LUZERN: Zu heiss in der Uni – Kühlung erst ab 2015

In Hörsälen, Seminarräumen und im Lesesaal im Hauptgebäudes der Uni Luzern herrschten zeitweise Temperaturen über 30 Grad. Nun soll in der Uni eine Kühlung in der Höhe von 5,8 Millionen Franken eingebaut werden.

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In der Bibliothek in der Uni Luzern ist es oft zu warm. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

In der Bibliothek in der Uni Luzern ist es oft zu warm. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Hohe Temperaturen führen schnell zu Ermüdung und verminderter Konzentration von Studenten und Dozenten, wie es in der von der Luzerner Regierung am Montag veröffentlichten Botschaft heisst.

Die bestehende mechanische Lüftung soll deshalb nachgerüstet werden. Das Projekt sieht zudem unter den drei grossen Hörsälen neue Lüftungsgeräte vor. Damit sollen die Temperaturen in den Räumen auch bei Vollbelegung künftig nicht über 26 Grad steigen, wie es in der Botschaft weiter heisst.

Erst muss der Kantonsrat über das Projekt befinden. Die Vorbereitungen und die Bauarbeiten dauern gemäss Regierung jeweils ein Jahr. In Betrieb gehen soll die neue Kühlung im Sommer 2015. Der Betrieb kostet Universität und Pädagogische Hochschule als Mieter jährlich 750'000 Franken.

Regierung und Parlament verzichteten 2006 bei der Planung des auf 144 Millionen Franken veranschlagten Uni-Neubaus neben dem Bahnhof Luzern auf eine Kühlung. Die Anlagen seien auf das hygienisch notwendige Minimum hin ausgelegt worden, schreibt die Regierung.

In der Immobilienstrategie des Kantons von 2010 sei zudem festgehalten, dass kantonale Gebäude ohne Kühlung gebaut werden sollen, heisst es in der Botschaft weiter. Trotzdem tätigte die Regierung Vorinvestitionen, die den nachträglichen Einbau einer Kühlung ermöglichen sollten.

Feuerwehr musste bei der Eröffnung kühlen

Bereits bei der Eröffnung des Neubaus Anfang September 2011 gab es Probleme. Am Tag der offenen Tür wurde die Feuerwehr aufgeboten, um das Gebäude mit Hochleistungslüftern zu kühlen. Im darauffolgenden Sommer erreichten die Temperaturen in mehreren Büros bereits am frühen Morgen 29 Grad und stiegen tagsüber bis 31 Grad.

Mit den bisherigen Massnahmen wie dem Einbau von Kippfenstern, der Wärmedämmung durch Beschattung der Dachfenster und neuen Oberlichtern hätte das Problem nicht umfassend behoben werden können, schreibt Regierung. Die Kosten für diese Anpassungen veranschlagt die Regierung auf rund 700'000 Franken.

Das Volk genehmigte 2006 den Kauf und den Umbau des ehemaligen Postbetriebsgebäudes neben dem Bahnhof für die Universität und die Pädagogische Hochschule für rund 144 Millionen Franken. Gemäss provisorischer Bauabrechnung sei der Kredit um rund 12 Mio. Franken unterschritten worden, schreibt die Regierung. (sda)