Luzerner Gemeindewahlen: Wahlbeteiligung trotz Corona-Krise auf gewohntem Niveau

In der Stadt Luzern zeichnet sich für die Gemeindewahlen vom 29. März eine leicht höhere Wahlbeteiligung ab als 2016. Auch in anderen Gemeinden sind die Wähler fleissig.

Lukas Nussbaumer
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Rund 10'000 Wählerinnen und Wähler haben in der Stadt Luzern bis jetzt ihre Stimme abgegeben. Das entspricht einer Beteiligung von etwa 18,5 Prozent. Bis am Sonntag erwartet Thomas Zumbühl eine Beteiligung von zirka 39 Prozent. Der Leiter Wahlen und Abstimmungen bei der Stadt Luzern sagt: «Damit würde der Wert von 2016, als die Beteiligung bei 37,5 Prozent lag, leicht übertroffen.» Die Massnahmen wegen des Coronavirus halten die Stadtluzerner also nicht davon ab, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen – im Gegenteil.

Diese Feststellung gilt auch für Kriens. Reto Hunger, Sachbearbeiter bei der Einwohnerkontrolle, geht bis am Sonntag von einer Beteiligung von rund 33 Prozent aus. Aktuell haben schon 22 Prozent der Krienser Wahlberechtigten ihr Couvert abgegeben (siehe Tabelle).

Wahlbeteiligung in ausgewählten Luzerner Gemeinden (in %)

Gemeinde aktuelle Wahlbeteiligung prognostizierte Beteiligung bis am Sonntag Beteiligung Kantonsratswahlen 2019 Beteiligung Gemeindewahlen 2016
Stadt Luzern 18,5 39 40,4 37,5
Kriens 22 33 36,3 33,1
Emmen 20 30 29,4 30
Hochdorf 24,6 30 41,8 27,3
Sursee 20 39 42,4 38,7
Flühli 36 60 62,6 65,6

Stabile Werte in Emmen, Sursee und Hochdorf

Ähnlich hohe Werte wie vor vier Jahren erwartet man auch in Emmen und Sursee. Das hiesse: Emmen käme erneut auf eine Beteiligung von 30 Prozent, Sursee auf eine von knapp 39 Prozent. Das sind mit den Kantonsratswahlen vom Frühling 2019 vergleichbare Prozentzahlen. Stand jetzt, haben im Emmen und Sursee je rund ein Fünftel der Wahlberechtigten ihre Favoriten für den Gemeinderat und im Fall von Emmen auch für das Parlament bestimmt.

In Hochdorf, wo gleich zehn Kandidaten um die fünf Sitze in der Exekutive buhlen, dürfte das Ergebnis von 2016 (27,3 Prozent) leicht übertroffen werden. Aktuell liegt die Beteiligung bei 24,6 Prozent. Bei den Kantonsratswahlen betrug sie 41,8 Prozent, lag also leicht höher als der damalige kantonale Durchschnitt von 41,5 Prozent.

Holt Flühli auch heuer den Rekord?

In der Entlebucher Kommune Flühli, wo die Wahlbeteiligung sowohl bei den letzten Gemeindewahlen als auch bei den kantonalen Wahlen vom Frühjahr 2019 klar über 60 Prozent lag und damit so hoch war wie in keiner anderen Luzerner Gemeinde, ist das Interesse laut Gemeindeschreiber Guido Küng bis jetzt überschaubar: Erst 36 Prozent der Berechtigten hat gewählt. Küng ist aber zuversichtlich, erneut auf einen Wert von 60 Prozent zu kommen, denn die Ausgangslage ist spannend: Nur zwei Bisherige treten wieder an, und von den vier neuen Kandidaten ist mit Peter Schnider erst noch ein Parteiloser dabei, was für Flühli einem Novum entspricht. Küng sagt denn auch: «Bis am Sonntag kann es schon noch "räbeln", viele entscheiden sich erst am Donnerstag und Freitag.»

Nicht gewählt wird am 29. März in Willisau. Dennoch werden die Stimmbürger zur Urne gebeten: Es geht um die Fusion mit Gettnau. Diese Abstimmung hat bis jetzt 32 Prozent der Stimmberechtigten interessiert. Bei der Stadtkanzlei geht man bis am Sonntag von einer Beteiligung von mindestens 50 Prozent aus. Womit auch im Hinterland der Wert der Gemeindewahlen von 2016 – 52 Prozent – in etwa erreicht würde.