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Luzerner Agentur lässt an der Berlinale die Bären los – die Berliner sind entzückt

In Berlin wird am Samstag der Goldene Bär für den besten Spielfilm vergeben. Die tierische Plakatierung für das bedeutende Filmfestival verantwortet die Luzerner Werbeagentur Velvet – dieses Jahr sogar mit einer Requisite aus dem Luzerner Theater.
Simon Mathis
Die Luzerner Agentur Velvet hat die tierischen Plakate der 69. Berlinale entworfen. (Bild: EPA/Adam Berry (Berlin, 18. Oktober 2018))

Die Luzerner Agentur Velvet hat die tierischen Plakate der 69. Berlinale entworfen. (Bild: EPA/Adam Berry (Berlin, 18. Oktober 2018))

Zurzeit regieren in Berlin die Bären. Die 69. Internationalen Filmfestspiele sind in vollem Gange, und am Samstag wird der beste Film des Jahres mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Das grösste Publikumsfestival der Welt hat auch Verbindungen zur Stadt Luzern. Denn die Luzerner Werbeagentur Velvet verantwortet den visuellen Auftritt der Berlinale.

(Bilder: PD)(Bilder: PD)
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Die sechs Bären von Velvet

2016 gewann Velvet den internationalen Wettbewerb für die Plakatierung des Festivals, die dem Bundesministerium für Kultur obliegt. «Damals waren wir in Deutschland bereits bekannt», erzählt Wolfgang Möhrle, Projektleiter bei Velvet. «Wir hatten einige der ganz grossen Deutschen Theaterhäuser betreut».

Berlin im Ausnahmezustand

Unter der Leitung von Velvet erhielt die Berlinale ein plastischeres Gesicht. Die Agentur setzte voll auf das Wappentier und Maskottchen von Berlin, den Bären. Auf Plakaten zeigte sie das pelzige Tier, wie es durch die Stadt streift; auf der Weltzeituhr des Alexanderplatzes sitzend, oder eine Säule in der U-Bahn umarmend. Möhrle erzählt:

«Während der Berlinale befindet sich die Stadt im Ausnahmezustand. Die kinoverrückten Berliner stehen von abends bis frühmorgens vor den Ticket-Verkaufsstellen Schlange. Zu diesem Bild passen unsere Bären.»

Die Kampagne sei auch ein Verweis auf die aktuelle Rückeroberung Europas durch den Braunbären – und natürlich auf die goldene Trophäe des Festivals. «Die Idee mag naheliegend sein», sagt Möhrle. «Aber unser Ziel ist es, die Leute mit emotionalen und intelligenten Geschichten anzusprechen.»

Wenn man die Reaktionen der Berliner betrachte, sei das gelungen. Viele würden die Plakate zu Hause aufhängen oder die Spielorte besuchen, um die Bären-Szenen fotografisch nachzustellen. Dieses Jahr habe gar ein japanischer Regisseur die Szenen in seine Heimat übertragen. «Es ist toll, dass unsere Motive so kreativ aufgenommen werden», so Möhrle.

Maske aus dem Luzerner Theater abgestreift

Seit vier Jahren lässt Velvet den Bären in Berlin steppen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn das Luzerner Unternehmen musste sich von Jahr zu Jahr beweisen; es konnte sich auch 2017 und 2018 beim internationalen Wettbewerb durchsetzen. Dieses Jahr ist ein Ausnahmefall. Denn der abtretende Festivaldirektor Dieter Kosslick wünschte sich ausdrücklich, dass Velvet sein letztes Festival begleitet. Kosslick übergibt das Festival nach 18 Jahren in neue Hände. Ende Januar posierte er vor den Luzerner Plakaten:

(Bild: KEYSTONE/DPA/Joerg Carstensen (Berlin, 29. Januar 2019))

(Bild: KEYSTONE/DPA/Joerg Carstensen (Berlin, 29. Januar 2019))

«Zum Abschied von Kosslick lüften wir das Geheimnis der Bären», sagt Möhrle. «Wir zeigen, dass die Tiere nicht etwa dressierte Bären aus dem Ostblock sind, sondern dass Berlinerinnen und Berliner in dem Kostüm stecken.» Auf den diesjährigen Plakaten sieht man Personen, die den Bärenkopf abstreifen. Eine symbolische Geste, da die Bären bisher per Fotomontage nach Berlin verfrachtet wurden. Das Kostüm stammt übrigens aus dem Fundus des Luzerner Theaters.

1000 Arbeitsstunden für die Berlinale

«Wir bespielen für die Berlinale von Jahr zu Jahr rund 100 verschiedene Formate mit sechs bis sieben Motiven», erläutert Möhrle. «Diese reichen von Plakaten, Tickets, Katalogen, Buswerbungen bis hin zu Video-Screens. Die Motive sind in der Stadt omnipräsent und nicht zu übersehen.»

Der Arbeitsaufwand pro Jahr betrage gegen 1000 Arbeitsstunden. Das grösste Projekt der Agentur sei die Berlinale jedoch nicht. «Es gibt andere Aufträge, die längerfristig und aufwendiger sind.» Die Berlinale fordere Velvet vor allem in den letzten drei Monaten des Jahres, danach werde es wieder ruhiger.

Neben Deutschen Theaterhäusern und der Berlinale hat Velvet zahlreiche lokale Auftraggeber. Die Agentur arbeitete in der Vergangenheit unter anderem für das Frauenhaus Luzern, die IG Arbeit, für den Liftbauer Schindler, den FCL und die Hochschule Luzern.

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