Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Bald halten Food-Trucks statt Autos auf der Luzerner Bahnhofstrasse

Ab Juli – und nicht schon ab Ostern wie vom Stadtparlament gefordert – wird ein Teil der Luzerner Bahnhofstrasse gesperrt. 29 Parkplätze verschwinden, an ihre Stelle sollen kleine Gastro-Angebote treten. Noch gibt es aber ein Problem.
Simon Mathis
Die Teilstrecke zwischen Theaterplatz und Seidenhofstrasse soll bis Ende Juni autofrei werden. (Bild: Pius Amrein, Luzern 4. Januar)

Die Teilstrecke zwischen Theaterplatz und Seidenhofstrasse soll bis Ende Juni autofrei werden. (Bild: Pius Amrein, Luzern 4. Januar)

Die Teilsperrung der Bahnhofstrasse verzögert sich: Erst ab Juli ist die Strecke zwischen Theaterplatz und Seidenhofstrasse für Autos tabu. Von der Sperrung ausgeschlossen sind Zubringerdienste und Taxis im Einbahnsystem in Richtung Bahnhof, teilt der Stadtrat mit.

Velos und Mofas dürfen die Bahnhofstrasse weiterhin in beide Richtungen befahren, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Teilsperrung werde mithilfe von Signalisationen und Markierungen vollzogen.

Test für Boulevard-Ideen

Die Sperrung ist ein erster Schritt in der Neugestaltung der Bahnhofstrasse. 2013 entschied das Stadtluzerner Stimmvolk, dass entlang der Reuss eine Flaniermeile mit doppelter Baumreihe entstehen soll. Im Dezember 2018 verlangte der Grosse Stadtrat per Postulat, dass das Projekt Bahnhofstrasse unbürokratisch und ohne grossen Aufwand umgesetzt werden müsse. Als Deadline legte das Parlament Ostern fest. Diese Vorgabe kann der Stadtrat nicht einhalten, was er allerdings schon früh signalisiert hat. Bis die Flaniermeile abgeschlossen ist, dauert es ohnehin noch eine ganze Weile: laut Stadtrat drei bis vier Jahre.

29 Autoparkplätze werden durch die Sperrung aufgehoben. Wer in der Gegend parkieren will, muss auf den Hirschengraben, die Theater- oder Seidenhofstrasse ausweichen. Auf den heutigen Parkplätzen bei der Theaterbox werden Sitzgelegenheiten platziert. Die Veloabstellplätze entlang der Reuss kommen auf die heutige Autofahrbahn. Auch auf den Parkplätzen zwischen dem Luzerner Theater und der Seidenhofstrasse sollen Sitzgelegenheiten entstehen.

Zudem will der Stadtrat in dieser Saison diverse Konzepte der Boulevard-Gastronomie erproben. So etwa Food-Trucks oder Kaffee-Velos. Eine neue Sommerbar wird es allerdings noch nicht geben. Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) sagt:

«Wir denken an kleinere Angebote, die kurzfristig und eher experimentell angelegt sind.»

Die Sperrung wird Auswirkungen auf den Verkehrsfluss haben. Die Autos aus dem Quartier werden künftig nicht mehr über die Bahnhofstrasse, sondern über die Winkelried- und Pilatusstrasse zur Seebrücke gelangen:

Um den Verkehrsfluss zu verbessern, hat der Stadtrat an der Winkelriedstrase ein Rechtsabbiegeverbot in die Pilatusstrasse vorgesehen. Der Fussgängerstreifen in der Winkelriedstrasse soll zudem leicht versetzt werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Ausserdem erhalte die Winkelriedstrasse einen Velostreifen. Geplant ist, diese Massnahmen bis Ende Juni umzusetzen.

Die Luzerner Kantonalbank (LUKB), die unter ihrem Hauptsitz an der Pilatusstrasse ein Parkhaus betreibt, stand der kurzfristigen Teilsperrung bisher stets kritisch gegenüber. Denn die LUKB befürchtet zu Stosszeiten ein Verkehrschaos. Die Bank äusserte mehrfach die Meinung, dass die angedachten Massnahmen zur Verkehrsführung nicht ausreichen. Die LUKB prüfe nun im Detail, ob die flankierenden Massnahmen für eine flüssige Verkehrsführung im Gebiet rund um das LUKB-Parkhaus den Vorstellungen der Bank und der gemeinsam mit der Stadt erstellten Simulation entsprechen, sagt LUKB-Sprecherin Ursi Ineichen und fährt fort:

«Sollte das nicht der Fall sein, werden wir uns – wie schon mehrfach angekündigt – mit juristischen Mitteln wehren.»

Adrian Borgula betont, dass der Stadtrat von Anfang darum bemüht war, die Erschliessung des Quartiers und des Parkhauses zu garantieren. «Das war die Bedingung für die Teilsperrung», sagt er. «Wir sind überzeugt davon, dass die vorgeschlagene Lösung gut funktioniert. Die Verkehrsplaner haben dies vertieft analysiert und mit Modellen gestestet.» Die weiteren Massnahmen, die die LUKB fordere, seien daher nicht nötig und zudem zeitlich nicht in nützlicher Frist umsetzbar. So etwa die Lichtsignalanlage für Fussgänger an der Obergrundstrasse 1.

Dass die Teilsperrung eine Hauruck-Übung ist, bestreitet Adrian Borgula. «Der Grosse Stadtrat will, dass der Stadtrat vorwärts macht», so Borgula. Der Stadtrat habe ursprünglich einen etwas langsameren Zeitplan vorgeschlagen. «Aber wir haben uns nun arrangiert und setzen möglichst gut um, was das Parlament verlangt.» Der jetzt geplante Zwischenschritt sei trotz knappen Zeitplan wohl durchdacht.

Was geschieht, wenn die LUKB etwa Verwaltungsgerichtsbeschwerde ergreift? «Über die Konsequenzen machen wir uns Gedanken, wenn es soweit ist», sagt Borgula. «Es ist selbstverständlich das Recht der Bank, Beschwerde zu ergreifen. Da wir aber eine gut taugliche Lösung präsentieren, hoffe ich, dass es nicht so weit kommt.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.