Luzerner Erotikbetriebe reichen Beschwerde gegen Zwangsschliessung ein

Bordelle im Kanton Luzern müssen weiterhin geschlossen bleiben. Dies, obwohl diese Massnahme vom Bundesrat nicht vorgeschrieben ist. In der Branche regt sich nun Widerstand.

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(stg) Die Luzerner Regierung hält an der Schliessung von Erotik- und Sexbetrieben fest. Dies, obwohl der Bundesrat die Schliessung im Rahmen der Massnahmen zur Eindämmung der Coronaübertragungsketten nicht vorschreibt.

«Umso befremdlicher sind kantonale Entscheide, die einseitig verfügt haben, dass Erotikbetriebe geschlossen bleiben müssen. Trotz funktionierender Hygiene- und Schutzkonzepte»,

sagt der Geschäftsführer des Erotikportals «my-ladies.ch» auf Anfrage unserer Zeitung. Darum haben nun mehrere Direktbetroffene beim Kantonsgericht Luzern eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht. Sie fordern, dass die Schliessung der Erotik- und Sexbetriebe im Kanton Luzern umgehend aufgehoben wird. Sollte das Kantonsgericht die Schliessung nicht aufheben, so fordern die Bordelle, dass sie künftig wenigstens analog der Bars zwischen 6 Uhr morgens und 23 Uhr abends geöffnet haben dürfen.

Man werde alle Rechtsmittel nutzen, um die Schliessung von Erotikbetrieben aufzuheben. «Es muss endlich aufhören, legale Arbeit im Erotikgewerbe in alte Schubladen zu stecken und diese ständig zu diskriminieren.»

Sämtliche andere Wirtschaftsbranchen dürften ihre Tätigkeit mit verhältnismässigen Einschränkungen und Hygienekonzepten ausüben. Doch über die Erotikbranche werde ein Lockdown verhängt, beklagen die Beschwerdeführer weiter. Seitens der Beschwerdeführer heisst es:

«Wir und die Betroffenen prangern Diskriminierung, Unverhältnismässigkeit, Verletzung des Grundrechts auf Wirtschaftsfreiheit, Verstoss gegen das Gleichbehandlungsgesetz und Willkür an.»

Das Verbot sei verfassungswidrig und müsse aufgehoben werden.

In den Erotikbetrieben werde unter Einhaltung von Hygienemassnahmen und Schutzkonzepten verantwortungsvoll gearbeitet. Es gebe keinen Coronafall der auf legale Sexarbeit zurückzuführen ist. Die beiden Fälle aus Zürich würden illegale Prostitution betreffen, heisst es weiter.
Somit sei die Erotikbranche aus Sicht der Kläger nicht der Infektionsherd und habe es folglich nicht verdient so dargestellt bzw. behandelt zu werden.