Kommentar

Luzerner Gemeindewahlen: Kräftevielfalt
in den Exekutiven ist gestärkt

Später als ursprünglich geplant sind alle Regierungen in den Luzerner Gemeinden nun wieder vollzählig. Insbesondere in den grossen Kommunen in der Agglomeration ist es bei den zweiten Wahlgängen zu Überraschungen gekommen.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu, Chefredaktor Luzerner Zeitung und Regionalausgaben.

Jérôme Martinu, Chefredaktor Luzerner Zeitung und Regionalausgaben.

Bild LZ

Endlich sind die Exekutiven im Kanton Luzern wieder komplett. In 15 Gemeinden sind am Sonntag die zweiten Wahlgänge ausgetragen worden – wegen Corona sechs Wochen später als ursprünglich geplant. Trotz Verspätung: Es ist wichtig zu wissen, dass auch in pandemischen Krisenzeiten unser direktdemokratisches System einwandfrei funktioniert. Spannend waren die zweiten Wahlgänge insbesondere in den urbanen Gemeinden.

In der Stadt Luzern – wo nun doch alles beim Alten bleibt – und in gewissen Agglomerationsgemeinden waren die Exekutiven echten Belastungstests ausgesetzt – mit ganz unterschiedlichen, auch sehr überraschenden Resultaten. So wird im finanziell gebeutelten Kriens gleich die gesamte Stadtregierung ausgewechselt. Alle vier Bisherigen aus FDP, CVP und SP erzielten vernichtende Resultate. Sie waren zur Runde zwei entweder gar nicht mehr angetreten oder wurden nun abgewählt. Eine (knappe) Abwahl gab es auch in Horw. Wieder eingebunden ist die SVP, dies in Kriens und Horw. Die Linke ist zwar weiterhin stabil vertreten, sie muss aber auch Rückschläge verbuchen. Durch die Abwahl in Horw, aber auch wegen der misslungenen (Doppel-)Angriffe in Luzern, Kriens und Ebikon.

Insgesamt: Die Kräftevielfalt ist in Stadt und Agglomeration gestärkt worden. Und das ist positiv. Denn für den politischen Diskurs und die Kompromissfähigkeit ist es wertvoll, wenn alle relevanten Kräfte Regierungsverantwortung tragen müssen.

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