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Luzerner Bauernwallfahrt: Abt Christian vom Kloster Engelberg wirbt mit dem «Säulitoni» für die Sonntagsruhe

Für den traditionellen Gottesdienst zu Ehren des Heiligen Antonius in Stettenbach bei Grosswangen konnte ein prominenter Festprediger gewonnen werden: Abt Christian vom Kloster Engelberg rief zu mehr Musse auf.
Hannes Bucher
Zahlreiche Pilger haben am Donnerstag den Weg zur Antoniuskapelle in Stettenbach gefunden. Abt Christian vom Kloster Engelberg (Mitte) hielt die Festpredigt. (Bild: Dominik Wunderli, 17. Januar 2019)

Zahlreiche Pilger haben am Donnerstag den Weg zur Antoniuskapelle in Stettenbach gefunden. Abt Christian vom Kloster Engelberg (Mitte) hielt die Festpredigt. (Bild: Dominik Wunderli, 17. Januar 2019)

«Es ist ja fast frühlingshaft warm: In anderen Jahren hat am 17. Januar der Biswind gezogen und es war bitterkalt.» Frühlingshaft? Nun, diese Aussage eines Landwirts war am Donnerstagvormittag doch ein wenig verwegen. Klamme Hände und kalte Füsse gab es auch für die paar hundert Gottesdienstbesucher und die Bläsergruppe der Feldmusik Grosswagen vor der Antoniuskapelle in Stettenbach. Sie alle waren gekommen, den Namenstag des heiligen Antonius von Ägypten, des «Säulitoni», zu feiern.

Der Heilige ist der Schutzpatron der Bauern und Schweinehirten, von deren Nutztieren und auch der Kranken. Der traditionelle Wallfahrtsgottesdienst wird jeweils von einem prominenten Geistlichen gefeiert. Heuer war es Abt Christian Meyer vom Benediktinerkloster Engelberg.

Am Sonntag ist Entspannung vonnöten

Der Engelberger Abt sprach in seiner Festpredigt nicht nur die vielen Anwesenden aus den bäuerlichen Kreisen an, sondern auch alle, «in denen drin es ‹tätscht› und rumpelt». Will heissen: alle, die angespannt und von Sorgen geplagt sind. Diese Erfahrung habe auch Antonius von Ägypten gemacht – in der Wüste dann aber seinen Frieden und seine Ruhe gefunden. Gleichzeitig hätten er und seine späteren Klosterbrüder viel gelacht und Fröhlichkeit gelebt.

Abt Christian kam auf eine der vielen Legenden zu sprechen, die sich um den «Säulitoni» ranken. So habe sich einst ein vorbeikommender Jäger über die genannte Alltagsfröhlichkeit der Klostergemeinschaft gewundert. Antonius forderte den Waidmann auf, seinen Bogen zu spannen, mehr und noch mehr. «Ich muss innehalten, sonst springt der Bogen», habe der Jäger auf einmal gesagt. Das sei wie unser Leben, soll der später heiliggesprochene Antonius erwidert haben. Auch da brauche es immer wieder Entspannung, Momente des Innehaltens. Abt Christian schlussfolgerte für unseren Alltag: Um die vielfältige tägliche Spannung auszuhalten und auszugleichen, sei gerade heutzutage Entspannung vonnöten, speziell am Sonntag. «Wir müssen dann zur Ruhe kommen, um den Herausforderungen des Alltags gewachsen zu sein, um diese Herausforderungen auszuhalten.»

«Säulitoni» hat noch heute seine spirituelle Bedeutung

Die Tradition hat am 17. Januar in Stettenbach ihren festen Platz. Dazu gehören jeweils auch die wärmenden Getränke, welche die Trachtengruppe im Anschluss an den Gottesdienst anbietet. Plaudern, Verweilen sind dann angesagt, viele kennen sich. Wiederholt war am Donnerstag zu vernehmen: «Schön, sehe ich dich wieder einmal.» Es zeigte sich bei der Nachfrage: Der «Säulitoni» hat für die Anwesenden noch immer eine spirituelle Bedeutung. Etwa für Andreas und Marie Broch aus Altishofen. «Ja, der ‹Säulitoni› hilft auch heute noch immer, man muss einfach einen starken Glauben haben», sagte Andreas Broch. «Wir haben immer viel Glück im Stall gehabt.»

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