Kommentar

Luzerner Gemeinden sollen die digitale Realität jetzt vorbereiten

Der Kanton und die Luzerner Gemeinden planen eine Plattform, mit der die häufigsten Amtsgeschäfte online und jederzeit von zu Hause aus erledigt werden können. Noch gibt es skeptische Gemeinden. Sie sollten die sich bietenden Chancen jedoch nutzen.

Lukas Nussbaumer
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Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer.

Sich auf einer Gemeinde neu anzumelden oder einen Pass zu verlängern, erfordert in vielen Fällen das persönliche Erscheinen auf einer Amtsstelle. Und dies zu Zeiten, an denen die meisten Menschen arbeiten. Wer keinen kulanten Arbeitgeber hat, muss die für den Gang zum Schalter gebrauchte Zeit nachholen. Damit soll für Luzernerinnen und Luzerner bald Schluss sein: Der Kanton und der Gemeindeverband planen für 2022 eine Plattform, auf der die meisten Amtsgeschäfte rund um die Uhr online erledigt werden können. Unabhängig davon, ob sie den Bund, den Kanton oder die Gemeinde betreffen.

Bis es so weit ist, sind allerdings noch zwei grosse Hürden zu überspringen. Erstens finanzielle, denn nicht alle Gemeinden wollen in ein Projekt investieren, das noch wenig konkret ist. Und zweitens ideologische, weil es Verwaltungsangestellte gibt, die den persönlichen Austausch bevorzugen.

Aus kurzfristiger Sicht ist diese Skepsis nachvollziehbar. Langfristig betrachtet gibt es hingegen gute Argumente, die für eine zeit- und personenunabhängige Abwicklung von Routineamtsgeschäften sprechen. Etwa der Zeitgewinn für individuelle Bürgeranliegen – zweifelsohne eine interessantere Aufgabe, als der stereotype «Formularalltag». Oder die Aussicht auf Einsparungen, die nach einer Vorinvestition in die sowieso nicht aufzuhaltende Digitalisierung winkt. Die Gemeinden sollten die Chance also nutzen und sich rechtzeitig auf die digitale Realität vorbereiten.