Zum Jubiläum blickt der Luzerner Fechtclub auf eine spannende Geschichte zurück 

Im Luzerner Fechtclub stehen nicht Kampf und Sport im Vordergrund, sondern das Vergnügen. Dass der Club vor 50 Jahren gegründet wurde, geht auf einen heftigen Streit zurück.

Sandra Monika Ziegler
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Der Luzerner Fechtclub organisiert gerne spezielle Anlässe, zum Beispiel Fechten im UV-Licht am letztjährigen Coup Reuss. (Bild PD)

Der Luzerner Fechtclub organisiert gerne spezielle Anlässe, zum Beispiel Fechten im UV-Licht am letztjährigen Coup Reuss. (Bild PD)

In Luzern gibt es gleich zwei Clubs für Fechterinnen und Fechter. Der eine ist die Fechtgesellschaft Luzern der andere der Luzerner Fechtclub. Dass sich heute zwei Clubs diesem Sport verschreiben, geht auf einen alten Streit aus dem Jahr 1968 zurück, wie Adrian Wicki gegenüber unserer Zeitung sagt. Er ist der aktuelle Fechtclub-Präsident und dies seit neun Jahren.

Anlass zur Trennung waren geteilte Meinungen über einen Fechtlehrer in der damaligen Fechtgesellschaft. Die einen wollten ihn behalten, die anderen nicht. «Die Befürworter und Gegner konnten sich damals nicht einigen. Deshalb traten einige Mitglieder aus der Gesellschaft aus und gründeten ihren eigenen Club», erzählt Wicki. Und dieser feiert nun sein 50-jähriges Bestehen. Inzwischen ist der alte Streit vergessen.

Immer wieder dienstags

Gesellschaft wie Club ziehen am selben Strick, feiern auch mal gemeinsam und haben unterschiedliche, jedoch ergänzende Angebote. Beim Luzerner Fechtclub (LFC) setzt man auf Quer- und Wiedereinsteiger. «Personen, die vielleicht in jungen Jahren einmal angefangen haben zu Fechten und jetzt wieder Lust darauf haben», sagt Adrian Wicki.

Trainiert wird jeweils am Dienstag in der Doppelturnhalle im Bruchquartier in Luzern. (Bild: PD)

Trainiert wird jeweils am Dienstag in der Doppelturnhalle im Bruchquartier in Luzern. (Bild: PD) 

Gefechtet wird ausschliesslich mit Degen, das sei technisch einfacher, so der Präsident. Der Luzerner Fechtclub hat heute 22 aktive Mitglieder, davon sind sechs Damen. Trainiert wird wöchentlich am Dienstag in der Doppelturnhalle im Luzerner Bruchquartier. «Wir haben eine bewegte Clubgeschichte», sagt Adrian Wicki und erzählt vom legendären Coup Pilatus, der bis 2014 jährlich stattfand: «Durch den Tag gab es Turniere und am Abend als krönenden Abschluss ein Galadiner mit Unterhaltung.» Dies fand jeweils im ehemaligen Hotel Tivoli und später im Hotel Schweizerhof statt.

Der Coup Pilatus war ein gesellschaftlicher Anlass. Doch heute sei es schwierig, Teilnehmer für Events nach einem Fechtturnier zu finden. Der neue vom Luzerner Fechtclub organisierte Anlass heisst Coup Reuss und wurde früher im Mai/Juni und heute im Herbst ausgetragen. Der Coup ist ein «freundschaftliches Klingenkreuzen mit Degen» und findet am Samstag, 20. Oktober, in der Brambergturnhalle statt. Der Luzerner Fechtclub ist bekannt für seine besonderen Sportanlässe. Auch schon wurde mit Neonlicht im alten Rigisaal im Hotel Seeburg gefochten oder in einer verlassenen Druckerei und auch schon unter freiem Himmel am Rotsee.

«Wir wählen immer spezielle Orte aus für unsere Events. Eigentlich ist Fechten ein Kampfsport. Doch wir sehen es als Ausgleich zum Arbeitsalltag. Der Spass und die Freundschaft stehen im Vordergrund», sagt Adrian Wicki. An nationalen Turnieren nehmen trotz der lockeren Clubatmosphäre gleichwohl einige Mitglieder teil. Dies, um sich zu messen und weniger, um eine Medaille zu gewinnen. Wer Fechten als Leistungssport bevorzuge, sei bei der Fechtgesellschaft besser aufgehoben, sagt Wicki. Dort habe es auch spezielle Juniorentrainings. «Wir bieten das nicht an, dafür Schnupperkurse, so auch vom 23. Oktober bis 20. November. Fechten macht uns einfach Spass.»