LUZERN: Zweifel an Unabhängigkeit des Experten

Der Berner alt Oberrichter Jürg Sollberger soll die Vorwürfe an die Spitze der Luzerner Polizei klären. Der 73-Jährige ist mit Luzern jedoch eng verbandelt.

Lukas Nussbaumer
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Der Sohn des Experten hat Kontakt zur Luzerner Polizei (Symbolbild). (Bild: Pius Amrein  / Neue LZ)

Der Sohn des Experten hat Kontakt zur Luzerner Polizei (Symbolbild). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Jurist Jürg Sollberger geniesst in Fachkreisen einen guten Ruf. Darauf gestützt, hat ihn Justiz- und Sicherheitsdirektorin Yvonne Schärli beauftragt, die massiven Vorwürfe an die Führung der Luzerner Polizei und insbesondere an Kommandant Beat Hensler zu untersuchen. Sollberger sei unabhängig und bestens geeignet, sagte Schärli am Donnerstagabend.

Sohn ist Berner Kripo-Chef

Mit der Unabhängigkeit des ehemaligen Oberrichters ist es gemäss Recherchen der «Neuen Luzerner Zeitung» allerdings nicht weit her. Thomas Sollberger, der Sohn des von Schärli bestimmten Untersuchers, ist nämlich Kripochef der Kantonspolizei Bern. Als solcher trifft er sich regelmässig mit Daniel Bussmann, dem Luzerner Kripochef und Stellvertreter von Beat Hensler. Dazu kommt: Jürg Sollberger pflegt weitere Kontakte nach Luzern, so mit Staatsanwalt Horst Schmitt.

Schärli ortet keine Probleme

Sowohl Jürg Sollberger als auch Yvonne Schärli erachten diese Konstellation als unproblematisch. Sollberger sagt, er habe mit seinem Sohn über das Mandat in Luzern gesprochen. Dieser habe ihm versichert, er habe mit Bussmann nur beruflich zu tun. Schärli argumentiert, es sei aufgrund der hohen Vernetzung von Personen in der Strafjustiz und im Polizeiwesen möglich, dass man Akteure kenne.