Luzerner Bahnhof wird Kriminellen-Treff

Der Luzerner Bahnhofplatz ist überregionaler Treffpunkt für Asylsuchende – und Brennpunkt für Delikte. Die Regierung schlägt jetzt Rayonbegrenzungen in den Kantonen vor.

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Der Bahnhofplatz in Luzern. Fotografiert am 17. August. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Der Bahnhofplatz in Luzern. Fotografiert am 17. August. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

«Im Gebiet um den Bahnhof ist es in jüngster Zeit vermehrt zu kleinkriminellen Delikten gekommen, die von Asylsuchenden verübt wurden.» Dies sagt der Luzerner Regierungsrat und Sozialvorsteher Guido Graf unserer Zeitung. Und Anton Häfliger, Bereichsleiter der Eingreiftruppe SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention), ergänzt: «Wir hatten generell noch nie so viele Asylsuchende beim Bahnhof wie jetzt.»

Interkantonale Reisen einschränken

Die Asylsuchenden, die sich nach 22 Uhr beim Bahnhof aufhalten, kommen grösstenteils aus anderen Kantonen, wie die SIP und die Polizei feststellen. Deshalb will Graf künftig die anderen Kantone stärker in die Pflicht nehmen. So müsste man prüfen, ob sich die asylsuchende Person in der Regel nur im ihr zugewiesenen Kanton aufhalten dürfte und zum Beispiel für auswärtige Besuche oder Behördengänge eine Bewilligung notwendig wäre.

Schliesszeiten-Sünder aussperren

Trotz der Überzahl der Asylsuchenden aus anderen Kantonen – rund ein Fünftel der in Luzerner Zentren untergebrachten Asylsuchenden kommt nach 22 Uhr ins Zentrum zurück. Und verstösst damit gegen die Hausordnung der Caritas. Graf will auch hier härter durchgreifen: «Wer die Sperrstunde nicht beachtet, wird ausgeschlossen. Wir haben die Massnahme vorerst für zwei Monate angeordnet.» Graf rechnet indes mit weiteren Asylgesuchen. Allein im Juli wurde in Luzern ein Höchststand von 1109 Gesuchen erreicht, 40 Prozent mehr als 2011. Aus dem temporären Bundes-Asylzentrum Eigenthal sind derweil 21 Personen verschwunden, wie das Bundesamt für Migration auf Anfrage erklärt. 

Alexander von Däniken

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