LUZERN: Zu viele Schadstoffe: Zimmereggbad bleibt zu

Im Zimmereggbad ist eine zu hohe Konzentration an giftigen Chlorverbindungen, sogenannte Polychlorierte Biphenyle (PCB), festgestellt worden. Aus diesem Grund hat der Stadtrat entschieden, das Zimmereggbad dieses Jahr nicht in Betrieb zu nehmen.

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Die Zimmereggbadi öffnet in diesem Sommer nicht. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Zimmereggbadi öffnet in diesem Sommer nicht. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Bereits 2008 haben Untersuchungen im Zimmereggbad gezeigt, dass einzelne Becken und deren Umgebung mit Polychlorierte Biphenyle (PCB) belastet sind. PCB sind giftige Chlorverbindungen, die unter anderem in Lacken, Farben, Kunststoffen und Kittfugen vorkommen. Seit 1986 sind PCB wegen ihrer schädlichen Eigenschaften für Mensch und Umwelt in der Schweiz verboten. Die Genossenschaft Schwimmbad Littau-Reussbühl hat 2008 entsprechende Sanierungsmassnahmen durchgeführt. 2013 hat die Stadt Luzern das Zimmereggbad von der Genossenschaft übernommen und es der Hallenbad Luzern AG zum Betrieb übergeben.

Neue Messungen im März 2014 haben nun gezeigt, dass die PCB-Belastung umfangreicher ist als ursprünglich angenommen. Zum Teil würden die geltenden Grenzwerte überschritten, heisst es in einer Medienmitteilung der Stadt Luzern vom Dienstag. Die Substanzen wurden in den abblätternden Farbanstrichen der Becken nachgewiesen. Durch Verwitterungsprozesse sind sie auch in den Boden rund um die Becken gelangt.

Keine Gefährdung für Badende

Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit besteht für Badende keine Gefährdung, da PCB nicht wasserlöslich sind. Eine Gefährdung ist aber nicht ausgeschlossen, wenn belasteter Boden und Farbpartikel eingenommen werden. Die Aufnahme von grösseren Mengen kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen.

Neben der PCB-Sanierung stehen weitere umfangreiche bauliche Sanierungsarbeiten bei den Becken, der Wasseraufbereitung, den Garderoben und den Duschen an. So ist beispielsweise der Wasserverbrauch des Schwimmbades in den letzten Jahren von 25‘000 auf 42‘000 Kubikmeter angestiegen, was nur durch undichte Stellen im Leitungssystem und bei den Becken erklärt werden kann.

Umfassende Sanierung dringend notwendig

Trotz guter Betreuung und Wartung der Badewasseraufbereitungsanlage ist die Nutzungsdauer überschritten, die Umwälzleistung liegt zum Teil noch bei 40 Prozent und Ersatzteile sind kaum mehr erhältlich. Auch die Elektroeinrichtungen und die sanitären Anlagen sind veraltet. Der Stadtrat hat deshalb entschieden, das Zimmereggbad dieses Jahr nicht in Betrieb zu nehmen.

Geprüft wurde auch eine Teilöffnung des Bades. Die Zeit bis zur Saisoneröffnung hätte allerdings nicht gereicht, um alle mit PCB belasteten Bereiche ausreichend zu sanieren. Das Nichtschwimmer- und das Kinderplanschbecken wären für den Badebetrieb nicht zur Verfügung gestanden. Deshalb hat der Stadtrat eine Teilöffnung mangels Attraktivität als Familienbad verworfen.

Zimmereggbad vor ungewisser Zukunft

Der Stadtrat wird nun Abklärungen über den Sanierungsbedarf hinsichtlich des PCB wie auch der technischen und baulichen Anlagen in Auftrag geben und bis im Herbst 2014 prüfen, wie das Bad wieder in Betrieb genommen werden kann. Eine komplette Sanierung ist zeitaufwendig und verursacht hohe Kosten. Der Stadtrat geht zum jetzigen Zeitpunkt von Gesamtinvestitionen zwischen 7 und 10 Millionen aus, um das Zimmereggbad in den nächsten rund zehn Jahren weiterbetreiben zu können. Der Stadtrat werde alles daran setzen, Lösungen zu erarbeiten, die eine Wiedereröffnung des vor allem von Familien geschätzten Zimmereggbades ermöglichen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Hallenbad Luzern AG betreibt das Waldschwimmbad Zimmeregg seit der Saison 2013 im Auftrag der Stadt Luzern. Nach dem Entscheid des Stadtrates, wurden die laufenden Saisonvorbereitungen abgebrochen und die Belegschaft und der Restaurantpächter darüber informiert, dass das Bad in der Saison 2014 nicht geöffnet wird. Die Hallenbad AG Luzern ist daran, gute und faire Lösungen für die sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zimmereggbad und eine einvernehmliche Lösung mit dem Pächter des Restaurants zu erarbeiten.

pd/zim