Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Luzern-Zürich gibt es neu zum Tiefstpreis mit dem Bus – dafür nur drei Kurse täglich

Drei Mal täglich von Luzern nach Zürich und umgekehrt: «Eurobus Swiss-Express» bietet ab dem Fahrplanwechsel eine neue Direktverbindung an. Die Abfahrtszeiten sind für die meisten Pendler allerdings wenig interessant.
Roman Hodel
Mit solchen neuen Doppelstock-Bussen geht's ab Sonntag von Luzern nach Zürich – und umgekehrt. (Bild: PD)

Mit solchen neuen Doppelstock-Bussen geht's ab Sonntag von Luzern nach Zürich – und umgekehrt. (Bild: PD)

Es klingt verlockend: Von Luzern nach Zürich ohne Halt im komfortablen Bus. Und das sehr günstig, wie folgendes Preisbeispiel für nächste Woche zeigt: Die Busfahrt gibts schon ab fünf Franken mit Halbtax oder 7.50 ohne. Ein reguläres SBB-Ticket für die gleiche Strecke kostet 12.50 beziehungsweise 25 Franken – je nach Zug gibt es tagsüber aber auch Sparbillette ab 5.80 mit Halbtax.

Das günstige Ticket in Ehren, die Busfahrt dauert dafür länger: Mit einer Stunde rechnen die Verantwortlichen laut einer Medienmitteilung von «Eurobus Swiss-Express». Die SBB benötigen für die gleiche Strecke 46 Minuten. Und der Takt ist bescheiden: Gerade mal drei Verbindungen in jede Richtung wird es ab Sonntag, 9. Dezember, geben. Abfahrt in Luzern ist um 8.15, 15.20 und 18.10 Uhr. Abfahrt in Zürich ist um 7, 9.40 und 14 Uhr. Für die meisten Pendler ist das kaum interessant.

«Wir können und wollen nicht die gleiche Frequenz wie die SBB anbieten und sprechen bewusst eine bestimmte Zielgruppe an», sagt Roger Müri, Geschäftsführer von «Eurobus Swiss-Express». «Für alle, die nur gelegentlich den ÖV benützen, sind unsere Preise unschlagbar.» Im Visier habe man einerseits Touristen, andererseits preissensible junge Leute und Senioren, die einen Tagesausflug machen wollten und Zeit hätten. Vor allem letzteres ist von Vorteil, denn gerade im Morgen- und Abendverkehr dürfte die einstündige Fahrzeit ein Wunschtraum bleiben – die Carparkplätze Luzern-Inseli und Zürich-Sihlquai befinden sich mitten in der Innenstadt. «Das stimmt, wir haben deshalb genügend Puffer bei Abfahrts- und Ankunftszeiten einberechnet», so Müri.

Auslastung von 50 Prozent als Ziel

Für Müri ist neben der Fahrzeit und natürlich dem tiefen Preis sowieso noch etwas anderes entscheidend: «Ab Dezember fährt man bei uns komfortabel in nigelnagelneuen 70-plätzigen Doppelstockbussen.» Er erwähnt den Sitzabstand mit genügend Beinfreiheit, die ruhige Fahrweise, Gratis-WLAN und die geräumige, weil behindertengerechte Toilette. «Da können sie mit gutem Gewissen aufs WC.» Mittelfristig rechnet Müri auf der neuen Direktverbindung mit einer Auslastung von 50 Prozent. Dies nicht zuletzt dank Umsteige-Touristen von Fernbuslinien aus dem Ausland – «Eurobus Swiss-Express» arbeitet in einer Vertriebskooperation mit Flixbus zusammen.

Das Eurobus-Streckennetz ab Sonntag, 9. Dezember 2018.

Das Eurobus-Streckennetz ab Sonntag, 9. Dezember 2018.

Bei den SBB sieht man dem neuen Angebot entspannt entgegen. Mediensprecher Daniele Pallecchi verweist auf die Einschätzung der SBB über die Öffnung des internationalen Bahnverkehrs vom November 2017. Darin heisst es unter anderem: «Wir sehen Fernbusse als Ergänzungen in der Mobilitätskette, wie viele andere Mobilitätsträger auch.» Wichtig sei, dass für alle Anbieter gleiche lange Spiesse gelten. «Wenn ein Anbieter Rosinen herauspickt, indem nur profitable Leistungen und für gewisse Linien Billigstpreise angeboten werden, wird am Prinzip der Solidarität der Tarifsysteme im öV Schweiz gerüttelt», heisst es in der Einschätzung weiter. An dieser Haltung hat sich laut Pallecchi grundsätzlich nichts geändert.

Bereits seit Juni sind die Eurobus-Verbindungen über die SBB-App und -Webseite abrufbar. Ab kommendem Sonntag kann man über diese Kanäle dann auch Eurobus-Tickets kaufen.

Streckennetz wird nach nur sechs Monaten angepasst

Schweizweit gesehen sind die Fernbuslinien von «Eurobus Swiss-Express», die erst am 10. Juni eingeführt wurden, ein Nischenprodukt. Wie hoch die Auslastung auf den bestehenden Linien ist, will Roger Müri, Geschäftsführer von «Eurobus Swiss-Express», nicht sagen. Im vergangenen Sommer gab er an, dass die Auslastung auf manchen Strecken aber gerade mal 5 bis 10 Prozent beträgt. Deshalb wird auf den Fahrplanwechsel hin das Angebot angepasst. So bedient «Eurobus Swiss-Express» die Teilstrecken Chur-Zürich und Martigny-Sion ab Sonntag nicht mehr. Dafür baut man die Frequenz auf den Linien Zürich-Bern-Fribourg und Zürich-Basel aus. Hinzu kommt die neue Linie Luzern-Zürich (siehe Haupttext). In Arbeit sind zudem Nacht- und Frühverbindungen zu und von den Flughäfen. Sie sollen nächstes Jahr eingeführt werden.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat den Anpassungswünschen des ersten Fernbus-Anbieters innerhalb der Schweiz stattgegeben. Das BAV hatte in seiner Strategie 2030 beschlossen, dass der öffentliche Personenverkehr verstärkt privatisiert werden soll. Dabei sollen private Buslinien das bestehende Angebot des öffentlichen Verkehrs ergänzen und in das öV-System eingebunden werden.

Der Eurobus gehört zur Knecht-Gruppe und ist laut Mitteilung das grösste private Busunternehmen der Schweiz. 2017 erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 500 Mitarbeitenden einen Umsatz von 125 Millionen Franken. Die Flotte besteht aus insgesamt 260 Mini-, Linien- und Reisebussen. (hor/sda)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.