LUZERNER ALLMEND: Die Sportarena gibts nur als Gesamtpaket

Alles oder nichts, heisst es bei der geplanten Sportarena Allmend. Luzerns Stadtrat präsentierte am Dienstag das Ergebnis intensiver Verhandlungen mit dem Investor.

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Ein Gesamtpaket: Die Sportarena mit dem Stadion (links), dem Sportgebäude (rechts) mit Hallenbad, Turnhalle und den beiden Wohnhochhäusern. (Visualisierung pd)

Ein Gesamtpaket: Die Sportarena mit dem Stadion (links), dem Sportgebäude (rechts) mit Hallenbad, Turnhalle und den beiden Wohnhochhäusern. (Visualisierung pd)

101 Seiten umfasst der Bericht und Antrag des Stadtrats an das Stadtparlament. «Es ist der wohl längste Bericht, den wir je verfasst haben», sagte der Stadtluzerner Baudirektor Kurt Bieder gestern bei der Präsentation. Und stellte sofort eines klar: «Wir präsentieren keinen A-la-carte-Katalog, sondern ein Gesamtpaket.» Die Devise laute: «Take it or leave it!»

Konkret bedeutet dies laut Bieder: «Man kann nicht einfach einen Teil des Gesamtkomplexes wählen und einen anderen weglassen.» Entweder akzeptiere man alles oder dann gar nichts. Also: kein Fussballstadion ohne Wohnhochhäuser. Voraussichtlich am 30. November wird das Stadtluzerner Stimmvolk zur definitiven Vorlage Stellung nehmen können.

Korrekturen bei der Finanzierung der Sportbauten
Nichts ändert sich an den Dimensionen des neuen Fussballstadions: Es soll 16'800 Sitzplätze bieten. «Braucht der FCL überhaupt ein so grosses Stadion, wenn er sportlich absteigt?», lautete eine der Fragen an der Medienkonferenz. «Ja», antwortete Stadtpräsident Urs W. Studer. Er verwies auf St. Gallen, dessen Super-League-Team letzte Saison abstieg und das soeben sein neues Stadion eröffnet hat.

Korrekturen vorgenommen hat der Stadtrat in der Finanzierung der weiteren Sportbauten. Er reagierte damit auch auf die kontroversen politischen Diskussionen der letzten Monate:

  • Hallenbad:  Entgegen der ursprünglichen Absicht wird der Investor jetzt nicht dessen ganzen Bau finanzieren, sondern nur noch den Grundausbau (für 14,7 Millionen Franken). Die Stadt zahlt dem Investor dafür eine jährliche Miete von 881 850 Franken. Den Mieterausbau (14,9 Millionen Franken) finanziert die Stadt selber. «Das ist die günstigste Lösung für die Stadt», betonte Hanspeter Balmer, Verhandlungsleiter der Stadt Luzern. 
  • Leichtathletiktribüne:  Diese wird nicht mehr wie vorgesehen vom Investor, sondern von der Stadt erstellt. Ebenso die Breitensporträume in der Mitteltribüne Ost des Fussballstadions. Die Kosten dafür betragen 12,8 Millionen Franken (und nicht, wie einst geschätzt, 16 Millionen). Dafür wird die Leichtathletiktribüne etwas kleiner als geplant: Anstatt 3000 bietet sie nur 2000 Sitzplätze (auf der heutigen Tribüne haben 1200 Zuschauer Platz).

Ohne Sportarena würde es schwierig für den FC Luzern
Ein klares Bekenntnis zur Sportarena lieferte gestern Markus Graf, Head Real Estate Asset Management Switzerland der Credit Suisse als Vertreter des Investors. «Uns ist es ernst, wir betreiben hier in Luzern keine Alibi-Übung», betonte er. «Die Sportarena Allmend ist ein Vorzeigeobjekt auch für andere Städte.»

Mehr Einnahmen und eine «Steigerung des Erlebniswerts» erhofft sich Thomas Schönberger, CEO der FC Luzern-Innerschweiz AG, vom neuen Stadion. Falls die Sportarena nicht realisiert wird, sieht er für den FC Luzern schwarz: «Dann kommt es zum Zwangsabstieg des FCL, und der Spitzenfussball würde wohl für längere Zeit aus Luzern verschwinden.»

Hugo Bischof

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.