Luzerner Fechter holt Silber in Rio

Das Schweizer Degen-Team erkämpft an den Militärweltspielen in Rio de Janeiro Silber. Ein Luzerner brachte eine entscheidende Wende.

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Silber im Team für Sebastien Lamon, Giacomo Paravicini und Valentin Marmillod. (Bild: pd)

Silber im Team für Sebastien Lamon, Giacomo Paravicini und Valentin Marmillod. (Bild: pd)

Er hat durchgehalten: Die Silbermedaille an den Militärweltspielen in Rio de Janeiro ist für den Luzerner Giacomo Paravicini Höhepunkt und Abschluss eines äusserst strengen Fechtjahrs. Der 21-jährige Student der Betriebsökonomie legte vor seiner Abreise nach Brasilien noch Prüfungen an der Hochschule in Bern ab. In Rio kämpfte der Nachwuchsathlet vergangene Woche mit Spitzensport-RS-Absolventen Sébastien Lamon - Bruder von Sophie Lamon - und Valentin Marmillod im Teamwettbewerb um Edelmetall. Es handelt sich um die erste Schweizer Fechtmedaille an den seit 1995 durchgeführten Militärweltspielen.

«Bei einem Wettbewerb diesen Ausmasses war ich noch nie dabei. Es war grossartig: Pompöse Eröffnungsfeier, Athleten-Dörfer mit 8000 Sportlern und Top-Fechter aus aller Welt - so stelle ich mir Olympia vor», sagt Paravicini.

Im Einzel war Paravicini als bester Schweizer noch Zehnter, danach drehten die Eidgenossen im Team auf. «Wir wussten, dass wir mehr können.» Im Halbfinal war es Paravicini, der gegen Kanada das Gefecht in Richtung Sieg (32:45) lenken konnte.

Wichtige Erfahrung gemacht

Gleichzeitig musste der junge Fechter auch lernen, am Grossanlass eine empfindliche Niederlage einzustecken. Im Final gegen China entglitt ihm der Kampf und die Schweizer konnten sich nicht mehr aus der Rücklage befreien. «Ich hatte bis dahin im Team kein Gefecht verloren und ausgerechnet bei mir war das Ganze gekippt. Das war hart - aber eine wichtige Erfahrung.»

Paravicini trainiert bei der Fechtgesellschaft Basel, wo auch Max Heinzer aus Immensee dabei ist. Im vergangenen Jahr erkämpfte sich Paravicini Platz 7 bei den U-23-Europameisterschaften in Polen. Und 2008 belegte er Platz 6 in der Junioren-Weltrangliste.

Nun erholt sich der Luzerner erstmal, beim Segeln in der Nordsee, wo er die Segel-Prüfung ablegen will. Im Herbst geht es im zweiten Jahr weiter an der Hochschule. Im Fechtsport hat er noch Grosses vor: In den nächsten zwei Jahren will er unter die 100 besten Fechter weltweit aufsteigen. Und nach den Militärweltspielen in Brasilien zieht es ihn wieder nach Rio zurück: Er will sich für die dortigen Olympischen Sommerspiele im Jahr 2016 qualifizieren.

Thomas Oswald

Ergebnisse Rio de Janeiro (Br)

CISM-Weltspiele, Degen-Team Männer:
1. China
2. Schweiz (Sébastien Lamon, Valentin Marmillod, Giacomo Paravicini).
3. Polen

Final: Schweiz : China 30 :45
Halbfinal: Schweiz : Kanada 45 :32
Viertelfinal: Schweiz : Italien 45 :30
Vorrunde: Schweiz : Kuwait 45 :27