Kommentar

Luzerner Fest: Die Stadt soll Verantwortung übernehmen

2021 wird in der Stadt Luzern wieder gefestet. Wenn die Stadt schon als Mitveranstalterin auftritt, soll die Exekutive auch Verantwortung übernehmen. 

Jérôme Martinu
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Kleiner, lokaler, weniger kommerziell. Aus dem grossen Luzerner Fest mit teilweise über 100000 Besuchern aus der ganzen Zentralschweiz wird nach der Denkpause ab 2021 das Luzerner Stadtfest. Nachdem jüngst der kommerzielle und karitative Erfolg ausgeblieben ist, brauchte es den Neustart. Es ist richtig, dass der Luzerner Stadtrat zusammen mit den Organisatoren eine Redimensionierung vornimmt. Der Fest-Charakter soll so gestärkt, die Nachhaltigkeit erhöht werden.

Kritisch betrachten muss man die neue Rolle der Stadt. Sie verdreifacht die Leistungen auf rund 1 Million Franken. Sie finanziert damit bis 2023 auch die Geschäftsstelle und stemmt gar eine Defizitgarantie in der Höhe von fast einer Viertelmillion. Und sie übernimmt das offizielle Patronat. Die Stadt trägt also die finanzielle Hauptlast und wird ganz klar zur Mit-Veranstalterin, obwohl die Stiftung «Luzern hilft» das Fest durchführt.

Ist es wirklich richtig, dass sich die öffentliche Hand so stark engagiert? Der Stadtrat zumindest will dies dem Parlament schmackhaft machen. Bloss: Die Verantwortung dafür übernimmt er (noch) nicht. Stadtpräsident Beat Züsli (SP) ist nämlich schon vor Monaten als Stiftungspräsident zurückgetreten. Aber wenn die Stadt schon als Mitveranstalterin fungieren soll, dann soll die Exekutive als politisch hauptverantwortliches Gremium nicht nur Geld sprechen, sondern auch direkt in der Stiftung Verantwortung übernehmen. 

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