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Luzerner Fest ab 2021: Weniger Kommerz, mehr Geld von der Stadt und eine extern geführte Geschäftsstelle

Die Stadt Luzern übernimmt für das Luzerner Fest ab 2021 das Patronat und soll mit mehr Geld ein kleineres, lokales Fest mit weniger Kommerz möglich machen. Dem OK-Team soll zudem eine Geschäftsstelle unter die Arme greifen.
Janick Wetterwald

Drei Jahre nach der letzten Austragung im Jahr 2018 soll das Luzerner Fest 2021 wieder am letzten Juniwochenende die Stadt beleben, wie diese in einer Mitteilung schribt. Die Verantwortlichen legten eine Denkpause ein und nahmen sich genügend Zeit für eine Neuausrichtung.

Das Konzept dafür steht jetzt und der Stadtrat stimmte diesem zu. Die Stadt Luzern ist es auch, welche die neue Ausrichtung des Fests möglich machen soll. Stadtpräsident Beat Züsli dazu: «Das Konzept mit den Stichworten kleiner, weniger laut und näher bei der Bevölkerung hat den Stadtrat überzeugt. Weniger Kommerz bedeutet aber auch, dass das Fest mehr finanzielle Unterstützung braucht – darum übernimmt die Stadt Luzern das Patronat und verdoppelt ihren Beitrag an das Fest.»

Mit diesen Beiträgen soll die Stadt helfen

Für den Aufbau der Geschäftsstelle inklusive Beiträge für interne Arbeiten beantragte die Stiftung für die Jahre 2019 und 2020 insgesamt 85'000 Franken. Hinzu kommt ein jährlicher Beitrag von 235'000 Franken (inkl. Geschäftsstelle) sowie eine allfällige Defizitgarantie von total 250'000 Franken für die Jahre 2021–2023. Somit würde die finanzielle Beteiligung der Stadt Luzern für die Vorbereitungen in den Jahren 2019 und 2020, die Durchführung in den Jahren 2021 bis 2023 sowie die – optionale – Defizitgarantie total 1'040'000 Franken betragen.

Ende November/Anfang Dezember 2019 wird dem Parlament ein entsprechender Bericht und Antrag für einen Sonderkredit vorgelegt. (jwe)

Patrick Deicher, Vizepräsident der Stiftung «Luzern hilft», liefert ein Beispiel: «Früher haben wir externe Firmen für die Betreibung der Getränkestände engagiert, verlangten Miete und hatten dadurch einen fixen Ertrag – auch bei schlechtem Wetter. Neu sollen lokale Vereine die Stände betreiben, von denen wir keine Miete verlangen, sondern lediglich etwas vom Gewinn abschöpfen.»

«Die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes und der gute Zweck» sollen im im Zentrum des neuen Luzerner Fests stehen. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 24. Juni 2017)

«Die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes und der gute Zweck» sollen im im Zentrum des neuen Luzerner Fests stehen. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 24. Juni 2017)

Die Unsicherheit und das Risiko seien so grösser, darum müsse die Stadt mithelfen. Die Stiftung bleibe aber der Veranstalter. Fazit: Fällt die finanzielle Bilanz des Festes negativ aus, so tragen das auch die Steuerzahlerin und der Steuerzahler der Stadt mit. Deicher: «Ein Beitrag der Stadt an das Luzerner Fest ist nicht neu, nur ist dieser Betrag jetzt höher und es kommt die Defizitgarantie dazu.»

Zum Stichwort Transparenz ergänzt er: «Die Rechnung vom Luzerner Fest machen wir jedes Jahr öffentlich und der Stadtrat hat Einsicht in die Finanzen der Stiftung.» Im Jahr 2017 wies das Luzerner Fest einen Gewinn von 163'000 Franken aus, im Jahr 2018 waren es noch 107'000 Franken. Zudem wurden nur rund 12'500 Rondellen à 10 Franken verkauft – das Ziel waren 20'000.

Geschäftsstelle soll das OK unterstützen

Innerhalb der Stiftung kommt es zu Änderungen. So ist zum Beispiel Stadtpräsident Züsli als Stiftungs-Präsident von «Luzern hilft» zurückgetreten. Er sagt dazu:

«Ich wollte nicht in einer Doppelfunktion sein und bin darum seit einigen Monaten nicht mehr Teil der Stiftung.»

Zur neuen Zusammensetzung des Stiftungsrats kann Deicher aktuell noch keine konkreten Namen nennen: «Wir treffen uns am Montag zu einer Sitzung und werden dann im Verlauf der nächsten Wochen informieren.» Er freue sich aber, dass er eine Person aus dem Umfeld vom ehemaligen «Lozärner Altstadtfäscht» für die Stiftung gewinnen konnte.

Wie sieht's mit dem OK aus? «Dort bleiben bisherige Personen mit dabei, einige verlassen das Team.» Die Details werden in naher Zukunft kommuniziert. Fest steht, dass das OK-Team Unterstützung von einer Geschäftsstelle bekommt – für diese läuft aktuell die Ausschreibung. Die Eckdaten: Ein Budget von 95'000 Franken, Betrieb der Geschäftsstelle spätestens ab 1. Mai 2020, es soll eine juristische Person sein, die Entscheidungskompetenzen liegen beim Stiftungsrat und/oder dem OK-Präsidium und der Vertrag ist befristet bis November 2021 mit einer Option auf weitere drei Jahre.

«Mit der Geschäftsstelle wollen wir das ehrenamtliche OK entlasten. Für diese Personen war es bisher beispielsweise eine grosse Herausforderung, Termine durch den Tag wahrzunehmen»

, erklärt Patrick Deicher. Bevor der Vertrag für die Geschäftsstelle unterschrieben werde, müssen man jedoch die Meinung des Stadtparlaments zum Konzept abwarten.

Nachhaltigkeit hat Priorität

Im Vordergrund des neu konzipierten Stadtfestes sollen die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes und der gute Zweck stehen. Vorgesehen sei zudem eine stärkere Verankerung in der Stadt Luzern und eine lokalere Ausrichtung: Luzerner Künstler, Organisationen, Vereine und Institutionen sollen integriert werden und das Fest mitgestalten – auch mit der Unterstützung von Freiwilligenarbeit.

Das Luzerner Fest 2021 soll die Leute in der Stadt zusammenbringen. (Bild: Jakob Ineichen, 30. Juni 2018)

Das Luzerner Fest 2021 soll die Leute in der Stadt zusammenbringen. (Bild: Jakob Ineichen, 30. Juni 2018)

Es soll auch wieder Rondellen zu kaufen geben, welche den Besitzern rund um das Fest einige Vorteile gegenüber den Besuchern ohne Rondelle bieten.

Die Stadt in der Person von Präsident Züsli «erwartet ein dezentrales Fest mit thematischen Schwerpunkten für verschiedene Zielgruppen». Der Anteil an Kultur solle höher sein und lokale Musikschulen oder Vereine einbezogen werden. Züsli weiter:

«Dem Stadtrat ist auch das Thema Ökologie sehr wichtig. In den Vorbereitungen muss die Frage diskutiert werden: Wie kann man ein solches Fest möglichst ökologisch durchführen?»

Damit ist auch Patrick Deicher einig: «Wir wollen bezüglich Nachhaltigkeit neue Massstäbe setzen.» Im Fokus der Stiftung steht zudem ein Fest für die Stadtluzernerinnen und Stadtluzerner. Die Verantwortlichen würden dabei bewusst einen Rückgang der Besucherzahlen in Kauf nehmen.

Details zum Konzept werden nächste Woche kommuniziert.

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