LUZERN: Zelt für traditionelle Fasnacht

Kaum sind die letzten Konfetti weg, folgt bereits der nächste Paukenschlag: Das LFK plant 2014 ein grosses Zelt auf der Wiese vor der Jesuitenkirche.

Yves Portmann
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Neben der Jesuitenkirche (Bild) soll das grosse Zelt während der Fasnacht 2014 stehen. (Bild: Leser Markus Ulmi)

Neben der Jesuitenkirche (Bild) soll das grosse Zelt während der Fasnacht 2014 stehen. (Bild: Leser Markus Ulmi)

«Wir wollen einen Treffpunkt für alle Fasnächtler etablieren», sagt Patrick Hauser vom Lozärner Fasnachtskomitee (LFK). «Der Rasen neben der Jesuitenkirche ist für ein grosses Fasnachtszelt ein hervorragender Standort.» Geplant sei ein grosses Festzelt mit Tischen, Bänken, Bar- und Restaurantbetrieb sowie einer Bühne. Aus diesem Grund reichte das LFK bei der Stadt vor kurzem ein entsprechendes Konzept ein.

Zu den Beweggründen für dieses Anliegen argumentiert LFK-Määrtchef Hauser: «In der letzten Jahren sind unter anderem mit der ‹Schmitte›, dem Café Niederberger und dem Hotel Schiff immer mehr traditionelle Fasnachtsbeizen verschwunden. Diesem Trend wollen wir entgegentreten.»

Zelt an drei Tagen geöffnet

Das Ziel sei es, Fasnachtstraditionen wie dem Intrigieren wieder mehr Platz zu bieten und dies überhaupt zu ermöglichen. «Wir wollen das Fasnachtszelt breit abstützen und sind für vieles offen. Auf der Bühne sollen in erster Linie Kleinformationen und Guuggenmusigen spielen», sagt Hauser. Aus diesem Grund sei man auch im Gespräch mit den Kult-Ur-Fasnächtlern und den «Vereinigten» (früher «Die Vereinigten Guuggenmusigen»). Das LFK wolle auch keine bestehenden Stände auf dem Theaterplatz und rund um den Jesuitenplatz konkurrenzieren. Auch die WC-Anlagen im Süden des Rasenplatzes seien durch das Zelt nicht gefährdet. Auch soll das Zelt nicht täglich rund um die Uhr geöffnet sein: «Die Idee ist es, das Zelt an den drei offiziellen Fasnachtstagen Schmutziger Donnerstag, Güdismontag und -dienstag zu öffnen.» Es soll täglich Platz – je nach Mobiliar und Einrichtung – für mehrere hundert Fasnächtler bieten.

«Verwilderung Einhalt gebieten»

Die Kult-Ur-Fasnächtler stehen der Idee eines Zeltes wohlwollend gegenüber. «Wir unterstützen einen Treffpunkt für alle Fasnachtsgesellschaften sehr», sagt René Burach, Zeremonienmeister der Kult-Ur-Fasnächtler. Den urchigen Fasnächtlern sind Fasnachtstraditionen ein grosses Anliegen. Burach: «Es freut uns, wenn das Intrigieren und Einzelmasken mehr Platz erhalten. Es wäre auch ein Zeichen gegen die Verwilderung an der Bahnhofstrasse.»

Linus Jäck ist Präsident der «Vereinigten» und signalisiert Bereitschaft zur Unterstützung: «Wir sind immer positiv eingestellt, wenn niemand zu kurz kommt und alle in ein neues Projekt mit einbezogen werden.» Auch sei die Verbesserung der Kooperation der diversen Fasnachtsorganisationen begrüssenswert. Er wolle aber den Ball vorläufig flach halten, bis ein Entscheid der Stadt vorliege. Allfällige Reibungspunkte ortet Jäck mit den vielen Aktivitäten auf dem Theater- und Jesuitenplatz.

Zweimal im Jahr findet ein Austausch zwischen der Stadt, Feuerwehr, Polizei und den Fasnachtsorganisationen statt. An diesem runden Tisch vom Montag sei auch das geplante Fasnachtszelt ein Thema gewesen, bestätigt Melchior Bendel. Der Projektleiter Kommunikation der Stadt Luzern sagt: «Die Stadt prüft das Konzept. Es wird auf einen Grundsatzentscheid bezüglich Nutzung von öffentlichem Grund hinauslaufen und deshalb einige Zeit dauern.»

Zudem seien erste Resultate der städtischen Umfrage zur Fasnacht präsentiert worden. «Die Stimmung beurteilten 90 Prozent der Fasnächtler als gut bis sehr gut – ebenso die Sicherheit. Dies ist sogar leicht besser als letztes Jahr», sagt Bendel. Bei der nicht repräsentativen Umfrage mit über 600 Teilnehmern sei vor allem die Anzahl der WC-Anlagen bemängelt worden.