LUZERN / ZUG: Teenager: Mutprobe mit gefährlichen Folgen

Ein heikler Trend verbreitet sich in unserer Region: Junge versenden sich gegenseitig Nacktfotos. Die Missbrauchsgefahr ist akut.

Rahel Schnüriger
Drucken
Teilen
Ohne gehts heute fast nicht mehr: Jugendliche und ihre Smartphones. (Symboldbild) (Bild: Keystone)

Ohne gehts heute fast nicht mehr: Jugendliche und ihre Smartphones. (Symboldbild) (Bild: Keystone)

Ein neues Jugendphänomen hat die Zentralschweiz erreicht: Immer wieder verschicken sich Jugendliche gegenseitig persönliche Nacktaufnahmen per Handy. «Sexting» nennt sich dieser Trend, der sich in unserer Region in der jüngeren Vergangenheit «wie eine Lawine ausgebreitet hat» und mittlerweile praktisch zum normalen Umgang unter jungen Leuten gehört, wie Brigitte Knüsel, Leiterin der Opferberatungsstelle Luzern, auf Anfrage erklärt. Die Jugendlichen, die Sexting betreiben, sind in der Regel zwischen 13 und 15 Jahre alt. Oftmals handle es sich beim Versenden der Nacktbilder um eine Art Mutprobe. Das spezielle Hobby kann jedoch gefährliche Folgen haben: Dann nämlich, wenn die Bilder eines Knaben oder eines Mädchens von anderen Jugendlichen böswillig weiterverschickt oder ins Internet gestellt werden. Der Druck auf die betroffenen Jugendlichen ist in solchen Fällen massiv und kann im Extremfall sogar zu Suizidversuchen führen.

Fälle in Luzern und Zug

Auch aus rechtlicher Sicht ist das Weiterschicken der Bilder heikel. Bei unter 16-Jährigen können die Aufnahmen als kinderpornografisches Material definiert werden. Die Luzerner Jugend­anwaltschaft hatte bereits mit rund einem Dutzend «Sexting»-Fälle zu tun. Auch die Behörden des Kantons Zug waren schon mit «Sexting» konfrontiert.

Die Luzerner Sexualpädagogin Esther Imfeld geht davon aus, dass die Zunahme der «Sexting»-Fälle unter anderem auf die immer stärkere Verbreitung von Smartphones zurückzuführen ist.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.