Luzerner Fasnachtszeitung: Der Frosch knallt – der Witz hallt

Alle Jahre wieder zur Fasnachtszeit: Die Wey Zunft stellt ihre Satirepostille Knallfrosch vor. Ein Anlass der durchaus mehr Witz vertragen würde. 

Sandra Monika Ziegler
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Bild: Luzerner Zeitung

Luzerns einziges Satireblatt «Knallfrosch» – eine Monopolpostille – verspricht unerkannt knallhart zu recherchieren oder zumindest so zu tun als ob. Sie stammt aus dem Hause der Wey Zunft. Aus dem letztjährigen Fauxpas, sich auf Kosten von Minderheiten lustig zu machen, hat das anonyme Redaktionsteam nur so viel gelernt, dass es jetzt einfach haarscharf an Beleidigungen vorbei schrammt. Es werden munter Politiker und Frauen durch den Schlamm gezogen, Klimaaktivisten lächerlich gemacht, Sportjournalisten in den Boulevard versenkt und Personen aus dem Balkan in die Luft gesprengt.

Belustigen soll die Schrift, bekräftigen die Macher. Das ist aber nicht ganz einfach, denn der Witz – Pardon, die Satire – fehlt.   Dass die Satire dieses Jahr ausbleibt, wird bereits auf der Titelseite annonciert. Wer sie trotzdem sucht, ist selber schuld. Wir blättern weiter und entdecken einen tiefen Einblick in das harte Leben der fünf Fasnachtsgewaltigen. Sie mussten knallharte und bisweilen birnenweiche Froschfragen beantworten. Was sie natürlich nach bestem Wissen taten. Richtig traurig wird es beim Thema «Goldig Grend». Der Anlass wurde einfach eingestellt. Doch die Maskenliebhaber würden in ihrer Hütte für Ersatz sorgen, sagt Mann.

Hinweis: Der Knallfrosch wird in Stadt und Agglo gratis an die Haushalte verteilt. 

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Janick Wetterwald