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Luzerner Finanzreform stärkt Musikschulen

Weil der Kanton und die Luzerner Gemeinden mit der Aufgaben- und Finanzreform (AFR) die Volksschulkosten hälftig teilen, profitieren die rund 30 Musikschulen: Sie erhalten mehr Geld und die Lehrerinnen und Lehrer attraktivere Anstellungsbedingungen.
Alexander von Däniken
Eine Finanzreform mit musikalischer Wirkung ist die AFR gemäss den Befürwortern. (Bild: Pius Amrein)

Eine Finanzreform mit musikalischer Wirkung ist die AFR gemäss den Befürwortern. (Bild: Pius Amrein)

Der Abstimmungskampf um die Luzerner Aufgaben- und Finanzreform (AFR) 2018 nimmt weiter Fahrt auf. Die Befürworter der Reform, über die am 19. Mai abgestimmt wird, führen nun Vorteile für die Musikschulen ins Feld.

Ein zentraler Teil der rund 200 Millionen Franken schweren AFR ist ein neuer Kostenteiler zwischen Kanton und Gemeinden bei der Volksschulbildung. Bezahlen bis jetzt die Gemeinden 75 Prozent der Volksschulkosten und der Kanton 25, soll das Verhältnis auf 50 zu 50 angepasst werden. Das hat auch Folgen für die derzeit rund 30 Musikschulen im Kanton, wie die Befürworter der Reform am Donnerstagmittag vor den Medien ausführten.

Pro-Kopf-Beitrag wird mehr als verdoppelt

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Beitrag für einen Musikschüler steigt von heute rund 350 auf gut 900 Franken, wie Franz Grimm, Präsident des Verbands Musikschulen Luzern, erklärte. Das sei im Sinne einer Mehrheit der Stimmbürger. Diese hatten bei einer Referendumsabstimmung 2017 mit einer Zweidrittelmehrheit entschieden, die Beiträge nicht auf 175 Franken zu halbieren. «Die Bevölkerung will eine gute und starke Musikschule», folgerte Franz Grimm. «Luzern ist ein Musikkanton.»

Hintergrund der nun geplanten Beitragserhöhung ist laut Grimm, dass die Musikschulen defizitär sind und auch die Elternbeiträge nicht ausreichen. Der höhere Anteil des Kantons lasse nun den Pro-Kopf-Beitrag steigen. Bei einem Ja zur AFR ist es laut Grimm unwahrscheinlicher, dass die Eltern mehr bezahlen müssen, als bei einem Nein zur Reform.

Auch die rund 950 im Kanton angestellten Musikschullehrerinnen und Musikschullehrer werden laut dem Verbandspräsidenten profitieren. Denn sie werden künftig vom Kanton angestellt - zu gleichen Bedingungen wie die Volksschullehrer. Diese Forderung hat der Verband in den letzten Jahren wiederholt platziert.

Franz Grimm erwartet, dass sich die Zahl der Musikschulen auf rund zwei Dutzend reduzieren wird. Das sei durchaus positiv zu werten: «Es schafft professionellere Strukturen. Und davon profitieren schliesslich vor allem die Kinder, die den Musikschulunterricht besuchen.» Eine Musikschullehrerin ist so zum Beispiel nicht mehr für vier, sondern nur noch für zwei Schulen zuständig. «Und mehrere Schulen zusammen können sich auch Instrumente leisten, die sonst nicht im Budget liegen; etwa eine Harfe.»

Auch Bauernverband für Reform

Die AFR wird aus denselben Gründen auch vom Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband, vom Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter und vom Musiklehrerinnen- und Musiklehrerverein unterstützt. Selbst von bäuerlicher Seite gibt es Support. Jakob Lütolf, Präsident des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband, hat sich schon als damaliger Kantonsrat für einen 50/50-Kostenteiler bei der Volksschule eingesetzt.

Lütolf stellte an der Medienkonferenz klar, dass nur dieses Verhältnis in Frage kommt. Wenn wie jetzt der Kanton nur 25 Prozent der Kosten trägt, aber primär die Leistungen bestimmt, gehe die Rechnung nicht auf.

Für die Reform ist auch der Verband Luzerner Gemeinden (VLG) - auch wenn ein Dutzend Gemeinden plus die Stadt Luzern dagegen sind (wir berichteten). VLG-Präsident Rolf Born äusserte insofern Verständnis über die ablehnende Haltung der betreffenden Gemeinden, als dass diese aufgrund kleinerer Schülerzahlen weniger von der Reform profitieren. «Aber in der Gesamtheit überwiegen die Vorteile der AFR.»

Das sieht neben den Parteien CVP, FDP und SVP, der Mehrheit des Kantonsrats, dem Regierungsrat und den genannten Verbänden auch die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz so. Der Gewerbeverband des Kantons Luzern hat zur AFR keine Parole beschlossen, da die Reform das Gewerbe nicht betrifft.

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