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Luzerner Gastgewerbe befindet sich weiterhin auf Höhenflug

Die Konjunkturlage der Luzerner Wirtschaft im zweiten Quartal 2019 darf insgesamt als zufriedenstellend bezeichnet werden.
Sasa Rasic

Das Luzerner Gastgewerbe beurteilt seine Geschäftslage im zweiten Quartal 2019 als gut. Zudem hat sich die Lage gegenüber dem Vorquartal verbessert. Wie Zahlen von Lustat Statistik Luzern zeigen, erwartet die Branche bis Ende 2019 eine weitere Verbesserung ihrer Geschäftslage. Dies treffe laut Lustat sowohl auf die Hotels wie auch auf die Gastrobetriebe zu.

36 Prozent der im Rahmen der Umfrage der Konjunkturforschungsstelle KOF teilnehmenden Betriebe verzeichneten bei der Ertragslage im 2. Quartal eine Verbesserung. 15 Prozent beurteilten sie als «schlechter» und 49 Prozent als «unverändert». Laut Lustat waren die Angaben in der Gastronomie dabei etwas stärker polarisiert als in der Hotellerie – das heisst, der Anteil neutraler Einschätzungen lag dort tiefer und verhältnismässig viele Betriebe meldeten positive beziehungsweise negative Ergebnisse. Die Nachfrage nach Dienstleistungen im Gastgewerbe nahm im zweiten Quartal generell zu – vor allem in der Hotellerie. Im 2. Quartal wurden 636 823 Übernachtungen gezählt. Das stellt gegenüber dem Vorjahresquartal ein Plus von 3,3 Prozent dar. Die Luzerner Hotels und Kurbetriebe beherbergten damit in diesem Zeitraum rund 6,7 Prozent aller Übernachtungsgäste der Schweiz.

Zahlen wie zuletzt im Jahr 2008

Insbesondere die Zunahme bei den Logiernächten dürfte laut Alexander Hug, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Lustat, zu den guten Zahlen beigetragen haben. Doch nicht nur die Beherbergung ist für die Hochlage verantwortlich. «Die Geschäftslage wird in der ganzen Branche als gut beurteilt – sowohl bei den befragten Hotels als auch bei den Gastrobetrieben», sagt Hug.

Besonders erfreulich zeigt sich die Einstufung der Umsatzentwicklung in beiden Subbranchen. Hug: «Im Durchschnitt wird eine Steigerung von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gemeldet. Derartige Zahlen konnte man in diesem Bereich zuletzt im Jahr 2008 beobachten.»

Bei KOF-Daten ist jedoch zu bedenken, dass sie auf Umfrage-Antworten basieren. Hug: «Bei der Interpretation ist zu beachten, dass die Rückmeldungen der Teilnehmer jeweils eine Momentaufnahme darstellen und auf einer nichtrepräsentativen Stichprobe basieren.»

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Trotz der eigentlich guten Nachrichten besteht jedoch Grund zur Annahme, dass die Entwicklung nicht für alle Regionen im Kanton Luzern gleichbedeutend ist. «Trotz der optimistischen Zahlen ist das Beizensterben immer noch aktuell. Auf dem Land verschwinden die Lokale oft komplett, während in städtischen Gebieten eher Wirtewechsel geschehen», sagt etwa Gastro-Experte Herbert Huber. Diese Abnahme an Betrieben erkläre für ihn auch einen Teil der aktuell als gut eingeschätzten Geschäftslage. Huber: «So wird der Kuchen für jene, die bestehen bleiben, natürlich grösser und sie profitieren davon.»

Luzern deutlich über nationalem Schnitt

Spezifisch für den Standort Luzern sieht Huber auch in den Hotels einen Grund für die Hochlage: «Die Region hat zahlreiche gute Hotels – mit guten Restaurants. Früher galten die hauseigenen Restaurants von Hotels nicht als die besten Küchen, doch dies hat sich zunehmend gewandelt. In Luzern ist dies definitiv kein Problem.»

Besonders auffallend sind die Luzerner Zahlen im Vergleich zu den nationalen Gastronomiedaten. «Obwohl die Nachfrage im Gastgewerbe im zweiten Quartal 2019 gestiegen ist, stagnierten die Umsatzzahlen im Vergleich zum Vorjahresquartal», heisst es in einer Mitteilung des Verbands Gastrosuisse zu den neuesten KOF-Daten. Das Umsatzwachstum im Branchenteil Gastgewerbe habe sich seit einem Jahr kontinuierlich verlangsamt und «erreicht nun mit einer Umsatzeinbusse von 0,2 Prozent einen Tiefststand seit Anfang 2018».

Die schleppende Umsatzentwicklung im Gastgewerbe lässt sich laut Gastrosuisse hauptsächlich auf die Lage in der Restauration zurückzuführen. Die Sparte erwirtschaftete gegenüber dem Vorjahresquartal 1,7 Prozent weniger Umsatz. Laut dem Verband machen die Wirte die sinkende Nachfrage und Witterungsbedingungen dafür verantwortlich.

Die Subbranche Hotellerie auf nationaler Ebene konnte im vergangenen Quartal den Umsatz vergleichsweise um 2,4 Prozent steigern.

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