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LUZERN/BAAR: «Rokoko Café» im Schlössli Utenberg soll im Frühjahr 2018 eröffnen

Nun ist klar, wer die neuen Baurechtsnehmer sind: ein Luzerner Ehepaar. Es will bei der Gastronomie Abstriche machen, dafür bei der Kultur zulegen. Im zweiten Stock wird die Baarer Treuhandfirma Gramoba AG einziehen.
Im Restaurant Schlössli Utenberg werden zur Zeit keine Gäste bedient. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 24. April 2017))

Im Restaurant Schlössli Utenberg werden zur Zeit keine Gäste bedient. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 24. April 2017))

Sandra Monika Ziegler

Es ging ein Aufschrei durch die Luzerner Kulturszene, als bekannt wurde, dass eine Beratungsfirma aus dem Kanton Zug den Baurechtsvertrag des Schlösslis Utenberg übernehmen soll. Die Angst, dass damit der kulturelle Aspekt dieses Ortes hinter den firmeneigenen Interessen stehen könnte, war gross (Ausgabe vom 28. August 2017).

Nachdem die Baurechtsnehmerin, die Cresta Hotels Davos AG, sich in Nachlassstundung befindet, musste sie ihre Wertteile verkaufen. Zu diesen gehört auch das Schlössli Utenberg. Gestern wurde nun dessen Käuferin bekannt. Es ist die Firma Rokoko AG, die eine Tochtergesellschaft der Gramoba AG ist. Diese ist seit rund 30 Jahren als KMU-Beratungsfirma in Baar tätig.

Diese Lösung passt offensichtlich auch dem Luzerner Stadtrat, der die Bewilligung bei Bedenken hätte verweigern können. An einer kürzlichen Sitzung stimmte er dem Verkauf zu. Damit das Geschäft definitiv abgewickelt werden kann, braucht es noch die Zustimmung des Regionalgerichts Davos/Prättigau.

Ein Wohlfühlort im Naherholungsgebiet

Die Tochtergesellschaft Rokoko AG wurde eigens für das Schlössli Utenberg gegründet. Deren Aktienkapital beträgt 100 000 Franken. Die Köpfe hinter der Firma sind die gleichen wie bei der Gramoba AG: das Luzerner Ehepaar Daniel und Hilli Widmer sowie deren Neffe Michael Widmer.

Zu den Plänen äussert sich Verwaltungsratspräsident Daniel Widmer: «Im gastronomischen Angebot stehen Kaffee und Kuchen oder Wein und Brotzeit.» Spitzengastronomie finde nicht mehr statt auf dem Utenberg, wie Widmer betont: «Dass das nicht funktioniert, hat die Vergangenheit gezeigt.» Und punkto Öffnungszeiten werden sie abends ein wenig über die Büroöffnungszeiten hinaus geöffnet haben. Das Rokoko-Café wird ein Ganzjahresbetrieb. Dafür werden zwei Personen in Teilzeit angestellt und für spezielle Anlässe und Events diverse Caterer zugezogen.

Doch zuerst werde das Gebäude in die Zeit des Rokoko rücksaniert – daher auch der Name des Cafés. «Dies machen wir mit Spezialisten. Es müssen die Böden, die Fassade, die Treppen wie auch die WC-Anlagen saniert werden. Wir rechnen mit Kosten von 200 000 Franken», so Daniel Widmer. Gestartet werden soll mit den Bauarbeiten im nächsten Frühjahr.

Das erste Geschoss soll für Familien- und Firmenfeiern genutzt werden können, im zweiten Stock wird die Gramoba AG die bereits bestehenden Büros belegen. «Wir verlegen den Firmensitz und acht Arbeitsplätze von Baar nach Luzern, das wollte ich schon immer.» Widmer sagt von sich, dass er durch und durch Luzerner sei. Zu den Bedenken aus der Kulturszene meint er: «Das hat mich geärgert – nicht wegen der Kritik, sondern weil ich ja nichts dazu sagen durfte. Ich bin froh, dass wir jetzt an die Öffentlichkeit können.» Sie würden «sehr gut zur Kultur schauen», verspricht Daniel Widmer.

So sollen diverse Kunst- und Kulturveranstaltungen im Schlössli stattfinden und eine Zusammenarbeit mit Kulturanlässen in und um Luzern gepflegt werden. Verantwortlich dafür sind Eva-Maria Hahnemann und Esther Bolkart-Scheidegger. «Beides sind erfahrene Kulturveranstalterinnen und haben im Schlössli Utenberg auch bereits mehrere Anlässe organisiert.» Detaillierter Auskunft über ihr Konzept will die Rokoko AG zu einem späteren Zeitpunkt geben. Dann nämlich, wenn das Regionalgericht Davos/Prättigau dem Kauf zustimmt.

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