Interview

Luzerner Detaillisten erleiden wegen Corona-Virus Einbussen von bis zu 40 Prozent

Die Luzerner Detaillisten kämpfen je nach Branche und Lage mit starken Umsatzeinbrüchen. Es gibt aber auch Betriebe, die trotz der Corona-Schutzmassnahmen profitieren, sagt Rolf Bossart, Geschäftsführer des Detaillistenverbands des Kantons Luzern.

Lukas Nussbaumer
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Der 1903 gegründete Detaillistenverband des Kantons Luzern (DVL) repräsentiert rund 600 Mitglieder, die etwa 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Rolf Bossart hat die Geschäftsführung des DVL 2019 von Heinz Bossert übernommen. Der SVP-Politiker ist zudem Gemeinderat von Schenkon und sitzt im Kantonsrat sowie im Vorstand des KMU- und Gewerbeverbands des Kantons Luzern.

Rolf Bossart.

Rolf Bossart.

Wie gross sind die Umsatzeinbrüche bei ihren Mitgliedern?

Rolf Bossart: Dazu eine generelle Aussage zu machen, ist sehr schwierig. In der Stadt Luzern, wo viele Betriebe stark vom Tourismus abhängig sind, betragen die Einbrüche bis zu 40 Prozent, in ländlicheren Gebieten liegen sie mit 10 bis 20 Prozent – immer je nach Branche – deutlich tiefer. Einige Geschäfte auf dem Land verzeichnen gar höhere Umsätze, weil die Leute nicht mehr in die grossen Läden gehen oder die Ballungszentren bewusst meiden wollen.

Welche Branchen sind denn besonders betroffen?

Es erreichen mich ganz unterschiedliche Meldungen. So sagt ein Getränkelieferant, dass die Monate März und April für ihn praktisch ein Totalausfall seien, weil 80 Prozent der Veranstaltungen abgesagt würden. Es gibt Betriebe, deren Existenz bedroht ist.

Stellt der Detaillistenverband aufgrund dieser je nach Branche und Lage happigen Einbussen Forderungen an die Politik?

Das war bis jetzt kein Thema. Wir gehen aber davon aus, dass dies in den nächsten Wochen in den Verbänden diskutiert wird. Es gibt auch Stimmen von Mitgliedern, die ein wirtschaftliches Notprogramm vom Bund und den Kantonen fordern. Wichtig ist für uns, dass ein gewisser Handlungsspielraum bestehen bleibt und auf zu restriktive Massnahmen verzichtet wird. Vorsicht und Prävention sind gut, Überreaktionen und Angstmacherei hingegen nicht zielführend.

Was empfehlen Sie ihren Mitgliedern?

Wir unterstützen die Massnahmen, die vom Bundesamt für Gesundheit und vom Kanton Luzern getroffen werden. Selbstverständlich beraten wir unsere Mitglieder auch. Viele sind verunsichert. Gerade für Betriebe an den Kantonsgrenzen ist die Situation nicht einfach, weil unterschiedliche Auflagen und Vorgaben für die Durchführung von Veranstaltungen gelten.

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