzern will von liberaleren Ladenöffnungszeiten partout nichts wissen. Doch jetzt werden die Karten wieder neu gemischt, die Luzerner Wirtschaftsverbände weibeln für eine Bundeslösung.

Robert Knobel
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Ein Einkaufswagen in einem Supermarkt. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ (Archiv))

Ein Einkaufswagen in einem Supermarkt. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ (Archiv))

Der Kanton Luzern hat liberalere Ladenöffnungszeiten an der Urne drei Mal bachab geschickt – doch der Bund arbeitet nun an einem nationalen Gesetz: Werktags bis 20 Uhr, Samstags bis 19 Uhr. Der Gesetzesentwurf ist zurzeit in der Vernehmlassung. Jetzt setzen sich überraschend der Luzerner Gewerbeverband, die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ) für diese Lösung ein. Insbesondere IHZ und Gewerbeverband haben sich in der Ladenöffnungsfrage bisher kaum positioniert – obwohl das Thema im Kanton Luzern seit Jahren heiss diskutiert wird.

Luzern hinkt hinterher

Die Verbände begründen auf Anfrage der «Neuen Luzerner Zeitung» ihre Kehrtwende damit, dass sie seit je eine Bundeslösung bevorzugen. Deshalb hätten sie sich nicht für eine kantonale Liberalisierung einsetzen wollten. Beim Luzerner Detaillistenverband (DVL) – ebenfalls Mitglied beim Gewerbeverband – schüttelt man ob dieser Neupositionierung den Kopf.

Luzern gehört mittlerweile zu den restriktivsten Kantonen. Selbst eine Ausdehnung der Öffnungszeiten um eine Stunde samstags war 2012 abgelehnt worden.