LUZERN: ZHB-Neubau kostet 80 Millionen Franken

Für den Bau eines Bibliotheks- und Gerichtsgebäudes beim Vögeligärtli in Luzern soll 2014 ein offener Planungswettbewerb durchgeführt werden. Bis 2017 soll ein Bauprojekt stehen. Die Kosten für die Planung werden auf 4 Millionen Franken veranschlagt.

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Blick auf die ZHB beim Vögeligärtli. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Blick auf die ZHB beim Vögeligärtli. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Regierungsrat hat am Montag den entsprechenden Sonderkredit dem Kantonsrat beantragt. Dieser hatte im November 2012 per Motion beschlossen, dass die 1951 realisierte Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) abgerissen und durch einen Neubau, in dem auch das Kantonsgericht unterzubringen sei, ersetzt werden solle.

Die 2010 beschlossene Sanierung der ZHB war damit beerdigt. Auch für den Bau eines Kantonsgerichtes bedeutete der Entscheid des Parlaments einen Rückschlag und eine weitere Verzögerung.

Vor allem in der Stadt formierte sich Widerstand gegen die Pläne des Kantonsparlamentes. Ein Neubau mit Bibliothek und Gericht würde bedeutend grösser sein als die heutige ZHB, so dass der Zonenplan angepasst werden müsste. Für viele, auch für den Stadtrat, wäre ein solch grosser Bau beim Vögeligärtli aber eine städtebauliche Sünde.

Fraglich ist, ob die ZHB überhaupt abgerissen werden darf. Das Verfahren zur Unterschutzstellung des Gebäudes, das als bedeutenden öffentlichen Profanbau der Spätmoderne eingestuft wird, ist hängig.

Mehrere Hürden

Zur Realisierung müssen somit mehrere Hürden genommen werden: Die ZHB darf nicht unter Schutz gestellt werden, die Zonenplanänderung muss von der Stadt Luzern (allenfalls in einer Volksabstimmung) genehmigt werden, und die kantonalen Stimmberechtigten müssen dem Kredit für den Neubau zustimmen. Nach heutigem Kenntnisstand dürfte sich dieser auf rund 80 Millionen Franken belaufen.

Als erstes wird 2014 einen offenen Planungswettbewerb durchgeführt. Damit will der Regierungsrat erreichen, dass das Projekt städtebaulich und architektonisch überzeugt - eine Grundvoraussetzung dafür, dass der Bau realisiert werden kann.

2015 sollen die Umzonung und die Anpassung der Baulinien vollzogen werden. Dann wird definitv entschieden, ob die ZHB unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Die Bauvorlage wird frühestens in der zweiten Hälfte 2017 dem Kantonsparlament vorgelegt.

(sda)