Kommentar
Luzerner Durchgangsbahnhof: Gut, nimmt die Stadt Einfluss

Das Jahrhundertprojekt unter dem Bahnhof ist für die Stadtentwicklung eine einmalige Chance. Es ist deshalb richtig und wichtig, dass sich die Stadt Gehör beim Bund verschafft – und dafür auch Geld in die Hand nimmt, schreibt Redaktor Roman Hodel.

Roman Hodel
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Roman Hodel.

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Man muss sich das mal vorstellen: Die Stadt Luzern kann dank des geplanten Durchgangsbahnhofs mitten in ihrem Herzen ab 2040 eine Fläche insgesamt so gross wie die Altstadt neu bespielen. Und damit nicht genug: Sie kann den ganzen Bahnhof anders, besser in die bisherige Stadt einbinden. Eine solche Chance zur Stadtentwicklung bietet sich nur einmal.

Deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Stadt nun ihrerseits die Planung aufgleist und sich vor allem Gehör verschafft beim Bund. Denn dessen SBB hat primär den Auftrag, Leute von A nach B zu bringen – und will die eigenen Grundstücke möglichst gewinnbringend nutzen. Für Luzern hingegen geht es um viel mehr: Der Bahnhof ist Verkehrsdrehscheibe, Einkaufszentrum und Treffpunkt einer ganzen Region – allerdings ein ziemlich überlasteter Knotenpunkt. Nur schon die Zu- und Wegfahrt der Busse auf dem Bahnhofplatz ist ein Ärgernis.

Zudem weckt das Projekt Begehrlichkeiten: Was soll auf den freien Gleisflächen entstehen? Eine Luzerner Ausgabe der Zürcher Europaallee mit vielen Büros und teuren Wohnungen? Oder eben auch bezahlbarer Wohnraum? Und: Wie viele Freiräume braucht's? Mit dem Kredit, mit den zusätzlichen Stellenprozenten kann die Stadt Einfluss nehmen. Es dürfte so oder so noch anspruchsvoll genug werden, die Ansprüche aller Partner und Interessengruppen unter einen Hut zu bringen.