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Luzerner Brasilianer feiern ihre Gründungsväter

Den Brasilianern muss man nicht zeigen, wie gefeiert wird. In der von Schweizern gegründeten Stadt Nova Friburgo haben Auswanderer ein für dortige Verhältnisse exotisches Fest zelebriert.
Ihr Herz schlägt gleichermassen für die Schweiz und Brasilien. Bild: Carlos Mafort/EPA (Nova Friburgo, 16. Mai 2018)

Ihr Herz schlägt gleichermassen für die Schweiz und Brasilien. Bild: Carlos Mafort/EPA (Nova Friburgo, 16. Mai 2018)

Nach einer Umweltkatastrophe vor 200 Jahren haben 140 Frauen und Männer aus dem Kanton Luzern und 830 Personen aus dem Kanton Freiburg ihr Glück in der Fremde gesucht. Im Osten Brasiliens fanden die Auswanderer eine neue Heimat. Sie gründeten die Stadt Nova Friburgo.

Urschweizerische Klänge. Bild: Carlos Mafort/EPA (Nova Friburgo, 16. Mai 2018)

Urschweizerische Klänge. Bild: Carlos Mafort/EPA (Nova Friburgo, 16. Mai 2018)

Vom 13. bis 17. Mai haben die Bewohner das Jubiläum gefeiert, jedoch nicht in den Farben Grün, Gelb und Blau, welche die Flagge Brasiliens zieren, sondern mehrheitlich in Rot und Weiss, den Farben der Schweiz.

Musikalische Darbietung in blau. Bild: Carlos Mafort/EPA (Nova Friburgo, 16. Mai 2018)

Musikalische Darbietung in blau. Bild: Carlos Mafort/EPA (Nova Friburgo, 16. Mai 2018)

Hellebarde beweist die Liebe zum Herkunftsland

Für die Parade an der 200-Jahr-Feier hat ein Zeitgenosse sein bestes Kostüm hervorgeholt: roter Umhang mit Schweizer Kreuz, ein Schild in denselben Farben sowie ein Helm. Zudem besorgte er sich eine Hellebarde. Vielleicht fertigte er dieses Outfit auch nur an, um seine Liebe zu seinem Herkunftsland zu zelebrieren.

Der Patriot oben rechts zelebriert seine Liebe zur Schweiz. Bild: Carlos Mafort/EPA (Nova Friburgo, 16. Mai 2018)

Der Patriot oben rechts zelebriert seine Liebe zur Schweiz. Bild: Carlos Mafort/EPA (Nova Friburgo, 16. Mai 2018)

Wobei nicht sicher ist, dass er viel über das Land im fernen Europa weiss. Die meisten Bewohner des Ortes haben ihre Kultur wie auch die Sprache, die Ernährung und die Bräuche der Schweiz verloren. Vielleicht besinnen sich am 17. Juni einige in Nova Friburgo ihrer Wurzeln, wenn an der Fussball-WM die Schweiz Brasilien niederkämpft – oder auch nicht. Trychlergruppen treten ebenfalls auf. Anders als in der Schweiz, wo solche Formationen regelmässig zu hören sind, dürfte nach der Feier in Nova Friburgo wieder für lange Zeit Ruhe herrschen. Ohnehin hat sich musikalisch im Verlauf der 200 Jahre eine Distanz zur früheren Heimat entwickelt. Wie nahe die Leute in Nova Friburgo, insbesondere die vier mit den grossen Landesflaggen, ihrer alten Heimat sind, zeigt sich an der WM. Je nach Ausgang des Fussballspiels sind dann doch Trychlen zu hören. (rgr)

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