Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Zwei Brüder in ihrem Element

Seit fünf Jahren gibt es die gemeinnützige Organisation Wasser für Wasser. Sie will die Sinne für das kostbare Gut schärfen und zeigt, wie mit Hahnenwasser geholfen werden kann.
Sandra Monika Ziegler
Die Brüder Morris (links) und Lior Etter, Initianten von Wasser für Wasser, im Weinmarktbrunnen. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 4. Juli 2017))

Die Brüder Morris (links) und Lior Etter, Initianten von Wasser für Wasser, im Weinmarktbrunnen. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 4. Juli 2017))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Anders als an anderen Orten auf der Welt, haben in der Stadt Luzern alle Zugang zu Trinkwasser. Wenn mal nicht aus dem eigenen Hahnen, dann aus über 200 Brunnen in der Stadt. «Wir haben Wasser von bester Qualität», sagt Morris Etter, der im Jahr 2012 zusammen mit seinem Bruder Lior die Luzerner Non-Profit-Organisation Wasser für Wasser (WFW) gegründet hat. Diese feiert nun ihr fünfjähriges Bestehen. Bereits seit fünf Jahren fördern die Brüder zusammen mit ihrem Team somit den Konsum von Leitungswasser in der Schweiz und setzen den Erlös für Projekte in Sambia ein. Bisher sind an die 400 Betriebe in 18 Kantonen beteiligt.

Ihr jüngstes Projekt umfasste die Auflistung der zahlreichen Brunnen in der Stadt Luzern. Dazu haben sie in Zusammenarbeit mit den Stadtbehörden, der städtischen Energieversorgerin EWL sowie Luzern Tourismus die Homepage www.lucernewater.ch erstellt. Mit einem Klick gibt der digitale Brunnenführer Auskunft über Standort, Geschichte und Wasserqualität des ausgewählten Brunnens (Aus­gabe vom 13. Juni). Seit der Aufschaltung wurde die Seite bereits knapp 10000 Mal angeklickt.

Alle paar Meter hat es Gratis-Trinkwasser

Mit ihrem Guide wollen die Brüder nicht nur möglichst viele der rund 1, 5 Millionen Touristen, die jährlich in die Stadt kommen, ansprechen, sondern auch Luzernerinnen und Luzerner. «Wir wollen das Bewusstsein fördern, dass wir alle paar Meter Wasser von bester Qualität und erst noch gratis haben», so Moris Etter. «Die Qualität wird streng von der EWL kontrolliert – und sogar unbehandeltes Seewasser weist eine hervorragende Qualität auf.» Die vielbefürchteten Rückstände im Wasser – etwa von Medikamenten – seien derart gering, dass ein Mensch während 700 Jahren täglich zwei Liter Seewasser trinken müsste, um eine einzige Kopfwehtablette aufzunehmen, so Etter. Die Aufbereitung im Seewasserwerk minimiere diese Rückstände noch einmal erheblich.

Anstatt also am Kiosk ein Getränk zu kaufen, solle man die eigene Flasche am Brunnen auffüllen. Das sei nicht nur gesund, sondern vor allem ökologisch. Damit sprechen die Etters den ihrer Ansicht nach «sinnlosen» Transport von Mineralwasser an – wo doch das «blaue Gold» direkt vor der Haustüre sei.

Auch bei Schülern will die Organisation vermehrt das Bewusstsein für Hahnenwasser fördern. Mit diversen Schulen hat sie dazu bereits ein Modul geschaffen, weitere sind in Planung. «Damit können Thementage realisiert oder weitere Projekte angestossen werden», sagt Lior Etter. Bei den Kindern sei wichtig, dass sie verstehen, woher das Wasser kommt, wie genial unser Wasserversorgungssystem aufgebaut ist und welche Komplexität es hat. «Dass wir praktisch überall Wasser aus dem Hahnen trinken können, ist keine Selbstverständlichkeit. Dieses kostbare Gut müssen wir bewusst schützen», betont Morris Etter und fügt an: «Bereits im Jahr 1875 wurde für rund 1,75 Millionen Franken vom Eigenthal über Kriens ein Wassersystem in die Stadt gebaut. Ein für damals gigantischer Betrag – und ein nachhaltiges Bauwerk dazu.»

Mit ihrem Engagement wollen die Brüder auch das Verständnis für die Entwicklung von Wasserprojekten in Afrika vorantreiben. Morris Etter: «Sprechen wir zum Beispiel über Sambia, dann wird uns oft gesagt: ‹Interessant, ihr unterstützt dort den Bau einer Wasserstelle!›. Das ist aber eine Verniedlichung.» Denn es gehe um den Aufbau einer städtischen Wasserversorgung. Solch ein Projekt sei um einiges komplizierter, als man es sich vorstellt, führt Moris Etter aus. «Da arbeiten vor Ort Ingenieure, Planer und die Gesellschaft eng zusammen.»

Wasser für Wasser hat für das Sambiaprojekt schweizweit Gastrobetriebe mit an Bord. Allein in der Stadt Luzern sind es an die 50 Restaurants, die Leitungswasser für WfW verkaufen. Die Spenden aus der Gastronomie fliessen laut der Organisation zu 100 Prozent in die Projektarbeit für Sambia.

Hinweis

Mehr Infos: www.lucernewater.ch und www.wasserfuerwasser.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.