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LUZERNER FEST: «Wir hätten lieber weniger Besucher, dafür mehr mit Herzrondellen»

20'000 Besucher mehr als letztes Jahr – das löst bei den Organisatoren nicht nur Freude aus. Die OK-Präsidentin nimmt Stellung.
Hugo Bischof
Corinne Imbach, OK-Präsidentin des Luzerner Fest. (Bild: Boris Bürgisser)

Corinne Imbach, OK-Präsidentin des Luzerner Fest. (Bild: Boris Bürgisser)

Corinne Imbach, im Vorfeld sagten Sie, das Luzerner Fest müsse «nicht das grösste, aber das schönste Fest der Zentralschweiz» sein. Sie hofften gar auf weniger Besucher. Jetzt kam es doch zum Grossandrang. Haben Sie Ihr Ziel also verfehlt?

Es war ein tolles Fest mit sehr vielen zufriedenen Besucherinnen und Besuchern. Dennoch bleibe ich dabei: Wir hätten lieber weniger Besucher. Dafür trägt jeder und jede eine Herzrondelle.

Wie viele Rondellen wurden dieses Jahr verkauft?

Genaue Zahlen haben wir noch nicht. Die Bilanz geben wir erst im Herbst bekannt.

Rein vom Gefühl her: Lief der Rondellenverkauf besser als in den Vorjahren?

Es ist leider so, dass es von Jahr zu Jahr schwieriger wird, Festabzeichen zu verkaufen. Das hat sich nicht geändert. Wir hatten Verkäufer, die viel Erfolg hatten. Es gab aber auch solche, die traurig waren, weil sie so oft zurückgewiesen wurde. Es ist auch immer schwieriger, Verkäufer zu finden.

Das Festabzeichen wurde dieses Jahr erstmals wieder in Form einer Herzrondelle verkauft. Hat sich das nicht positiv ausgewirkt?

Mit der Herzrondelle wird der gemeinnützige Zweck des Fests sicher wieder sichtbar. Das war mit dem Armbändeli der vergangenen Jahre weniger der Fall. Der Reingewinn des Fests kommt vollumfänglich gemeinnützigen Luzerner Institutionen zugute. Das möchten wir den Besucherinnen und Besuchern wieder vermehrt in Erinnerung rufen.

100000 Personen zog das Fest diesmal an, 20000 mehr als im Vorjahr. Sind Sie überrascht?

Jein. Letztes Jahr hatten wir am Samstag massiv weniger Besucher, weil es regnete. Da hatte ich wirklich den Eindruck, dass die Stadt tagsüber halb leer war. Erst am Abend gab es letztes Jahr einen enormen Besucherandrang – zum Feuerwerk. Danach gingen viele wieder nach Hause.

Viele kamen also letztes Jahr gar nicht zum Luzerner Fest, sondern nur zum Feuerwerk?

Ja, diesen Eindruck hatte ich im letzten Jahr. Das war natürlich heuer anders, weil wir aufs Feuerwerk verzichteten. Zur diesjährigen Austragung muss man natürlich auch sagen: Die Wetterbedingungen waren perfekt.

Anstatt des Feuerwerks gab es diesmal ein Lichtspektakel. Was überwog bei den Besuchern? Enttäuschung über das ausgebliebene Feuerwerk oder Freude über das Lichtspektakel?

Es gab beides. Vor allem die viertelstündlichen Shows mit Musik beim Bahnhof-Torbogen ab dem Eindunkeln kamen bei den Besucherinnen und Besuchern sehr gut an. Beim KKL hatten wir die Herausforderung, dass hier die Festbeleuchtung auf dem Europaplatz für die Projektion zu stark war, das Lichtspektakel deshalb weniger gut sichtbar war. Im Vorfeld haben wir kommuniziert, dass wir diese Projekte testweise lancieren. Der Test ist bestanden, jetzt gilt es für uns, die Projekte zu evaluieren und zu schauen ob, wie und wo solche Projekte zukünftig im Fest Platz haben.

Rund 100000 Franken hat das Feuerwerk jeweils gekostet, inklusive Mehrkosten für den öffentlichen Verkehr, etwa die Extrafahrten der SBB. Wie viel kostete das diesjährige Lichtspektakel?

Genaue Zahlen kann ich auch hier nicht nennen. Nur so viel: Die beiden Lichtprojekte kosteten einen Bruchteil des Feuerwerks. Eine interessante Erkenntnis für uns war übrigens, dass sich die Streichung des Feuerwerks nicht auf den Besucherandrang auswirkte. Die Strassen der Luzerner Innenstadt waren am späten Abend und danach dennoch voll.

Was sind die Lehren für das kommende Jahr? Was werden Sie tun, um das Luzerner wieder etwas kleiner, dafür umso schöner zu machen?

Ich bin nach wie vor überwältigt vom diesjährigen grossen Besucherstrom. Was wir beim Fest 2018 verändern werden, kann ich jetzt noch nicht sagen.

Dennoch die Frage: Wenn Sie von einer Reduktion des Fests sprechen – was meinen Sie da?

Das Fest-OK, die Stadt Luzern und die eigentliche Veranstalterin des Fests, die Stiftung «Luzerner helfen Luzernern», müssen sich die Frage stellen, wo, weshalb und für wen dieses Fest organisiert wird. Das Fest räumlich zu verkleinern, also künftig auf einige Festplätze zu verzichten, ist schwierig. Die 100000 Besucherinnen und Besucher kommen trotzdem. Das Luzerner Fest ist eine fixe Marke, ein Anlass mit grosser Anziehungskraft. Aber wie gesagt: Unser Ziel muss sein, dass jede Besucherin, jeder Besucher eine Herzrondelle trägt und so dazu beiträgt, dass wir mit dem Reingewinn weiterhin Gutes für Benachteiligte im Kanton Luzern tun können. Dazu gehört natürlich auch, dass an den Fest-Verpflegungsständen konsumiert wird und nicht einfach das Trinken und Essen von anderswoher mitgebracht wird.

Interview: Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

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