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Luzerner Eltern können bei der Beurteilung der Lehrer mitreden

Zur Evaluation von Lehrern gehört auch eine strukturierte Rückmeldung der Eltern. Diese Vorgabe des Kantons Luzern wird von den Schulen sehr unterschiedlich umgesetzt – vom traditionellen Elterngespräch bis zu aufwendigen Umfragen.
Gabriela Jordan
Ob digital oder analog - Eltern werden zu den Lehrern ihrer Kinder regelmässig befragt. (Symbolbild: Boris Bürgisser)

Ob digital oder analog - Eltern werden zu den Lehrern ihrer Kinder regelmässig befragt. (Symbolbild: Boris Bürgisser)

«Wie zufrieden sind Sie mit dem Umfang der Hausaufgaben Ihres Kindes? Und wie beurteilen Sie die Kommunikation und Organisation des Klassenlehrers, etwa bei Schulreisen?» Solche und ähnliche Fragen müssen Eltern im Kanton Luzern alle paar Jahre beantworten. Sie sind Bestandteil einer umfassenden Lehrer-Evaluation, die von den Volksschulen regelmässig durchgeführt werden muss. Damit soll die Schul- und Unterrichtsqualität sichergestellt werden. Ebenso erhalten Lehrerinnen und Lehrer so die Möglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Eltern können bei der Lehrerbeurteilung also mitreden. Wie das genau geschieht, ist von Gemeinde zu Gemeinde allerdings unterschiedlich. Manche Schulen führen analoge oder digitale Umfragen durch, andere handeln das Thema via Elterngespräch ab. Eine Schule, die von der ersten Variante Gebrauch macht, ist Horw. Seit sechs Jahren verwendet sie dafür eine digitale Evaluationsplattform. «Befragt werden alle zwei bis drei Jahre Erziehungsberechtigte vom Kindergarten bis zur dritten Sekundarstufe», erklärt Rektor Daniel Bachmann. Längst nicht alle Eltern machen von dieser Möglichkeit jedoch Gebrauch: Der Rücklaufquote liege bei rund 55 Prozent.

Lehrer werden über die Ergebnisse informiert

Wie Bachmann betont, gehe es bei diesen strukturierten Feedbacks nicht um eine Evaluation der Fähigkeiten einer Lehrperson – dafür sei die Schulleitung zuständig. «Das Ziel ist stattdessen, dass die Lehrpersonen Rückmeldungen erhalten, wie ihr Wirken in der Klasse wahrgenommen wird, wie wohl sich die Kinder in der Schule fühlen und wie die Eltern die Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen erleben.» Die Ergebnisse sollen bezüglich Schulqualität sensibilisieren und auf Optimierungsbedarf hinweisen. Die jeweiligen Lehrpersonen würden die Umfrageergebnisse, ohne Rückverfolgbarkeit zu den Eltern erhalten. Auch werde etwa an Teamsitzungen rudimentär über die Ergebnisse informiert.

Direkte Folgen kann es durchaus geben: Beispielsweise können negative Rückmeldungen laut Bachmann Auslöser für genaue Abklärungen sein. Weiter könnten Abläufe optimiert oder Weiterbildungen aufgegleist werden. Wie viel die Umfrage kostet, lasse sich nicht abgrenzen. Die Erstellung und Auswertung der Fragebogen sei Teil der Prorektorenstelle, die Evaluationsplattform nutze die Schule zudem noch für andere Zwecke.

«Eine schnell durchgeführte Umfrage bei den 20 Schulleitungen der Stadt Luzern hat mir bestätigt, dass Elternfeedbacks regelmässig eingeholt werden. Alles andere hätte mich auch sehr erstaunt.»

Vreni Völkle, Rektorin der Volksschule Stadt Luzern

Eine Ausnahme ist Horw nicht, auch andere Schulen im Kanton führen digitale Umfragen durch. «Viele geben die Umfrage aber noch in Papierform nach Hause», sagt auf Anfrage Pirmin Hodel, Präsident des Verbandes der Luzerner Schulleiter. «In Zukunft wird sich das aber ändern. Schon jetzt machen immer mehr Schulen von der digitalen Umfrage Gebrauch.» Häufig gebe es an Schulen Musterumfragen, welche von den Lehrerinnen und Lehrern an die Stufe der Kinder sowie an die spezifischen Jahresthemen angepasst werden könnten.

Vorteile des Elterngesprächs

Doch wie seriös handhaben die Gemeinden, die auf Umfragen verzichten, die Elternfeedbacks? «Mich würde es erstaunen, wenn es ein strukturelles Problem gäbe und das nicht alle Schulen machen würden», antwortet Pirmin Hodel. «Ich gehe davon aus, dass dies seriös gemacht wird.» Wichtig sei, dass die Rückmeldung nicht zwischen «Tür und Angel» eingeholt werde, sondern eben strukturiert. Aus seiner Sicht seien Elterngespräche dafür genauso gut geeignet, weil Anliegen dabei niederschwellig deponiert werden könnten. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der schriftliche Weg längst nicht von allen Eltern genützt wird. Das kann man so interpretieren, dass sie zufrieden sind. Grundsätzlich geht es bei den Feedbacks aber auch darum, mal zu sagen, was gut ist – aber natürlich ebenso allfällige schlechte Sachen.»

Gleich wie Hodel schätzt die Situation Vreni Völkle ein. Sie ist Rektorin der Volksschule Luzern. «Eine schnell durchgeführte Umfrage bei den 20 Schulleitungen der Stadt Luzern hat mir bestätigt, dass Elternfeedbacks regelmässig eingeholt werden. Alles andere hätte mich auch sehr erstaunt.» Die angewandten Methoden seien aber nun mal sehr vielfältig, ebenso der Rhythmus der Befragungen.

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