LUZERNER ALLMEND: Sportarena kostet die Stadt 104 Millionen

Der Luzerner Stadtrat hat die Verhandlungen über den Bau der Sportarena auf der Luzerner Allmend abgeschlossen. Vermutlich am 30. November soll das Stimm­volk über Investitionen von 103,7 Millionen Franken abstimmen.

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So könnte die Sportarena bei Nacht aussehen. (Ausschnitt aus der offiziellen Animation)

So könnte die Sportarena bei Nacht aussehen. (Ausschnitt aus der offiziellen Animation)

Der Luzerner Stadtrat hat heute Dienstag seinen Bericht und Antrag vorgestellt, der am 25. September im Luzerner Stadtparlament behandelt wird. Er sei das Ergebnis «harter und fairer Verhandlungen» mit den privaten Partnern, sagte Stadtrat Kurt Bieder an der Medienorientierung.

Die Verhandlungen seien deshalb konstruktiv verlaufen, weil alle Partner die Sportarena realisieren wollten. «Die Sportarena Luzern macht alle zu Gewinnern: die Sportlerinnen und Sportler, die neue Anlagen erhalten, die Schwimmerinnen und Schwimmer, die schon lange auf den Ersatz des Hallenbades warten, der FC Luzern und seine Fans, die ein Super-League-taugliches Stadion erhalten, die privaten Partner, die in der Stadt gute Anlagen tätigen können.»

Anteil der Stadt: 103,7 Millionen Franken
«Insbesondere die Stadt Luzern gehört zu den Gewinnerinnen», sagte Kurt Bieder. Insgesamt investiert sie 103,7 Millionen Franken. Sie erhält dafür ein neues Stadion, das privat und ohne Risikobeteiligung der Stadt betrieben wird, ein neues Hallenbad, total erneuerte Sportanlagen für den Breiten- und Leistungssport, eine Schiessporthalle und somit eine Allmend ohne jeglichen Schiesslärm, ein Bocciodromo für die drei Bocciaclubs auf der Allmend und eine attraktive Vorzone. Zudem kann der Kanton Luzern eine Doppelturnhalle für den Hochschulsport realisieren.

Während das Stadion, das Sportgebäude und die beiden Wohn-Hochhäuser von den privaten Realisatoren gebaut und betrieben werden, werden die Anlagen für den Breitensport von der Stadt errichtet. So baut die Stadt die neue Leichtathletiktribüne, die Garderoben und Klubräume für den Breitensport sowie das Talentförderungszentrum im Stadion selber. Dies kostet die Stadt insgesamt 12,8 Millionen Franken. Im Sportgebäude tritt die Stadt als Mieterin des Hallenbad-Rohbaus auf und realisiert den Mieterausbau für 14,9 Millionen Franken.

In der Vorlage enthalten sind auch der städtische Beitrag von 15 Millionen Franken ans Stadion, sowie die Beiträge für die Schiesssporthalle, die Kunstrasenfelder, das Bocciodromo den neuen Stützpunkt Aussensport und die Vorzone. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf 72 Millionen Franken. Hinzu kommen die 31,7 Millionen Franken, die die Stadt von den Investoren für die Baurechte erhält. Diese werden in den Bau des Stadions investiert.

Baugesuch soll im September eingereicht werden
Kurt Bieder betonte, dass es sich um ein Gesamtpaket handelt. Die Luzerner und Luzernerinnen stimmen am 30. November 2008 über das ganze Projekt ab. Die rechtliche Konstruktion zwischen der Stadt und den privaten Partnern sei so angelegt, dass die Baurechts- und die Mietverträge nur gemeinsam in Kraft treten können, sagte Hanspeter Balmer, der bei den Verhandlungen als Delegationsleiter der Stadt fungierte. Das Inkrafttreten sei zudem an eine Reihe von Bedingungen geknüpft, unter anderen an den Erhalt der Baubewilligung. Es ist geplant, das Baugesuch am 1. September 2008 einzureichen.

CS-Entscheid noch ausstehend
Ausstehend ist auch noch der Entscheid der Anlagegefässe der Credit Suisse, die als Investorinnen auftreten. «Wir werden das Projekt und das vorliegende Verhandlungsergebnis intensiv prüfen und bis 10. September den Investitionsentscheid bekannt geben», sagte Markus Graf, Head Real Estate Asset Management Switzerland.

Graf begründete die Beweggründe, in die Sportarena Luzern zu investieren, mit dem attraktiven Standort Luzern und dem interessanten Investorenmodell, das eine optimale Risikoverteilung ermögliche. «Die Investitionen in neue Wohnformen ergeben attraktive Immobilienrendite für institutionelle und private Kunden», sagte Graf. Zudem sei das Investment in die Sportarena ein Novum für die Schweiz, da sie sowohl für den Breiten- als auch für den Spitzensport gebaut werde.

286 Mietwohnungen und 48 Appartments
Toni Bucher, Verwaltungsrats-Präsident der Eberli Partner Generalunternehmung AG, Sarnen, und Vertreter der Realisierungs-ARGE Halter AG Zürich/Eberli GU AG Sarnen, sagte, dass rund 100 Planer am Projekt arbeiten. In den beiden Wohn-Hochhäusern werden 286 Mietwohnungen und 48 Long-Stay-Appartments nach Minergie-Standard entstehen. Die vollständig eingerichteten Long-Stay-Appartements werden ähnlich wie ein Hotelbetrieb geführt. Das Mietwohnungsspektrum umfasst 2½-, 3½-, 4½- und einige 5½-Zimmerwohnungen.

2½-Zimmer-Wohnungen werden bereits ab etwa 1100 Franken, 3½-Zimmer Wohnungen ab 1300 Franken und 4½-Zimmer-Wohnungen ab 1600 Franken angeboten.

«Nach dem Bau des KKL Luzerns soll nun der Sport zum Zuge kommen», sagte Stadtpräsident Urs W. Studer. Lange Zeit sei geplant und projektiert worden. Nun gelte es, konkret zu werden und das Verhandlungsergebnis umzusetzen.

Studer betonte die wirtschaftliche Bedeutung der Sportarena: «Die Investitionen in einem Gesamtumfang von 250 Millionen Franken bringen der Stadt und der Region Luzern wirtschaftliche Impulse.» Zudem erhalte die Stadt mit den Wohn-Hochhäusern attraktiven Wohnraum.

Baubeginn ab Januar 2009 möglich
Werden alle Hürden genommen, kann im Januar 2009 mit dem Bau der Sportarena begonnen werden. Die Eröffnung des Stadions ist auf Sommer 2010 geplant. Das Sportgebäude und die beiden Wohn-Hochhäuser sind auf Ende 2011 bezugsbereit.

red