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Schummelei: Luzerner Bauern wollen Geld für über 1000 Bäume, die sie nicht haben

Jeder vierte kontrollierte Luzerner Bauer hat zu viele Bäume angemeldet, für die es Beiträge gibt. Nun wollen die Behörden die Sünder sensibilisieren. Hohe Strafen werden allerdings keine ausgesprochen.
Lukas Nussbaumer
Die Luzerner Bauern erhalten für die Pflege ihrer knapp 300'000 Hochstammbäume pro Jahr 9,4 Millionen Franken. (Bild: Boris Bürgisser, 11. April 2017)

Die Luzerner Bauern erhalten für die Pflege ihrer knapp 300'000 Hochstammbäume pro Jahr 9,4 Millionen Franken. (Bild: Boris Bürgisser, 11. April 2017)

Rund 4200 der gut 4600 Bauern werden im Kanton Luzern pro Jahr mit 215 Millionen Franken Direktzahlungen unterstützt. Der Grossteil dieser Mittel stammt vom Bund. Verteilt werden die Gelder allerdings von Luzern aus – und auch die Kontrollen koordiniert der Kanton.

In diesem Jahr inspizierten die zuständigen Stellen 655 Betriebe, die Gelder für eine besonders ökologische Bewirtschaftung erhalten. Darunter fallen Beiträge für Hecken, extensive Wiesen – und für Hochstammbäume. Für 291 000 dieser Bäume wurde Unterstützung geltend gemacht. Nur: Auf 165 Höfen zählten die Behörden weniger Bäume, als angemeldet waren – also auf einem Viertel der kontrollierten Betriebe.

Zwei Tipps: Fehlende Bäume ersetzen oder ehrlich sein

Laut Franz Stadelmann, stellvertretender Abteilungsleiter bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald, fehlten rund 1100 Bäume. Das entspricht, bezogen auf die Gesamtzahl, zwar nur einem Wert von 0,4 Prozent. Stadelmann sagt aber auch: «In den letzten Jahren waren fehlende Bäume der häufigste Mangel, den wir festgestellt haben.»

Das will die Dienststelle nun ändern. Mit einem Newsletter macht sie die Landwirte auf die Versäumnisse aufmerksam. Warum gerade jetzt, erklärt Stadelmann so: «Zwischen Ende Oktober und Ende Februar ist die beste Zeit, um Bäume zu pflanzen.» Das ist denn auch einer der beiden Ratschläge, den die Dienststelle erteilt: die zu viel deklarierten Bäume durch Neupflanzungen zu ersetzen. Der andere Tipp: Bei der nächsten Anmeldung für neue Beiträge im kommenden Februar nicht mehr schummeln.

Warum es die Bauern bei den Angaben zu den Hochstammbäumen nicht so genau nehmen, führt Stadelmann auf drei Gründe zurück. Erstens seien Bäume im Januar dem Sturm Burglinde zum Opfer gefallen – die Bauern hätten dies aber nicht gemeldet. Zweitens seien Bäume nicht auf den korrekten Parzellen deklariert worden. Und drittens würden Bäume die Anforderungen an Beiträge nicht erfüllen, weil sie etwa in Hecken stünden.

Wiederholungssünder erhalten die doppelte Strafe

Die Sanktionen muten auf den ersten Blick wenig streng an. Im Einzelfall können sie aber wehtun. Der Beitrag wird für die effektive, statt für die gemeldete Zahl der Bäume ausgerichtet, und die Summe wird im Umfang der fehlenden Bäume gekürzt. Wiederholungssünder erhalten die doppelte Strafe.

Biodiversitätsbeiträge in der Zentralschweiz (2016)

Kanton Beiträge (in Mio. Fr.) Betriebe Beitrag pro Betrieb (in Fr.)
Luzern 28,4 4327 6563
Schwyz 14,1 1655 8520
Obwalden 3,6 632 5696
Uri 4,7 600 7833
Zug 6,1 493 12 373
Nidwalden 2,9 427 6792

Der ausbezahlte Betrag für Hochstammfeldobstbäume wird sich in diesem Jahr laut provisorischen Daten auf 9,4 Millionen Franken belaufen, die Kürzungen auf rund 70 000 Franken. Trotz der hohen Zahl an beanstandeten Höfen geht Stadelmann nicht von einem Imageproblem für die Bauern aus. «Aber es ist klar: Wir wollen künftig weniger Mängel feststellen. Die Angaben müssen stimmen.»

Wie Luzern im Mängelvergleich mit den anderen Zentralschweizer Kantonen abschliesst, ist nicht bekannt. Sicher ist: Pro Betrieb erhalten Zuger Landwirte im Bereich Biodiversität am meisten Geld (siehe Tabelle). Stadelmann führt dies auf den im Kanton Zug vergleichsweise hohen Anteil an Hochstammbäumen zurück.

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