LUZERN: Zwangsräumung: Frau bricht zusammen und stirbt

Es hat die Miete nicht mehr bezahlt und war mit dem Haushalt überfordert: Ein altes Ehepaar musste vor zwei Wochen seine Wohnung in der Stadt Luzern verlassen. Für den Mann endete die Zwangsräumung im Heim – für die Frau auf dem Friedhof.

Red
Drucken
Teilen
Hier, mitten in der Luzerner Innenstadt, kam es zur verhängnisvollen Wohnungsräumung. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)

Hier, mitten in der Luzerner Innenstadt, kam es zur verhängnisvollen Wohnungsräumung. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)

Monatelang hatten sie gehofft, doch noch in ihrer Wohnung in der Luzerner Innenstadt bleiben zu können. Doch der Vermieter eines Luzerner Rentner-Paars sah nach etlichen Reklamationen aus der Nachbarschaft und ausstehender Mietzinse keine andere Möglichkeit mehr, als die Wohnung per Gerichtsentscheid räumen zu lassen – begleitet von der Luzerner Polizei.

Für die knapp 80-jährige Frau zu viel: Als sie am Tag vor der Wohnungsräumung am Telefon noch einmal verzweifelt auf einen Polizeibeamten einredet, bricht sie zusammen. Kurz darauf verstirbt sie im Spital. Ihr Mann, auch nicht mehr bei bester Gesundheit, wird daraufhin in ein Alters- und Pflegeheim eingewiesen.

Mehrere Zwangsräumungen pro Jahr

Ein ähnlich dramatischer Fall einer Wohnungsräumung ist in Luzern nicht bekannt. Durchaus regelmässig aber kommt es vor, dass Mieter per Gerichtsentscheid ihre Wohnung verlassen müssen. Beim Luzerner Hauseigentümerverband spricht man von zwei bis drei Zwangsräumungen pro Jahr.