«Lächeln ist das neue Händeschütteln»: Luzerner Gesundheitsbehörden empfehlen bei der Begrüssung auf den Handschlag zu verzichten

Angesichts des Corona-Virus fordern die Gesundheitsbehörden des Kantons Luzern die Bevölkerung dazu auf, bei leichten Grippesymptomen nicht den Notfall aufzusuchen. Zudem lancieren sie eine Alternative zur Begrüssung per Handschlag. 

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Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf äussert sich zum Verbot von grösseren Veranstaltungen: «Diese Massnahmen sind notwendig».

Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf äussert sich zum Verbot von grösseren Veranstaltungen: «Diese Massnahmen sind notwendig».

Bid: Manuela Jans-Koch,
Luzern, 31. Januar 2019

(jus) In einer am Sonntagmittag publizierten Mitteilung richten sich die Luzerner Gesundheitsbehörden an die Bevölkerung und geben Verhaltensempfehlungen zum Umgang mit dem Corona-Virus ab. Ein Slogan lautet dabei: «Lächeln ist das neue Händeschütteln.» Wer auf Begrüssungen per Handschlag, Umarmung oder Kuss verzichte, schränke das Risiko, Viren weiterzugeben oder sich anzustecken, bedeutend ein. Auf Anfrage präzisiert Erwin Roos, Departementssekretär beim Gesundheits- und Sozialdepartement: 

«Wir empfehlen generell, nach Möglichkeit auf das Händeschütteln zu verzichten, auch an den Schulen.»

Bereits am Freitag hatten einige Gemeinden angekündigt, am Montag bei Schulbeginn vorerst das Händeschütteln zu unterlassen.

Daneben appellieren die Behörden, bei leichten Grippesymptomen nicht den Notfall aufzusuchen: «Die Kapazitäten der Spitäler und Labors sollen nicht unnötig belastet werden, sondern für Risikopatienten und schwere Patienten zur Verfügung stehen», heisst es in der Mitteilung weiter. Zu den Risikopatienten zählen vor allem ältere Personen und chronisch Kranke sowie solche, die bereits an anderen Krankheiten leiden.

Personen, die nur leichte Grippesymptome aufweisen, sollen sich zu Hause herkömmlich kurieren. Dabei seien die Beschwerden zu lindern, weitere Personen vor einer Ansteckung zu schützen, zweimal täglich Fieber zu messen und der Krankheitsverlauf zu beobachten. Die Behörden raten dringend davon ab, bei leichten Grippesymptomen einen Arzt oder eine Notfallpraxis aufzusuchen. In jedem Fall sei zuerst telefonisch Kontakt aufzunehmen.

Guido Graf: «Die Massnahmen sind angemessen und notwendig»

Am vergangenen Freitag hat der Bundesrat Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmenden untersagt, um eine massenweise Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Alle übrigen Veranstaltungen sind im Kanton Luzern ab sofort den kantonalen Behörden zu melden. Auch kleinere Veranstaltungen können eingeschränkt oder untersagt werden, wenn besondere Risikofaktoren vorliegen. Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf betont in der am Sonntag verschickten Medienmitteilung:

«Diese Massnahmen sind angemessen und notwendig, um eine Epidemie zu verhindern und die Bevölkerung zu schützen.»

Diese Ziele hätten im Augenblick oberste Priorität. «Die Massnahmen bedeuten aber nicht, dass eine Infektion mit dem Virus in jedem Fall gravierende Folgen für die betroffene Person hat. In den meisten Fällen verläuft eine Corona-Erkrankung harmlos, mit Symptomen, die einer leichten Grippe ähneln.»

Wie man sich vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützt

  • Hände regelmässig mit Wasser und Seife waschen oder desinfizieren.
  • Bei Niesen und Husten Taschentuch benützen oder in die Armbeuge niesen/husten.
  • Kontakt mit erkrankten Personen sowie grössere Menschenansammlungen meiden.
  • Kranke Kinder gehören weder in die Kita noch in den Kindergarten oder die Schule.
  • Wer Grippesymptome hat, soll den Kontakt mit vulnerablen Personen (z.B. Betagten) auf jeden Fall vermeiden.

Das BAG und der Kanton Luzern stellen alle aktuellen Informationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf ihren Websites zur Verfügung.

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