LUZERN: Yvonne Schärli tritt 2015 nicht mehr an

Nach zwölf Jahren im Amt als Sicherheitsvorsteherin des Kantons Luzern ist Schluss: SP-Regierungsrätin Yvonne Schärli-Gerig (62) verzichtet bei den Wahlen 2015 auf eine Kandidatur.

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Yvonne Schärli tritt bei den Luzerner Wahlen 2015 nicht mehr an. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Yvonne Schärli tritt bei den Luzerner Wahlen 2015 nicht mehr an. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Yvonne Schärli hat an einer Medienkonferenz am Mittwochmorgen offiziell bekannt gegeben, dass sie im nächsten Jahr bei den Wahlen nicht mehr zur Verfügung steht.

Weg frei für jüngere Kräfte

Die 62-Jährige will den Weg frei machen für jüngere Kräfte in der Partei, wie sie an der Medienkonferenz erklärte. Der Entscheid sei schon länger in Absprache mit ihrer Partei erfolgt, sagte Schärli. Regierungsräte müssten sich auch in den Dienst ihrer Partei stellen. Die SP als kleine Partei habe nicht oft einen Sitz neu zu besetzen, in der Partei gebe es nun aber mehrere fähige jüngere Leute.

Vorausblickend auf den 30. Juni 2015, ihren letzten Tag im Amt, sagt Yvonne Schärli: «Ich werde zufrieden abtreten. In all den Jahren konnte ich von meinen Erfahrungen profitieren und habe weitere wertvolle Erfahrungen machen können.»

Die SP wird an einer Medienkonferenz am Donnerstag offiziell über ihre Strategie für die Regierungsratswahlen 2015 informieren.

Am 18. Mai 2003 schafft Yvonne Schärli im zweiten Wahlgang als erste SP-Frau den Sprung in die Regierung. (Bild: Archiv Neue LZ)
17 Bilder
Schärli lässt SVP-Kandidat Räto Camenisch hinter sich. (Bild: Archiv Neue LZ)
So setzte sich die Regierung 2003 zusammen: Markus Dürr, Anton Schwingruber, Yvonne Schärli, Max Pfister und Kurt Meyer (von links). (Bild: Archiv Neue LZ)
August 2005: Regierungsrätin Yvonne Schärli nimmt während dem Unwetter im Kanton Luzern (im Bild Perlen), zusammen mit Bundesrat Samuel Schmid einen Augenschein vor Ort. Innert Stunden verwandelten starke Unwetter weite Teile des Kantons Luzern in ein Katastrophengebiet. Im Entlebuch starben zwei Feuerwehrleute während des Einsatzes bei einem Hangrutsch. Die Gemeinden, Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz sowie Kräfte der Armee leisteten einen ausserordentlichen Einsatz für die Bevölkerung. (Bild: Archiv Neue LZ)
Yvonne Schärli lässt sich vor Ort informieren: Yvonne Schärli war politisch verantwortlich für den Kantonalen Führungsstab und sprach in dieser Zeit mit unzähligen Helferinnen und Helfern, mit Geschädigten, mit Gemeindebehörden und mit Entscheidungsträgern anderer Kantone und des Bundes. (Bild: Archiv Neue LZ)
1. April 2007: Yvonne Schärli wird im 1. Wahlgang an vierter Stelle liegend mit 56331 Stimmen (4312 Stimmen über dem absoluten Mehr) wiedergewählt. (Bild: Archiv Neue LZ)
Der Luzerner Regierungsrat 2007: Staatsschreiber Viktor Baumeler, Yvonne Schärli, Max Pfister, Anton Schwingruber, Markus Dürr und Daniel Bühlmann (von links). (Bild: Archiv Neue LZ)
Juni 2007: Yvonne Schärli bringt die neue Staatsverfassung für den Kanton Luzern durch. Schärli: «In der Öffentlichkeit wird dies wohl weniger wahrgenommen als ein Autobahnzubringer oder ein Uni-Gebäude - aber es hatte für den Kanton weit reichende Konsequenzen.» Die Verfassung formulierte die Grundsätze des staatlichen Handelns, ordnete die Aufgaben von Kanton und Gemeinden und definierte die Wahl- sowie die Gerichts- und Verwaltungsbezirke neu. (Bild: Archiv Neue LZ)
April 2008: Fusion der Kantonspolizei mit der Stadtpolizei zur Luzerner Polizei. (Bild: Archiv Neue LZ)
September 2009: Session des Kantonsrats im Bahnhof Luzern. Die Regierungsratsmitglieder setzen sich für den Tiefbahnhof ein. (Bild: Archiv Neue LZ)
Februar 2010: Yvonne Schärli stellt an einer Medienkonferenz einen Scanner vor, der zur Produktion eines Biometrischen Passes in Luzern gebraucht wird. (Bild: Archiv Neue LZ)
Yvonne Schärli und Marcel Schwerzmann im Regierungsgebäude bei den Wahlen 2011. Yvonne Schärli machte im ersten Wahlgang das zweitbeste Resultat. «Es ist unglaublich: Im Kanton Luzern belegt eine Sozialdemokratin Rang 2. Dass es im ersten Wahlgang nicht gereicht hat, ist für mich keine Enttäuschung, zumal ich ein Departement leite, in dem man nicht immer alle Leute beglücken kann. Ich habe eine klare, berechenbare Art, bin weder polemisierend noch polarisierend. Erstaunt bin ich über das gute Resultat auf der Landschaft. Nehmen Sie Sursee: Das hat mich tief bewegt. Für unsere Partei ist dieses Resultat auf der Landschaft ein kleines Wunder! Ich habe sehr, sehr Freude.» (Bild: Archiv Neue LZ)
Yvonne Schärli nimmt Gratulationen nach dem zweiten Wahlgang 2011 entgegen. (Bild: Archiv Neue LZ)
Yvonne Schärli zeigt sich als grosser Tatort-Fan. Sie präsentiert eine Autogrammkarte von Tatortkommissar Stefan Gubser in ihrem Büro, das zufällig als Drehort ausgesucht wurde. (Bild: Archiv Neue LZ)
März 2012: Ein Prosit auf die Fusion zwischen Beromünster (Gemeindepräsident Charly Freitag, mitte) und Neudorf (Gemeinderpräsident Martin Schlegel). (Bild: Archiv Neue LZ)
Polizeiaffäre 2013. Schärli: «Es war mir wichtig, durch glaubwürdiges, möglichst unabhängiges Handeln und ehrliche Kommunikation das Vertrauen wieder zu festigen.» Auf dem Bild ist neben Schärli Jürg Sollberger zu sehen, der den Bericht zur Polizeiaffäre verfasst. (Bild: Archiv Neue LZ)
Am 9. Juli 2014 gibt Yvonne Schärli an einer Medienkonferenz bekannt, dass sie bei den Wahlen 2015 nicht mehr antritt. (Bild: PD)

Am 18. Mai 2003 schafft Yvonne Schärli im zweiten Wahlgang als erste SP-Frau den Sprung in die Regierung. (Bild: Archiv Neue LZ)

Zu den zentralen Geschäften, die sie zu bewältigen hatte, zählt Schärli die neue Kantonsverfassung und die Gemeindereform. Geprägt hat sie das Unwetter 2005 im Kanton Luzern und die Polizeikrise.

Die ehemalige Gemeinderätin Ebikons wurde am 18. Mai 2003 im zweiten Wahlgang mit 62'120 Stimmen als erste SP-Frau in den Regierungsrat gewählt und 2007 sowie 2011 in ihrem Amt bestätigt. Seither führt die frühere Tanz- und Gymnastiklehrerin das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern.

Wer tritt an?

Nun bleibt den Sozialdemokraten genügend Zeit, um eine geeignete Nachfolge aufzugleisen. Es stehen gleich mehrere Frauen bereit: die frühere Krienser Gemeindepräsidentin Helene Meyer-Jenni, die Emmer Kantons- und Gemeinderätin Susanne Truttmann-Hauri, die Stadtluzerner Kantonsrätin und Parteipräsidentin Felicitas Zopfi, alt Fraktionschefin Silvana Beeler Gehrer aus Luzern oder auch Kantonsrätin Trix Dettling Schwarz aus Buchrain. Ambitionen nachgesagt werden auch dem Stadtluzerner Kantonsrat und Präsidenten des Luzerner Gewerkschaftsbunds, Giorgio Pardini.

Wahlen 2015 in Luzern: Die Ausgangslage

Der Luzerner Regierungsrat setzt sich neben Schärli aus vier weiteren Mitgliedern zusammen. Baudirektor Robert Küng (FDP) tritt erneut an. Noch nicht geäussert haben sich Sozialdirektor Guido Graf (CVP), Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP) und Finanzdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos). Von ihnen wird eine erneute Kandidatur aber erwartet.

Die Luzerner Regierung und Kantonsrat werden am 29. März 2015 neu gewählt. Der Eingabeschluss für Wahlvorschläge ist auf den 2. Februar festgelegt. Ein allfälliger zweiter Wahlgang für den Regierungsrat findet am 10. Mai 2015 statt; die Frist für Vorschläge für diesen Wahlgang ist auf den 2. April festgesetzt.

rem/avd/sda

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