LUZERNER FEST: Stadtrat gibt Patrouille Suisse einen Korb

Der Luzerner Stadtrat lehnt eine Flugshow der Patrouille Suisse am Luzerner Fest ab. Das Organisationskomitee ist enttäuscht.

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Die Patrouille Suisse wird am Luzerner Fest 2014 nicht über die Stadt Luzern fliegen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die Patrouille Suisse wird am Luzerner Fest 2014 nicht über die Stadt Luzern fliegen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Am Luzerner Fest 2014 findet keine Flugshow der Patrouille Suisse statt. Dies hat der Luzerner Stadtrat entschieden. Zusätzlich zur Flugshow der Patrouille Suisse hätten am Tag vor der Aufführung Trainingsflüge stattgefunden, wie die Stadt Luzern mitteilt. Der Stadtrat hält somit «an seiner konsequenten, kritischen Haltung gegenüber Flugaufkommen über der Stadt Luzern fest». Landungen auf Stadtgebiet sind konsequenterweise nicht erlaubt, Tiefflüge werden nur im Ausnahmefall bewilligt.

Lärmbelastung und Umweltbedenken

Die Ablehnung begründet der Stadtrat zudem damit, dass die Bevölkerung Ende Juni durch das Luzerner Fest und die zeitgleich stattfindende Fussball-Weltmeisterschaft bereits grossen Lärmbelastungen ausgesetzt ist. Daher sei eine zusätzliche intensive Lärmbelastung durch die Flugshow nicht verhältnismässig, schreibt die Stadt Luzern weiter. Weitere Bedenken hat der Stadtrat bezüglich der Sicherheit und der Umweltbelastung. Ob die Luzerner Stadtregierung auch künftig keine Flugshows zulassen will, müsse fallweise entschieden werden, sagte der Luzerner Umwelt-, Verkehr- und Sicherheitsdirektor Adrian Borgula (Grüne) auf Anfrage.

Patrouille Suisse wäre gratis geflogen

Das OK Luzerner Fest hat den Entscheid des Stadtrats mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Die Ablehnung komme nicht überraschend, die Enttäuschung sei jedoch gross, schreibt das OK in einer Mitteilung. Insbesondere, da die Patrouille Suisse in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, die Basis in Emmen liegt und im Rahmen des Luzerner Fests unentgeltlich geflogen wäre. Viele Veranstalter hatten sich um einen Auftritt gerissen, und das Luzerner Fest hatte einen der wenigen Zuschläge bekommen. Das OK bedauert, der Patrouille Suisse absagen zu müssen. Es sei eine verpasste Chance.

Das OK ist weiterhin bestrebt, ein Fest mit einem attraktiven Programm zu organisieren, um möglichst viel Geld für gemeinnützige Institutionen zu erwirtschaften, welche über die Stiftung «Luzerner helfen Luzernern» ausgeschüttet werden. Die ersten Programminhalte werden im Mai kommuniziert. Das 6. Luzerner Fest findet am 28. Juni statt.

Auch die Stadt Zürich erliess im letzten Sommer anlässlich des Züri-Fäschts ein Flugverbot für die Patrouille Suisse. Wer die Staffel in diesem Jahr sehen will, dem sei die Air14 in Payerne empfohlen.

Mit einem Postulat will die SVP der Stadt Luzern erreichen, dass die Patrouille Suisse am Luzerner Fest fliegen darf. «Die Patrouille Suisse ist für ihre Flugkünste weltberühmt und ein grosser Publikumsmagnet», begründet die Partei ihre Haltung. Das Gesuch werde aus «fadenscheinigen Gründen» abgelehnt, was «kantonsweit für Empörung» sorge.

pd/chg/rem/sda

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