LUZERN: Wo die Sonne in Luzern am meisten wirkt

Welche Dächer im Kanton sind für Solaranlagen geeignet? Das lässt sich nun online überprüfen. So sollen erneuerbare Energien in Luzern gefördert werden.

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Der Solarkataster des Kantons Luzern zeigt, welches Gebäude im Kanton Luzern sich am besten eignet für Solarenergie. (Bild: Pius Amrein / GIS Kanton Luzern)

Der Solarkataster des Kantons Luzern zeigt, welches Gebäude im Kanton Luzern sich am besten eignet für Solarenergie. (Bild: Pius Amrein / GIS Kanton Luzern)

Welche Dächer und Häuser eignen sich für Solaranlagen? All jene, die ein Haus im Kanton Luzern besitzen, können genau diese Frage ab sofort im Internet klären. Denn der Kanton Luzern verfügt nämlich seit Donnerstag über ein sogenanntes Solarkataster.

Konkret heisst das, dass jeder Hausbesitzer mit wenigen Klicks im Netz nachschauen kann, wie hoch die Sonneneinstrahlung auf seinem Dach ist. Die Häuser sind dabei in den Farben Blau, Gelb, Orange und Rot gekennzeichnet. Gewisse Dächer enthalten dabei mehrere Farben. Klickt man auf ein Dach oder einen Dachteil, erfährt man, ob die Sonneneinstrahlung gering, mässig, hoch oder gar sehr hoch ist. Alle Daten können direkt online heruntergeladen und ausgedruckt werden.

«Mit dem Solarkataster wollen wir der Bevölkerung Möglichkeiten und Chancen im Energiebereich aufzeigen», wird Umweltdirektor Robert Küng in einer Mitteilung zitiert. «Wir haben im Energiegesetz die Vorgabe, die erneuerbaren Energien zu verdoppeln». Küng hat sein Präsidialjahr zum Solarjahr erklärt (siehe Box).

Im Kanton Luzern gibt es derzeit rund 3500 Solaranlagen. 40 Prozent der Luzerner Hausdächer eignen sich für Sonnenenergie. Pro Jahr werden rund 200 Solaranlagen bewilligt. Gerade mal 1 Prozent des Luzerner Stromverbrauchs stammt von der Solarenergie.

Hinweis: Solarkataster des Kanton Luzern auf www.geo.lu.ch/map/solarpotential

rem

Kaum Interesse in Zug

avd. Die Stadt Zug hat bereits Erfahrung mit einem Solarkataster im Internet. Walter Fassbind, Leiter der Abteilung Umwelt und Energie der Stadt Zug, sagt zwar: «Wir haben sehr viele Interessenten. Viele sind überrascht, wenn sie sehen, dass ihr Dach für eine Anlage geeignet ist.» Die meisten würden sich laut Fassbind anschliessend über Bau, Anbieter und Subventionen informieren. Dennoch wirkt sich dieses grosse Interesse noch kaum in der Praxis aus: Im Jahr 2012 hat die Stadt Zug über das eigene Förderprogramm 13 Anlagen unterstützt, 2013 deren 9 und dieses Jahr noch keine. Insgesamt sind in Zug rund 300 Liegenschaften mit einer Solaranlage ausgestattet.

Solarenergie: So viel kostet eine Anlage

red.Sonnenkollektoren: (Kosten 14'000 bis 27'000 Franken für ein Einfamilienhaus). Kollektoren dienen der Produktion von Warmwasser und werden vom Kanton Luzern subventioniert. Für jede Anlage zahlt der Kanton einen Grundbeitrag von 2000 Franken, zusätzlich 200 Franken für jeden Quadratmeter. Etwas mehr gibt es für Anlagen, die zusätzlich auch Heizenergie liefern.

Solarzellen: (Kosten 20'000 bis 30'000 Franken für ein Einfamilienhaus). Solarzellen dienen der Stromproduktion und werden vom Bund subventioniert. Konkret wird die Differenz zwischen dem Stromproduktionspreis und dem normalen Marktpreis für Strom rückerstattet. Für kleinere Anlagen gibt es neu einmalige Beiträge an die Baukosten.

Solarjahr im Kanton Luzern

pd. Das Aktionsjahr des Kantons Luzern gliedert sich in verschiedene Bereiche. Im Teil Innovation unterstützt der Kanton das Projekt Solar Decathlon der Hochschule Luzern - Technik & Architektur. Ein Studententeam entwickelt dabei ein möglichst energieeffizientes Solarhaus, das im Frühsommer gegen 19 internationale Teams in Versailles (F) antritt. Weiter gelang es, mehrere namhafte nationale Veranstaltungen nach Luzern zu holen. So wird beispielsweise am 3. Oktober der Schweizerische Solarpreis in Luzern vergeben. Während des Solarjahres 2014 finden verschiedene Veranstaltungen mit Gemeinden, Unternehmen, Gewerbe und Landwirtschaftsbetrieben statt. Zahlreiche Gemeinden nehmen an der Solarblachen-Aktion teil, bei der die Bevölkerung auf die Anzahl installierter Solaranlagen in ihrer Gemeinde aufmerksam gemacht wird. Für Interessierte informiert die Sonderschau Energie zum Thema Solar auch an der Luga.