LUZERN: ZHB: Planungsvorlage zurückgewiesen

Die Zukunft der Luzerner Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) ist weiter ungewiss. Der Kantonsrat hat am Montag eine Planungsvorlage mit 69 zu 39 Stimmen an den Regierungsrat zurückgewiesen und eine Neuauflage verlangt.

Drucken
Teilen
Bleibt ein Zankapfel: Die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern. (Bild: Neue LZ / Archiv)

Bleibt ein Zankapfel: Die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern. (Bild: Neue LZ / Archiv)

Der Kantonsrat hatte im November 2012 per Motion beschlossen, dass die 1951 realisierte Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) beim Vögeligärtli abgerissen und durch einen Neubau, in dem auch das Kantonsgericht unterzubringen sei, ersetzt werden solle. Zwei Jahre zuvor hatte er sich noch für eine Sanierung des Baus ausgesprochen.

Vor allem in der Stadt formierte sich Widerstand gegen die Neubaupläne. Ein Neubau mit Bibliothek und Gericht wäre bedeutend grösser als die heutige ZHB, sodass der Zonenplan angepasst werden müsste. Für viele, auch für den Stadtrat, wäre ein solch grosser Bau beim Vögeligärtli aber eine städtebauliche Sünde. Fraglich ist zudem, ob die ZHB überhaupt abgerissen werden darf. Das Verfahren zur Unterschutzstellung des Gebäudes ist hängig.

Die Kantonsregierung hatte nach dem Beschluss des Kantonsrates für einen kombinierten Bibliotheks-Gerichtsbau eine Botschaft für einen Planungskredit von 4 Millionen Franken ausgearbeitet. 2014 hätte nach den Plänen der Regierung ein offener Planungswettbewerb durchgeführt werden sollen.

Keine Unterstützung vom Parlament

Unterstützung erhielt die Regierung am Montag im Parlament aber keine. Die vorberatende Kommission beantragte Ablehnung. Sie glaube nicht mehr an eine rasche Realisierung des Vorhabens, sagte Kommissionssprecher Markus Odermatt (CVP). Ein Nein kam auch von SP und Grünen, weil sie gegen einen Abriss des ZHB-Gebäudes sind. Auch die GLP sprach sich dafür aus, dass ein Schlussstrich unter das Neubauprojekt gezogen werde.

SVP, CVP und FDP votierten dagegen für Rückweisung, dies in der Hoffnung, dass bei einer Überarbeitung der Planungsvorlage ein günstigeres Projekt resultiert und der Widerstand gegen einen ZHB-Abriss abgebaut werden kann. So forderte die FDP ein neues Raumprogramm für die ZHB und die Prüfung von Alternativstandorten. Die CVP will die offenen Fragen geklärt haben. Mit einer Rückweisung will die SVP Zeit gewinnen, damit die Kantonsratsfraktionen mit denen des Stadtparlamentes Kontakt aufnehmen und eine Lösung finden könnten.

Gegen eine Rückweisung war Luzerns Stadtpräsident Stefan Roth (CVP). Es gelte jetzt, Flagge zu zeigen, sagte er. Die ZHB sei zu wichtig, um zum Spielball der Politik zu werden. Er forderte, dass die Arbeiten am Neubauprojekt beendet würden.

Regierungsrat Marcel Schwerzmann forderte vom Parlament ebenfalls Klarheit. Der Kantonsrat müsse der Regierung den Auftrag erteilen, die ZHB zu sanieren oder ein neues Gebäude für die Bibliothek und das Kantonsgericht zu planen. Eine Rückweisung bringe keine neuen Erkenntnisse. Ein billigeres Projekt sei nicht möglich.

sda