Luzerner Drive-in-Testzentren sind neu auch für Velofahrer offen

Bislang war der Zugang zu den Drive-in-Testgeländen in Luzern, Nottwil und Entlebuch aus Sicherheitsgründen nur mit dem Auto oder Motorrad möglich. Dies ändert sich ab sofort, nun darf man auch mit dem Velo zum Test fahren.

Livia Fischer
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Der Corona-Drive-in in Luzern ist neu auch für Velofahrer offen.

Der Corona-Drive-in in Luzern ist neu auch für Velofahrer offen.

Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 22. Oktober 2020)

Wer sich in einem der drei Luzerner Drive-in-Testzentren auf das Coronavirus testen lassen will, kann neu auch mit dem Velo vorfahren. Bislang war der Zugang zu den Testgeländen nur mit dem Auto oder dem Motorrad möglich. «Aus Sicherheitsgründen», wie der Kanton Luzern in einer Mitteilung schreibt. Darauf angesprochen versichert Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) jedoch, dass von Tests auf dem Velo keine grössere Ansteckungsgefahr ausgehe:

«Das Testpersonal trägt nach wie vor einen Schutzanzug und ist somit genügend geschützt.»

Letztlich sei die Nachfrage für die Regeländerung ausschlaggebend gewesen: «Wir haben einfach gemerkt, dass das Bedürfnis, mit dem Velo ins Testzentrum zu kommen, da ist. Das hat mich selbst etwas überrascht. Aber es funktioniert genauso gut wie mit dem Auto oder dem Motorrad.»

Eine weitere Änderung betrifft das Entlebucher Testzentrum beim Businesspark Aentlebuch. Weil die Nachfrage nach Tests dort – im Gegensatz zu den Drive-in-Testzentren auf dem Campus des Schweizer Paraplegiker Zentrums in Nottwil und beim Armeeausbildungszentrum auf der Allmend in Luzern – nicht so gross ist, werden die Öffnungszeiten verkürzt. Vorher konnte man sich an allen drei Standorten von Montag bis Freitag zwischen 13 bis 19 Uhr testen lassen, in Entlebuch ab kommenden Montag jeweils nur noch bis 15 Uhr. «Ende diese Woche veröffentlichen wir Inserate, die dazu aufrufen sollen, sich vermehrt testen zu lassen. Sollte die Nachfrage im Entlebuch dann steigen, können die Öffnungszeiten wieder ausgeweitet werden», sagt Graf.

Übrigens: Seit dieser Woche kommen beim Testzentrum in Luzern vor allem Schnelltests statt PCR-Tests zur Anwendung. Für das medizinische Personal bleibt der Aufwand laut Graf zwar in etwa der Gleiche; bei einem Schnelltest werden Patientinnen und Patienten allerdings noch am gleichen Tag per SMS über den Befund informiert, beim PCR-Test kann es unter Umständen mehrere Tage dauern, bis das Resultat vorliegt, welches dann per E-Mail versendet wird.

Fast 100 Freiwillige in einer Woche gefunden

Wie der Kanton ebenfalls mitteilte, haben seit dem Aufruf am 9. November 94 Personen via Onlineformular ihr Interesse für Freiwilligeneinsätze angemeldet. Gesucht wurden gezielt Personen mit einer medizinischen Ausbildung. «Dazu gehören auch Leute, die einen Kurs beim Roten Kreuz absolviert oder eine militärische Ausbildung in diesem Bereich haben», erklärt Graf. Ein Viertel der Helferinnen und Helfer, die sich gemeldet haben, arbeitet zudem aktuell im medizinischen oder pflegerischen Bereich. Ein guter Wert, so Graf. Zum Vergleich: Bei der ersten Welle meldeten sich zwar mehr als 700 Freiwillige – da waren laut dem Regierungsrat jedoch «alle möglichen Berufsgruppen dabei». Personen aus dem Gesundheitsbereich meldeten sich damals nur etwa 30.

Aktuell prüft der Kantonale Führungsstab die eingegangenen Angebote, die ersten Hilfskräfte werden dann in den kommenden Tagen vermittelt. Diese sollen laut Graf ab nächster Woche vorwiegend in den Testzentren als Testpersonal oder im administrativen Bereich Unterstützung bieten. Wie viele Personen insgesamt letztlich zum Einsatz kommen werden, kann Graf noch nicht sagen. «Das kommt darauf an, wie sich die Situation in den nächsten Tagen und Wochen entwickelt.» Wie schon bei der ersten Welle ist aber zum Beispiel vorgesehen, dass pensionierte Ärztinnen und Ärzte wenn nötig zu einem späteren Zeitpunkt im Medical Center Lucerne in Nottwil aushelfen können oder beim Contact-Tracing für fachliche Auskünfte eingesetzt werden. Noch ist jedoch nichts konkret, Graf sagt: «Diese Bedürfnisse werden erst noch ermittelt.»

Tagesentschädigung liegt zwischen 100 und 240 Franken

Entlöhnt werden die freiwilligen Helferinnen und Helfer je nach beruflicher Situation, fachlicher Kompetenz und Einsatzort mit einer Tagesentschädigung von 100 bis 240 Franken pro Tag. Ein vorgegebenes Budget für diese Entschädigungen wurde nicht definiert. Graf rechnet jedoch mit einer ähnlichen Grössenordnung wie schon bei der ersten Welle. Damals gab der Kanton 10'000 Franken für Freiwilligenentschädigungen aus. Wenn die Spitäler und Heime Leute brauchen, um Belastungsspitzen zu brechen, werden diese zwar durch den Kanton weitervermittelt. Entschädigung und Abrechnung wird dann jedoch zwischen dem Einsatzbetrieb und der freiwilligen Person individuell geregelt.