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Luzerner startet bereits mit Frauen-Schokolade in Asien durch – bald kommt die Schoggi für den Mann

Eine Luzerner Schokolade soll die Menstruationsbeschwerden von Frauen lindern. Vor allem in Korea ist sie äusserst beliebt. Nun will ihr Erfinder auch eine Schokolade für den Mann auf den Markt bringen.
Beatrice Vogel
Marc Widmer, Erfinder der Frauenmond-Schokolade, lässt die Journalistin sein Produkt probieren. (Bild: Roger Grütter, Kriens, 6. März 2019)

Marc Widmer, Erfinder der Frauenmond-Schokolade, lässt die Journalistin sein Produkt probieren. (Bild: Roger Grütter, Kriens, 6. März 2019)

Sie schmeckt herb und samtig – Edelbitterschokolade mit einer Note von Orangenaroma. Auch einen Hauch von Kräutern glaubt man wahrzunehmen. «Entweder man mag es oder man mag es nicht», sagt Marc Widmer, und meint damit den Orangengoût. Diesen erhält die Frauenmond-Schokolade durch das darin enthaltene Mandarinenöl. «Die Kräutermischung ist relativ bitter, das Mandarinenöl neutralisiert die Bitterstoffe», so Widmer. Er hat die Frauenmond-Schoggi zusammen mit der Phytotherapeutin Claudia Juma entwickelt. Die Schokolade für die Frau soll insbesondere Menstruationsschmerzen lindern. Widmer: «Wir haben schon viele Rückmeldungen zur positiven Wirkung erhalten.»

Die Wirkung entsteht durch die in der Schoggi enthaltenen zwölf Kräuter sowie Magnesium und Eisen. Da die dunkle Schokolade rund 70 Prozent Kakao enthält, sei sie sehr gesund und für menstruelle Gelüste nach Süssem geeignet, sagt Widmer. Kürzlich hat er die Frauenmond-Schokolade in Südkorea auf den Markt gebracht – und feiert damit «einen Riesenerfolg», wie er erzählt. Dort kostet die 75-Gramm-Tafel umgerechnet 17.60 Franken und gilt als Edelprodukt. Widmer:

«Die Koreaner fahren auf alles ab, was mit einem Schweizerkreuz gekennzeichnet ist.»

Auch die schönen Papiertaschen, die es dazu gibt, seien beliebt. Es sind also weniger die Inhaltsstoffe als die Verpackung, welche die Koreanerinnen anzieht. In Korea hat Widmer innert eines halben Jahres rund zwei Tonnen Schoggi verkauft. Er will deshalb im asiatischen Markt weiter expandieren.

Zum Vergleich: In der Schweiz, wo sie bereits seit Ende 2016 auf dem Markt ist, wurden in zwei Jahren erst drei Tonnen Frauenmond-Schokolade verkauft. Hier kostet die Tafel 12.50 Franken. Zu teuer für die Schweiz? «Das Angebot an günstiger Schokolade ist hier riesig», räumt Widmer ein. «Zudem müssen die Frauen zuerst merken, dass die Schoggi bei Menstruationsbeschwerden wirkt.» Für den Schweizer Markt wird sie deshalb demnächst bio-zertifiziert, das komme hierzulande besser an.

Produziert wird die Frauenmond-Schokolade in der Luzerner Fabrik Schönenberger. Erhältlich ist sie derzeit im Online-Shop, in der «World of Chocolate» der Confiserie Bachmann am Luzerner Schwanenplatz und an der Zürcher Bahnhofstrasse, in Spezialitätenläden und im Curaden-Drogeriekanal. Mit dem Krienser Dentalproduktehändler hat Widmer kürzlich einen neue, edlere Verpackung für die Schoggi entworfen. Die Kräuter bezieht er über die Firma Dixa Heilkräuter in St. Gallen.

«Unzulässiges Heilversprechen» entschärft

Überhaupt wurde die Schoggi seit ihrer Lancierung überarbeitet – auch der Not gehorchend. «Wir hatten anfangs Probleme mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), weil die Schokolade nicht als Medizinalprodukt gelten darf», erklärt Marc Widmer. Sie enthielt Mönchspfeffer, eine Pflanze, die offiziell als Heilmittel gelte. Auch stand zunächst der Slogan «Für das Wohlbefinden der Frau» auf der Verpackung – gemäss BAG ein «unzulässiges Heilsversprechen», so Widmer. Mittlerweile wird der Mönchspfeffer weggelassen, der anderweitige Kräuteranteil wurde erhöht. Auf der Packung steht nun «Für den Genuss und die Zufriedenheit».

«Es ist erstaunlich», führt Marc Widmer weiter aus, «ich habe schon viele Produkte entwickelt, aber erst jetzt habe ich mit einem davon richtig Erfolg.» Wohl auch weil seine Frau das Ganze mit Fengshui betreue, meint er. Der gelernte Bäcker-Konditor hat als Chef-Patissier in Fünf-Sterne-Hotels gearbeitet, in der Schweiz, den USA und in Malta, bei Sprüngli in Zürich, und führte auch schon eine Cafébar in Baden. Mit 40 machte er noch die Verkaufsfachschule, danach eine Ausbildung zum Vorsorgeberater und zum Pflegemitarbeiter SRK. Fünf Jahre arbeitete er in Altersheimen. Schliesslich landete der heute 59-jährige Luzerner doch wieder bei der Schokolade. «Mir wurde in der Pflege bewusst, wie wichtig Ernährung für die Gesundheit ist.» Als er dann eine Partnerin hatte, die stark unter Menstruationsschmerzen litt, machte er Bekanntschaft mit einer Bauernfamilie, die sogenannten Frauenmond-Kräutertee verkaufte. So war die Idee für die Schoggi geboren.

Schoggi soll Libido des Mannes fördern

Jetzt, da die schwarze Frauenmond-Schoggi erfolgreich ist, will Marc Widmer auch noch eine Milchschokoladen-Version herstellen. Zudem plant er eine Schokolade für den Mann, die voraussichtlich im Herbst marktreif sein wird. «Diese wird beim Mann die Energie fördern, speziell die Libido», so Widmer. Weitere Details will er noch nicht bekannt geben. Die Frauenmond-Schokolade können Männer übrigens bedenkenlos essen, sie zeigt bei ihnen keinerlei Wirkung. Frauen hingegen sollten laut Widmer höchstens ein bis zwei Reihen pro Tag zu sich nehmen:

«Eine Frau hat eine ganze Tafel aufs Mal gegessen und am nächsten Tag gleich ihre Periode bekommen.»

Eine andere Frau esse die Schoggi, weil sie dadurch grössere Brüste bekomme. Schwangeren wird sie jedoch nicht empfohlen – es sei denn, sie wünschen am Ende der Schwangerschaft, dass das Kind bald kommt. Widmer: «Die Kräutermischung entspannt einfach den Unterleib, aber natürlich kann sie bei jeder Frau ein wenig anders wirken.»

Weitere Infos: www.frauenmond-chocolate.com

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