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Luzerner Ex-Regierungsrat hat 530'000 Franken Schulden: Jetzt sucht ihn das Betreibungsamt öffentlich

Die UBS fordert vom ehemaligen Luzerner Finanzdirektor Daniel Bühlmann 530'000 Franken. Das zuständige Betreibungsamt hat einen Zahlungsbefehl ausgestellt. Doch der Aufenthaltsort des Ex-Regierungsrats ist unbekannt.
Kilian Küttel

96 Seiten umfasst das aktuelle Luzerner Kantonsblatt. Dicke Post, vor allem für einen: den ehemaligen Luzerner Finanzdirektor Daniel Bühlmann.

Aber nicht wegen der Seitenzahl, sondern wegen des Inhalts: Mit einem Zahlungsbefehl fordert die UBS Switzerland AG 530'000 Franken vom Ex-SVP-Regierungsrat. «Betreibung auf Verwertung eines Grundpfandes», heisst es zur Art der Schuldbetreibung.

Telefonnummern führen ins Nichts

Gemäss Aussagen eines Luzerner Sachwalters handelt es sich offensichtlich um die Rückforderung einer Hypothek.

Betroffen sind zwei Liegenschaften in der Gemeinde Emmen, die Bühlmann gehören. Im Telefonbuch findet sich bei einer der beiden Adressen eine Nummer, die auf den früheren Regierungsrat eingetragen ist. Wer dort anruft, bekommt folgenden Satz zu hören: «Dieser Anschluss ist zurzeit nicht besetzt.» Auch seine frühere Handynummer führt nicht mehr zu ihm.

Daniel Bühlmann ist schwierig zu erreichen. Das gilt offenbar auch für das Emmer Betreibungsamt. Denn wie dem Luzerner Kantonsblatt zu entnehmen ist, ist sein Aufenthaltsort derzeit unbekannt. Jedoch ist beim Zahlungsbefehl die letzte bekannte Adresse Bühlmanns aufgeführt. Auch bei der Emmer Einwohnerkontrolle teilt man auf Anfrage diese Anschrift mit.

Zu Hause nicht auffindbar

Der frühere Luzerner Regierungsrat ist für die Behörden nicht auffindbar. Bei einem Augenschein an der genannten Adresse am Freitagmittag herrscht das übliche Treiben: Die Pöstlerin fährt durchs Quartier, in einem orientalischen Geschäft gehen die Kunden ein und aus, Schulkinder sind auf dem Heimweg.

Im Sonnenlicht steht ein ockerfarbenes Mehrfamilienhaus. In diesem Gebäude mit 24 Parteien soll Bühlmann laut dem Emmer Betreibungsamt wohnen. Ein wenig versteckt findet sich im Eingangsbereich tatsächlich ein Briefkasten, auf dem sein Name prangt. Er sieht aus, als wäre er schon länger nicht mehr geleert worden.

Auf ein Klingeln an der Haustür folgt keine Reaktion. Ein Bewohner des Nachbarhauses, das im gleichen Baustil gehalten ist und von der gleichen Firma verwaltet wird, sagt, der ehemalige Regierungsrat sei nur selten zu sehen.

Ex-Arbeitgeber weiss nicht, wo er ist

Auf der Plattform Linkedin, quasi einem Facebook für die Geschäftswelt, bezeichnet sich Bühlmann als «Abteilungsleiter Immobilienentwicklung» einer Baufirma. Gemäss seinen Angaben ist er seit 2013 beim Unternehmen engagiert, das seinen Hauptsitz in Bern und eine Niederlassung in Luzern hat. Und er sei es noch immer. Doch das scheint nicht mehr zuzutreffen. Auf Nachfrage erklärt eine Mitarbeiterin telefonisch, dass Bühlmann «schon lange nicht mehr bei uns arbeitet».

Gerne hätte unsere Zeitung mit Bühlmann persönlich Kontakt aufgenommen. Aber wie auch für die Betreibungsbehörden, ist er nicht auffindbar.

Ebenso war von der UBS nichts Verwertbares in Erfahrung zu bringen. Ein Sprecher schreibt auf konkrete Fragen: «Leider können wir zu allfälligen Kundenbeziehungen aufgrund des Bankkundengeheimnis keine Auskunft erteilen.»

Ab Samstag ist das Kantonsblatt öffentlich. Mit Zustellung des Zahlungsbefehls hat Bühlmann sechs Monate Zeit, der Forderung der UBS nachzukommen. Will er gegen den Zahlungsbefehl vorgehen, kann er dies ebenfalls tun. Während zehn Tagen nach der Veröffentlichung einer Forderung hat ein Schuldner Zeit, Rechtsvorschlag zu erheben.

Betreibungen kosteten ihn das Amt

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Bühlmann seinen finanziellen Verpflichtungen offenbar nicht genügend nachgekommen ist: Im Januar 2007 wurde publik, dass er mehrfach Rechnungen nicht bezahlt hat. Er sah sich privaten Betreibungen von rund 15 000 Franken gegenüber, die sich unter anderem aufgrund einer «schlechten privaten Organisation in administrativen Belangen» angesammelt hatten, wie er damals gegenüber unserer Zeitung sagte. Für den damaligen Luzerner Finanzdirektor hatte das politische Konsequenzen. Er wurde nach nur zwei Jahren in der Regierung abgewählt.

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