LUZERN: ZHB-Sanierung wird 1,8 Millionen Franken teurer

Wegen den finanziell und politisch motivierten Verzögerungen hat sich die Sanierung der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) in Luzern um fast zehn Prozent verteuert. Der Regierungsrat hat am Montag das aktualisierte Sanierungsprojekt vorgelegt.

Drucken
Teilen
Ein Blick in den Innenhof der Zentral- und Hochschulbibliothek. (Archivbild Pius Amrein)

Ein Blick in den Innenhof der Zentral- und Hochschulbibliothek. (Archivbild Pius Amrein)

Damit wird die Erneuerung des 1951 eröffneten Baus auf 20,7 Millionen Franken veranschlagt. Das im Juni 2010 vom Kantonsrat gutgeheissene ursprüngliche Projekt war von 18,9 Millionen Franken ausgegangen.

Die Planung des vor über fünf Jahren beschlossenen Projekts war aus finanziellen Gründen gestoppt und dann vom Kantonsparlament abgebrochen worden. Gefordert wurde statt einer Sanierung ein Abriss des Gebäudes und ein grösserer Neubau, in dem auch das Kantonsgericht zu integrieren sei.

Die Stadt und Denkmalpfleger wehrten sich gegen den Abriss des von Otto Dreyer konzipierten Baus, der mit der Lukaskirche und dem Park Vögeligärtli ein städetbauliches Ensemble bilde. 2014 hiessen die Stimmberechtigten der Stadt eine Initiative gut, die den Abriss des Gebäudes verunmöglichte. 2015 wurde es unter Denkmalschutz gestellt.

Grosse Freihandbibliothek

Der Kantonsrat beauftragte aufgrund der neuen Ausgangslage im Januar 2015 den Regierungsrat, die Sanierung unverzüglich wieder an die Hand zu nehmen. Nun hat der Regierungsrat das aktualisierte Projekt, das vom Kantonsrat im Januar 2016 behandelt werden dürfte, verabschiedet.

Der knapp 65 Jahre alte Bau hat gemäss der regierungsrätlichen Botschaft Witterungsschäden und Abnutzungserscheinungen. Der Brandschutz, der Personenschutz und der Erdbebenschutz sind ungenügend, die sanitären und elektrischen Installationen nicht mehr zeitgemäss.

Die Bibliothek soll betrieblich den heutigen Bedürfnissen angepasst werden. Sie wird künftig als grosse Freihandbibliothek mit über 80'000 Büchern den Leserinnen und Lesern zur Verfügung stehen. Das lokale Büchermagazin wird aufgegeben, die Bände werden neu in einem Aussenlager in Büron aufbewahrt.

Sonnenkollektoren vorgesehen

Weil die Tragkonstruktion des Magazintraktes die Normen nicht mehr erfüllt, wird für den Freihandbibliothek in der alten Gebäudehülle ein Neubau realisiert. Das sanierte Gebäude soll den Minergie-Standard erfüllen; eine Fotovoltaikanlage ist vorgesehen.

Für die Mehrkosten gegenüber dem ersten Projekt führt der Regierungsrat verschiedene Gründe an. Dazu gehören, dass sich im Verlauf der Jahre der Sanierungsaufwand vergrössert hat (560'000 Franken), es neue Brandschutzvorschriften gibt (390'000 Franken) oder zusätzliche Gruppenräume geplant werden (140'000 Franken).

Mehraufwendungen gibt es auch bei der Beleuchtung (130'000 Franken), der Beschallung (120'000 Franken), der Behindertenzugänglichkeit (60'000 Franken), bei den Ingenieurleistungen (150'000 Franken) oder den Bewilligungen (50'000 Franken). Dazu kommen weitere Posten.

Die Teuerung seit 2010 wird auf 330'000 Franken beziffert. Billiger fallen einzig die Provisorien aus (-370'000 Franken), dies weil die Sanierung neu unter Betrieb in zwei Etappen erfolgen soll. Eröffnet werden soll die sanierte ZHB im Sommer 2019. (sda)