Luzerner Fasnacht: Restaurants sollen Getränke einfacher über Gasse verkaufen können

Der Luzerner Stadtrat ist grundsätzlich bereit, die Regeln für Restaurants zu lockern, aber nur ausserhalb der Altstadt. Aus Sicherheitsgründen.

Sandra Monika Ziegler
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Einer der zahlreichen Verpflegungsstände an der Luzerner Fasnacht, hier vis à vis Coop City. (Bild: Boris Bürgisser)

Einer der zahlreichen Verpflegungsstände an der Luzerner Fasnacht, hier vis à vis Coop City. (Bild: Boris Bürgisser)

Die Stadt Luzern ist zur Fasnachtszeit rappelvoll und lässt auch in der Gastronomie die Kassen klingeln. Doch nicht nur in herkömmlichen Restaurants werden Essen und Getränke verkauft. Immer zahlreicher sind die mobilen Verköstiger in den Gassen unterwegs. Damit Restaurants und Verpflegungswagen mit gleichen Ellen gemessen werden, reichte der Luzerner Grossstadtrat Peter Gmür namens der CVP-Fraktion im September 2017 eine Motion ein.

Dies, weil viele illegale Verkaufswagen auf öffentlichem Grund stehen und die hiesigen Restaurants konkurrenzieren würden. Den Betrieben sei es verboten, auf ihren Boulevardflächen direkt Esswaren oder Getränke zu verkaufen. Gmür verlangt deshalb eine Anpassung der Reglemente aus dem Jahr 2010. Jetzt nimmt der Luzerner Stadtrat dazu Stellung.

Einschränkungen aus Sicherheitsgründen

Dieser ist grundsätzlich bereit, die Regeln anzupassen, sodass Restaurants einfacher über die Gasse verkaufen können. Doch er will weniger weit gehen als von Gmür gefordert und die Motion nur als weniger verbindliches Postulat entgegennehmen. Zudem soll die Lockerung der Praxis nur ausserhalb der Altstadt gelten. Dies aus Sicherheitsgründen. Denn die während der Fasnacht voll besetzten Altstadt-Gassen liessen keine zusätzliche Beanspruchung durch Gastrobetriebe zu, schreibt der Stadtrat.

In den Bewilligungen für die Nutzung des öffentlichen Grunds ist festgehalten, dass die Betriebe die Flächen nur dann benutzen dürfen, wenn sie nicht zum Beispiel als Fluchtweg oder als Zufahrtsweg für Rettungsfahrzeuge benötigt werden.

Anders sieht es gemäss Stadtrat im Neustadtquartier aus. Hier gibt es genügend Platz. Deshalb stellt sich die Stadt für etwelche Bewilligungen auch nicht in den Weg. Die Abteilung Stadtraum und Veranstaltungen nimmt sich den Gesuchen an, wie der Stadtrat in der Stellungnahme schreibt. Wer diese benutzt wird jedoch zur Kasse gebeten und muss sich etwa an den zusätzlichen WC-Kosten und den Kosten für die Abfallentsorgung beteiligen.

Bereits zahlreiche Verpflegungsmöglichkeiten

Die strikte Regelung in der Altstadt ist Gastro Luzern seit 2016 bekannt. Was wohl auch der Grund dafür ist, dass seither keine Gesuche von Gastronomen für die Errichtung von Verkaufsständen eingereicht wurden. Für Verbandspräsident Ruedi Stöckli ist klar: «Gleiche lange Spiesse sollte für alle gelten. Doch die Fasnacht ist eine ausserordentliche Zeit, da gelten andere Regeln, die hat die Stadt aufgestellt. Aus Platzgründen sind Grenzen gesetzt.»

Der Stadtrat beschäftigt sich immer wieder mit Nutzungsbestimmungen von öffentlichem Raum während der Fasnachtszeit. Letztmals nach einem Postulat von Jules Gut namens der GLP-Fraktion vom Oktober 2013. Damals teilte er die Meinung der Postulanten, wonach «gleiche Spielregeln für alle Beteiligten» gelten sollen. Weitere Zeltbauten wie etwa bei den Restaurants Ente und Bistro du Théâtre lehnte er jedoch ab. Denn mit der Einrichtung der offiziellen Verpflegungszone auf öffentlichem Grund sei die Forderung nach genügend Verpflegungsstätten erfüllt. Koordiniert werden die 23 Verpflegungsstände von dem Verein Gwärb Lozärn. Beim Verein können sich noch bis 30. September Interessierte melden und für einen Platz bewerben.

Stände auf privatem Grund sind erlaubt

Nebst der offiziellen Verpflegungszone sind auch Stände auf privatem Grund erlaubt. Für die rund 50 Stände hat die Abteilung Gastgewerbe und Gewerbepolizei das Zepter in der Hand. Bei der Bewilligung hat die Freihaltung der Fluchtwege und Interventionszugänge erste Priorität.

Motionär Peter Gmür zeigt sich auf Anfrage zufrieden mit der Stellungnahme des Stadtrats: «Grundsätzlich bin ich zufrieden, dass der Stadtrat keine ablehnende Haltung hat. Jetzt können auch Gastronomen der Neustadt eine Bewilligung beantragen, das war vorher nicht möglich. Störend bleibt, dass nur zwei Zeltbauten in der Kernzone bewilligt sind.»